Einblick ins Leben

Horst Hrubesch: HSV-Legende, Sprücheklopfer und Nachwuchsdirektor

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Horst Hrubesch machte sich nicht nur als Fußballer, sondern auch als Sprücheklopfer einen Namen. Heute ist die HSV-Legende der Direktor Nachwuchs. Seine Geschichte.

  • Horst Hrubesch wurde am 17. April 1951 geboren.
  • Er spielte als Mittelstürmer in der deutschen Bundesliga sowie der belgischen Première Division.
  • Mit zahlreichen lustigen Sprüchen erlangte Horst Hrubesch abseits des Spielfelds Bekanntheit.

Hamburg Horst Hrubesch (69), Fußballkennern auch als „Kopfballungeheuer“ bekannt, gilt als einer der berühmtesten Spieler Deutschlands und konnte mit seinen markigen Sprüchen schon viele Sympathien gewinnen. Privat lebt der gebürtige Nordrhein-Westfale eher zurückgezogen und betrieb zwischendurch gar eine Pferdezucht. Horst Hrubesch ist verheiratet und Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen. Hrubesch wurde vom HSV als „Direktor Nachwuchs“ eingestellt und übernimmt fortan die Nachwuchsförderung der Hanseaten aus der zweiten Liga.

Fußballspieler:Horst Hrubesch
Geboren:17. April 1951, Hamm
Ehepartnerin:Angelika Hrubesch
Kinder:Danny Hrubesch und Mike Hrubesch
Bisherige Trainerstation:u.A. Deutsche Nationalmannschaft der Frauen

Horst Hrubesch Karriere: Sein Weg zum Fußball

Schon im Alter von sieben Jahren trieb es Horst Hrubesch auf den Fußballplatz. Ganze zwölf Jahre blieb er beim FC Pelkum und zog dort als Mittelfeldspieler das Interesse einiger Talentscouts auf sich. 1971 wechselte er schließlich zu Germania Hamm, entschied sich aber noch im selben Jahr für den Weggang zum Hammer SpVg. Auch dort blieb er nur eine Saison und konnte kein einziges Tor für die Mannschaft erzielen. Nach einem weiteren Stopp beim SC Westtünnen folgte schließlich bei Rot-Weiss Essen der Durchbruch. In insgesamt 83 Spielen schoss er beeindruckende 80 Tore und wurde zu einem der begehrtesten Transferhoffnungen.

Horst Hrubesch ist eine wahre HSV-Legende. (24hamburg.de-Montage)

Horst Hrubesch – Karriere auf dem Spielfeld

1978 wurde Horst Hrubesch als neuestes Mitglied beim Hamburger SV vorgestellt und sollte dem Verein ganze fünf Jahre treu bleiben. Er absolvierte insgesamt 159 Spiele für den Traditionsverein und schoss sich mit 96 Toren in die Herzen der Fans. 1983 ging es dann nach einer kurzen Verletzungspause zum Standard Lüttich, wo Horst Hrubesch nur 43 Mal auflief, bevor er einen Vertrag beim Borussia Dortmund unterzeichnete. Nach einer Saison ging es für ihn schließlich wieder zum SC Westtünnen, wo er 1988 sein Karriereende als aktiver Fußballer verkündete. In der Bildstrecke sind Fotos seiner Erfolgsjahre angeführt.

Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch privat

Sprücheklopfer und Ex-Nationalspieler Horst Hrubesch hält sein Privatleben gerne von den Medien fern und ist am liebsten beim Angeln sowie Fliegenfischen in der freien Natur unterwegs. Er verfasste 1980 sogar ein eigenes BuchDorschangeln vom Boot und an den Küsten“, das sogleich in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er ist mit Angelika Hrubesch (67) verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Sein Sohn Mike Hrubesch (41) arbeitet als Justiz-Obersekretär, der ältere Sohn Danny Hrubesch (42) machte, wie der Vater, als Sportler Karriere – und zwar als Angel-Weltmeister! Seinen Wohnort hat Horst Hrubesch inzwischen nach Boostedt verlegt.

Fußballspieler Hrubesch – zurück zum HSV

Obwohl sich Horst Hrubesch mit einem stattlichen Vermögen in Millionenhöhe eigentlich schon im Ruhestand befand, folgte 2020 ein fulminantes Comeback. So soll er sich nun um die Nachwuchsarbeit beim HSV kümmern. Laut neuesten Meldungen will er vor allem die Transformation vom Youngster zum Profi bei vielversprechenden Talenten beschleunigen und dem Club somit innerhalb der nächsten Jahre Aufwind verschaffen. Zu diesem Zweck wurde Horst Hrubesch offiziell zum „Direktor für Entwicklung“ ernannt. Wer sich über Neuigkeiten aus dem Volksparkstadion informieren möchte, findet auf 24hamburg.de/hsv stets die wichtigsten News und Infos zum Clubgeschehen. Auch interessant: Das Stadion des HSV liegt direkt neben der Barclaycard Arena, in der Konzerte und Open Air Events stattfinden.

Horst Hrubeschs größte Erfolge

1979, 1982 und 1983 wurde Horst Hrubesch mit dem HSV Deutscher Meister. 1980 holte er sich mit dem DFB den Titel Europameister. Dafür wurde er vom damals amtierenden Bundespräsidenten sogar mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Nach seiner Umorientierung vom aktiven Fußballer zum Trainer wurde er 2009 mit dem Trainerpreis des Deutschen Fußball-Bundes ausgezeichnet. Und auch bei Olympia ging die HSV-Legende nicht leer aus!

Mit der Silbermedaille ging es 2016 zurück nach Deutschland, wo Horst Hrubesch den Ehrenpreis der Bundesliga vonseiten des DFL entgegennehmen durfte. 2019 verlieh das Land Nordrhein-Westfalen dem ehemaligen Fußballer und erfolgreichen Trainer schließlich sogar den Verdienstorden.

Horst Hrubesch als Trainer

Rot-Weiss Essen war nicht nur Horst Hrubeschs Sprungbrett für eine glorreiche Karriere als Kicker, auch als Trainer verschlug es ihn wieder zum Traditionsclub. Nach nur einem Jahr ging er zum SC Westtünnen und arbeitete sich von dort aus auf die Trainerbank des VfL Wolfsburg und FC Swarovski Tirol hoch. Nach Stationen bei Vereinen wie Hansa Rostock und Dynamo Dresden wurde er schließlich als Trainer verschiedener Junioren-Nationalmannschaften auserkoren und durfte 2016 als Trainer der Deutschen Olympiaauswahl gar nach Sotchi. 2018 versuchte sich Horst Hrubesch zudem als Trainer für die Frauen-Nationalmannschaft und war im Jahr zuvor kurzzeitig DFB-Sportdirektor.

Horst Hrubesch fasst das Spielgeschehen zusammen

Manni Bananenflanke, ich Kopf, Tor!“. Zweifellos, wichtige Tore können schonmal eine Welle an Gefühlen auslösen, doch diese Beschreibung von Horst Hrubesch bleibt unvergessen. Tatsächlich war der Mittelfeldstürmer vor allem für seine punktgenauen Kopfbälle berühmt-berüchtigt.

Der Begriff „Bananenflanke“ war übrigens eine ganz neue Wortschöpfung, die Horst Hrubesch in dem Moment wohl eingefallen ist und steht für eine krumme, aber besonders genaue Flanke. Dieses Zitat ist auch 40 Jahre später noch Kult und sogar Motiv zahlreicher Poster und Fan-Artikel. Dass er nicht nur lustige Sprüche parat, sondern auch ein Herz für seine Mitmenschen hat, wird bei zahlreichen Charity-Aktionen immer wieder deutlich.

Horst Hrubesch lässt ein Spiel Revue passieren

Wir müssen das alles nochmal Paroli laufen lassen.“ So treffsicher wie seine gefürchteten Kopfbälle waren Hrubeschs Interview-Beiträge oft nicht. Viele Zitate aus seiner aktiven Spielerkarriere sorgen auch heute noch für herzhafte Lacher. Besonders beliebt, weil so sympathisch-unbeholfen, ist auch diese legendäre Einsicht in Horst Hrubeschs Entscheidungsfindungsprozesse: „Da hab‘ ich gedacht, ich tu ihn ihm rein in ihn ihm sein Tor“.

Horst Hrubesch bedankt sich kurz und knapp

Ob ein, zwei oder drei Worte – der Gedanke zählt! Auch Horst Hrubeschs Abschiedsrede, als er den HSV verließ, wartete mit einem Highlight auf. So wollte er sich bei den Fans und Club-Mitgliedern für die jahrelange Unterstützung bedanken – und zwar so knapp und eindeutig wie nur möglich.

„Ich sag nur ein Wort: Herzlichen Dank!“ 

Horst Hrubesch

Ich sag nur ein Wort: Herzlichen Dank!“ tönte Horst Hrubesch in die Menge und sorgte auch beim Abschied für Lacher. Viele Jahre später darf ihn der HSV nun wieder als Nachwuchs-Beauftragter in den eigenen Reihen willkommen heißen. Ein Video des berühmten Zitats von Hrubesch ist auf YouTube zu sehen.

Horst Hrubesch erklärt den Weg zum WM-Titel

Wer wird eigentlich Weltmeister? Horst Hrubesch lieferte mit dem ZitatWenn wir alle Spiele gewinnen, können wir Weltmeister werden!“ eine eindeutige Antwort und sorgte damit bei vielen Kickern und Zuschauern für Lachen. Für den Titel hat es letztlich nicht gereicht, die EM 1980 konnte Horst Hrubesch aber mit der Nationalmannschaft für Deutschland entscheiden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Michael Schwarz/Kicker/Liedel/Werek/imago

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