Wochen der Wahrheit

HSV: Kittel, Terodde, Vagnoman – Spieler in der Pflicht

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Für den HSV geht der Aufstiegskampf in die heiße Phase. Diese Profis müssen Leistung zeigen. Kittel, Terodde und Vagnoman? 24hamburg.de nennt Schlüsselpositionen

Hamburg – Es hatte sich seit Wochen angedeutet. Der HSV steckt mitten in den Wochen der Wahrheit, was den Aufstieg in die Erste Bundesliga angeht. Zwar hatte Trainer Daniel Thioune schon vor dem Spiel gegen Tabellenschlusslicht Würzburg vor ein paar Wochen gesagt, dass es sich vielmehr um die Saison der Wahrheit handele, doch zieht sich die Schlinge um den HSV derzeit immer weiter zu. Deshalb muss gegen Tabellenführer Bochum unbedingt gepunktet werden, wenn die Hamburger im Aufstiegskampf oben dabei bleiben wollen – am besten sogar dreifach. 24hamburg.de/hsv analysiert, auf welche Spieler es jetzt ganz besonders ankommt.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV im Aufstiegskampf: Verteidigung um Stephan Ambrosius muss hinten dicht halten

Eine große Baustelle im Hamburger Spiel ist in dieser Saison die Verteidigung. Denn während die Rothosen derzeit mit 49 Toren die beste Offensive der Zweiten Liga stellen, bekam die Truppe von der Elbe auch die meisten Gegentore aller Topteams. Insgesamt 30 Mal musste Torhüter Sven Ulreich schon hinter sich greifen. Geschuldet ist das nicht etwa der mangelnden Qualität der Defensiv-Spieler im HSV-Kader, sondern vor allem auf verletzungsbedingte Auswechslungen zurückzuführen. So fehlt mit Toni Leistner der Stamm-Innenverteidiger des Hamburger SV seit Anfang Februar mit einer Muskelverletzung. Abwehrmaschine Stephan Ambrosius ist daher die einzige Konstante in der Innenverteidigung des HSV.

HSV-Profis müssen liefern – Sonny Kittel, Josha Vagnoman & Simon Terodde. (24hamburg.de-Montage)

Ursprünglich galt Gideon Jung als Ersatz für Toni Leistner, doch der konnte neben Ambrosius nicht wirklich glänzen. Die Fans des HSV waren teilweise so sauer auf ihn, dass sie ihn direkt vom Hof jagen wollten. Dann sollte der ehemalige Abwehrboss Rick van Drongelen nach überstandenem Kreuzbandriss in die Defensive rücken. Doch im Spiel gegen den FC St. Pauli verletzte sich „Big Rick“ erneut. Zuletzt spielte Defensiv-Alleskönner Moritz Heyer neben Ambrosius und machte seine Sache ordentlich. Der Kieler Angriff fand kaum ein Durchkommen. An diese Leistung sollten die beiden unbedingt auch in den nächsten Wochen anknüpfen.

HSV-Profis müssen liefern: der junge Wilde, der Zauber-Fuß, der Vorbereiter und der Oldie

Neben der Verteidigung kommt es natürlich auch auf den Angriff an. Und hier werden in den kommenden Wochen vier Spieler so richtig wichtig. Denn damit Sturmwunder Simon Terodde weiter fleißig Tore schießen kann, müssen ihm seine Mitspieler entsprechende Bälle vorlegen. Einer, der das in dieser Saison richtig gut kann, ist Jeremy Dudziak. Schon acht Treffer bereitete er vor, einen schoss er selbst. Auch Sonny Kittel, der Zauber-Fuß, wird in den kommenden Spielen eine wichtige Rolle spielen. Denn wenn er so weiterspielt wie gegen Holstein Kiel, dann ist er in den Reihen der Hamburger eine echte Offensiv-Waffe.

Blankes Entsetzen: HSV-Stürmer Simon Terodde geht mit seinen Chancen zu großzügig um. (24hamburg.de-Montage)

Selbiges gilt für den jungen Wilden. Die Rede ist von keinem geringeren als Außenverteidiger Josha Vagnoman. Egal ob links oder rechts, er weiß derzeit vorne und hinten zu glänzen. Besonders mit seinem Auftritt gegen Holstein Kiel begeisterte er die Experten. Schade, dass er seine eigenen Torchancen in diesem Spiel nicht verwandeln konnte. Aber immerhin traf der junge Verteidiger in dieser Saison schon zweimal und legte zudem zwei weitere Tore auf. Der Kreis schließt sich bei dem, der in dieser Saison die meisten Tore für den HSV schießt. Simon Terodde schoss gegen Kiel kürzlich schon sein 20. Tor in der laufenden Spielzeit. Aber in der letzten Zeit stottert der Tormotor ein wenig, auch gegen Kiel ließ er einige Chancen liegen. Das muss wieder besser werden.

HSV: Jedes Team braucht seinen Kapitän und einen Rückhalt

Auch wenn Josha Vagnoman ihm derzeit ein würdiger Ersatz ist, der HSV braucht seinen Kapitän zurück. Fast blind verstehen sich Tim Leibold und Sonny Kittel im Angriffsspiel, dazu macht der Captain des HSV auch defensiv immer wieder eine gute Figur. Außerdem ist er ein echter Leader auf dem Platz und verkörpert den Kampfgeist des Teams. Sobald er nach seiner Rot-Sperre zurückkehrt, muss sich der HSV wieder auf ihn verlassen können.

Apropos verlassen können. Da muss man direkt an HSV-Torhüter Sven Ulreich denken. Bisher konnte er der Mannschaft nur wenig Rückhalt geben. Zeitweise wirkte er wackelig und patze schon das ein oder andere Mal. Aber in dieser schwierigen Phase der Saison muss sich sein Team auf ihn verlassen können. Jetzt muss er parat stehen, wenn die Abwehr einmal pennt. Er muss über sich hinauswachsen und Bälle aus den Ecken kratzen. In jedem Fall sollte er motiviert sein, genau das zu tun.

Schlussendlich kommt es also auf eine ganze Menge Spieler an. Eigentlich, so könnte man sagen, muss die komplette Mannschaft des HSV ab sofort nur noch hundert Prozent für den Verein und seine Ziele geben. Denn auch Spieler wie Bakery Jatta, Aaron Hunt, David Kinsombi, Amadou Onana, Jan Gyamerah, Manuel Wintzheimer, Bobby Wood, Khaled Narey, Klaus Gjasula, Jonas David, Ogechika Heil, Daniel Heuer Fernandes, Gideon Jung und alle Verletzten müssen jederzeit bereit und gewillt sein, ein Spiel entscheiden zu können. Wie es der HSV gerne auf Instagram schreibt: #allezusammen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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