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HSV-Jahresrückblick 2021: Die größten Niederschläge

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Von: Denny Konzack

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Vom erneut verpassten Aufstieg über schwerwiegende Derby-Niederlagen zu Talent-Verlusten und Corona. Ein HSV-Jahresrückblick und viele Aufreger.

Hamburg – Was ein Jahr für jeden HSV-Verantwortlichen und jeden noch so kleinsten Rothosen-Supporter. Der ehemalige Bundesliga-Dino Hamburger SV ließ im Mai 2021 zwischen dem 27. und 31. Spieltag wichtige Punkte gegen direkte Konkurrenten, aber auch deutlich schlechter platzierte Teams liegen und verpasste damit zum dritten Mal in Folge den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Der erste große Rückschlag, der in keinem HSV-Jahresrückblick für 2021 fehlen darf.

Verein:Hamburger SV
Gegründet am:29. September 1887
Derzeitige Platzierung 2. Bundesliga:3. Platz
Vereinsziel:Wiederaufstieg

Finanziell ein wahres Desaster für die Mannschaft aus dem Volksparkstadion, da der HSV jetzt gefordert war, durch Transfererlöse Geld in die klamme Vereinskasse zu spülen. Mit Amadou Onana, der sich zum Ende der Saison dem französischen Klub LOSC Lille angeschlossen hatte, generierten die Rothosen satte sieben Millionen Euro, mussten aber im Gegenzug ein vielversprechendes Talent ziehen lassen.

HSV-Jahresrückblick 2021: Abgang von Simon Terodde zum FC Schalke 04 sorgte lange für ratlose Gesichter

Auf einen konnte man sich jedoch meistens verlassen, gerade wenn es um Tore schießen ging. Simon Terodde wurde für den Hamburger SV zum Heilsbringer, machte in 33 Spielen ordentliche 24 Buden und bereitete zudem fünf weitere Treffer vor. Anfang Juni 2021 endete das Kapitel „HSV“ für den 33-jährigen Bocholter und er zog weiter Richtung Schalke 04. Den Abstieg verkündete das Sturmwunder zur Enttäuschung aller HSV-Fans noch während er und sein Team um den Aufstieg kämpften.

Simon Terodde feiert sein Tor mit seinem typischen Torjubel
Letzte Saison noch mit 24 Buden für den Hamburger SV, jetzt geht Simon Terodde (33) auf Tore-Jagd für Liga-Konkurrent Schalke 04. © Joachim Sielski/Imago

In Hamburg wurde lange nach passendem Ersatz gesucht. Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel verständigten sich darauf, dass Robert Glatzel in die Fußstapfen des ehemaligen Goalgetters steigen soll. Zu Beginn der laufenden Saison lief es für den 27-Jahre alten Münchner mehr als gut im HSV-Dress. Mit sechs Toren in 10 Spielen und einer Startelf-Quote von 100 % wurde so ein würdiger Ersatz für Terodde gefunden.

Derby-Niederlagen gegen den FC St. Pauli und Hannover 96 sorgten für Verstimmung

Jeder Fußball-Fan wird beipflichten, dass Derbys das Schönste im Fußball sind. Handelt es sich dabei zusätzlich um ein Stadtderby, könnten die Gemüter nicht hitziger sein. Gerade gegen den FC St. Pauli, den aktuellen Herbstmeister, setzte es allerdings die erste Niederlage der Saison, weshalb auch dieser Punkt im HSV-Jahresrückblick nicht fehlen darf. Am 3. Spieltag verlor der HSV am Millerntor gegen die Kiezkicker mit 3:2.

Ergebnis-Tafel am Millerntor zeigt den Endspielstand zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV
Das Nord- sowie Stadt-Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli war für viele Anhänger der Rothosen ein Grund zur Sorge, dass es mit dem Aufstieg in der laufenden Saison wieder nicht klappen könnte. © Kalle Meincke/Imago

Mit dem Sieg gegen den SV Werder Bremen, die der HSV 2:0 im Weserstadion besiegen konnte, wurde ein wenig Balsam auf die wunden Herzen der Fans aufgetragen. Tatsächlich stellte der HSV nach der Derby-Niederlage einen Zweitliga-Rekord auf und kam auf insgesamt 12 ungeschlagene Partien. Erst gegen Hannover 96 (1:0), einem weiteren Nordderby, mussten sich die Hamburger erneut geschlagen geben.

Talente fördern, Talente abgeben: Des einen Freud, des anderen Leid

Der Hamburger SV hat diese Saison einen komplett anderen Weg als die Jahre zuvor eingeschlagen. Mit HSV-Coach Tim Walter hat man einen Übungsleiter an die Elbe geholt, der viel auf Jugendförderung und Entwicklung setzt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass einige Supertalente an der Tür vom HSV-Coach klopfen und manche es bereits in den Profi-Kader geschafft haben.

Mit Mittelfeld-Juwel Faride Alidou hatte man im Volkspark einen 20-jährigen Jungen in den eigenen Reihen, der sich mit nur drei Profi-Einsätzen in die Herzen jedes HSV-Fans spielte. Frisch, hungrig, talentiert. Umso größer ist jedoch der Herzschmerz, seit bekannt wurde, dass der HSV Alidou nicht länger in Hamburg halten, sondern zur Eintracht Frankfurt ziehen lassen muss. Der HSV war am Ende leider nur die zweite Wahl für Alidou – das macht auch seine Personalie in einem Jahresrückblick unverzichtbar.

Vom Glanz vergangener Tage ist im vierten Zweitliga-Jahr beim HSV nicht mehr viel vorhanden.

Ex-HSV-Torwart Frank Rost im Interview mit der Bild-Zeitung

HSV-Jahresrückblick: Verletzungspech über die komplette Hinrunde

Sobald ein Leistungsträger in einem Team wegbricht, wird es meist schwer, diesen qualitativ gleichwertig zu ersetzen. Fallen jedoch gleich mehrere der Stammkräfte aus, wird es für jeden Verein zu einer schier unlösbaren Aufgabe. Als sich Tim Leibold im Pokal-Fight gegen den 1. FC Nürnberg der Kreuzband riss, war die erste Hiobsbotschaft bereits geboren.

Folgen sollten weitere Startelf-Kandidaten wie der Jonas David oder auch das Verteidiger-Juwel Josha Vagnoman. Am Ende fiel auch Stammkeeper Heuer Fernandes aufgrund einer Knieverletzung längerfristig aus. Am Ende bröckelte so die gesamte HSV-Abwehr. Im Jahr 2022 wird sich das Lazarett jedoch wieder lichten und viele Verletzungs-Comebacks dürfen gefeiert werden.

Der HSV verfügt über die spielerisch beste Mannschaft der 2. Liga

Ex-Bayern Boss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit „Sportbuzzer“ über die Entwicklung beim HSV

Im laufenden Transfer-Winter stehen noch einige wichtige Entscheidungen an.

Die Aufstiegs-Chancen stehen nach einem kompletten Umbau des Spielsystems relativ gut. Der HSV ist nach Jahren wieder zu einer echten Einheit geworden. Daniel Heuer Fernandes äußerte sich sogar über den positiven Lauf, den der Hamburger SV derzeit hat. Im Winter werden noch einige Gespräche geführt, unter anderem mit Manuel Wintzheimer, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

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Der Transfermarkt wurde ebenfalls bereits fleißig nach frischen, jungen Talenten sondiert. Im Mittelpunkt steht ein südkoreanisches Offensiv-Juwel mit dem Namen Young-Wook Cho (22). Dieser geht momentan für den FC Seoul auf Tore-Jagd, soll den HSV im kommenden Winter verstärken. Lediglich das OK von dem südkoreanischen Klub steht nach Angaben der Sports Chosun noch aus.

HSV-Jahresrückblick: Wie Corona der gesamten Fußballwelt das Leben schwer macht

Corona traf nicht nur die Menschen schwer, sondern auch den Fußball. Und so sahen sich Spieler und Verantwortliche des HSV gleich zweimal mit der Pandemie konfrontiert. Einmal im Privaten und einmal beruflich. Denn wegen Corona ging dem HSV nicht nur eine ordentliche Stange Geld durch die Lappen. Nein, die Spieler mussten auch einen Großteil des Jahres ohne Fans auskommen.

Und als gefühlt alle dachten, dass es vorbei sei, ging es auch schon wieder von vorne los. Zum Abschluss des Jahres durften gegen Hansa Rostock und Schalke 04 jeweils nur 15.000 Fans ins Volksparkstadion – baldige Besserung 2022 leider ausgeschlossen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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