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HSV vor großem Umbruch? So soll es bei den Rothosen weitergehen

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Von: Yannick Hanke

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HSV-Sportvorstand Jonas Boldt trägt Pudelmütze und schaut skeptisch in die Ferne. Neben ihm ist eine HSV-Eckfahne im Volksparkstadion platziert.
Der Blick schweift in die Ferne, doch bleiben will er gerne: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt steht in der Kritik der Fans, will aber weitermachen. (24hamburg.de-Montage) © Oliver Zimmermann/imago/Christian Charisius/dpa

Der HSV könnte den Aufstieg in die 1. Bundesliga erneut verpassen. Die Konsequenz könnte ein großer Umbruch sein. Sportvorstand Boldt gibt Auskunft.

Hinweis aus der Redaktion: Dieser Artikel wurde ursprünglich am 3. April 2022 veröffentlicht.

Hamburg – Quo vadis, HSV? Nach der 1:2-Heimniederlage vom Hamburger SV gegen den SC Paderborn ist die Stimmung bei den Rothosen getrübt. Die Aufstiegsplätze in der 2. Fußball-Bundesliga rücken in weite Ferne, Geschichte droht sich zu wiederholen. Denn auch im vierten Anlauf könnte es dem Hamburger SV misslingen, in die 1. Liga zurückzukehren. Dementsprechend sollten HSV-Trainer Tim Walter und seine Spieler auf dem Prüfstand stehen. Oder etwa doch nicht?

HSV verliert durch Niederlage gegen Paderborn Anschluss an Tabellenspitze – kommt jetzt der große Umbruch?

Wenig HSV-Chancen, kaum Glück in der Offensive, dazu ein nicht verwandelter Elfmeter von Stürmer Robert Glatzel – für die Rothosen lief in der Partie gegen den SC Paderborn wenig bis gar nichts zusammen. Der Hamburger SV ist seit nunmehr fünf Spielen sieglos, in denen das Team um Abwehrchef Sebastian Schonlau lediglich zwei der 15 möglichen Punkte einheimsen konnte.

Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze beträgt für den HSV schon neun Punkte. Mit dem Nachholspiel gegen Erzgebirge Aue, das in seiner ersten Auflage wegen zu vielen Corona-Fällen abgesagt wurde, verbleiben den Hamburgern noch sieben Partien. Sieben auf einen Streich, also sieben Siege am Stück, wären das Optimum und würden einen starken Saisonendspurt bedeuten. Da der HSV den Aufstieg aber nicht mehr in der eigenen Hand hat und auch die Konkurrenz fleißig punktet, würde dieser Kraftakt womöglich nicht reichen.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt verteidigt Rothosen – und steht zusammen mit Sportdirektor Michael Mutzel in der Kritik

Im Gegensatz zum HSV ist zwar auch das Spitzentrio, bestehend aus Werder Bremen, Sankt Pauli und Darmstadt, nicht frei von Fehlern. Doch scheint hier der unbedingte Wille, Siege einzufahren, stärker ausgeprägt. Oder täuscht der Eindruck etwa? Nach der Niederlage gegen den SC Paderborn wollte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt seinem Team Wille und Einsatz zumindest nicht absprechen.

Und doch muss sich das Team von HSV-Coach Tim Walter Kritik gefallen lassen. Warum ist der HSV in seiner Chancenverwertung nicht effizient genug? Warum waren zuletzt nur Einzelaktionen von Spielern wie Bakery Jatta oder Robert Glatzel statt kollektive Teamleistungen zu sehen? Fragen, auf welche die Kaderplaner Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel Antworten geben müssen.

HSV-Trainer Tim Walter erhält Rückendeckung durch Jonas Boldt – der kennt „auch die Strömungen in Hamburg“

Beide sind beim HSV seit 2019 in Amt und Würden – und steuern dem dritten verpassten Aufstieg in Folge entgegen. Laut dem „Hamburger Abendblatt“ geraten die beiden vor allem in Fankreisen zunehmend in die Kritik. Der Name Tim Walter fällt hingegen weniger. Der aktuelle HSV-Coach steht nicht unmittelbar in der Schusslinie, schließlich könne er nur mit den Spielern arbeiten, die beim Team aus Hamburg auch unter Vertrag stehen.

Ich bin nicht naiv und kenne auch die Strömungen in Hamburg.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“

Sollte Walter also womöglich auch beim dann fünften HSV-Jahr in Folge in Liga zwei im Amt bleiben dürfen? „Alle Gremien des Clubs haben sich zu 100 Prozent unserem Weg verschrieben“, wird HSV-Sportvorstand Jonas Boldt vom „Hamburger Abendblatt“ zitiert. Der gemeinsame Weg soll dieser Aussage zufolge also weiter beschritten werden. Aber schließt dies einen Umbruch automatisch aus?

HSV muss und will junge Spieler entwickeln – und kann sogar noch DFB-Pokalsieger werden

Fakt ist: Der HSV will und muss Jugendspieler kontinuierlich fördern, denn finanziell auf Rosen gebettet ist man nicht. Mit einer Mischung aus Youngsters und arrivierten Kickern wollen die Rothosen weiterhin oben anklopfen – und bestenfalls wieder in die 1. Fußball-Bundesliga zurückkehren. Personelle Konsequenzen hält Boldt indes für ausgeschlossen:

Es gibt keine Veranlassung dazu. Alles andere wäre komplett am Thema vorbei, wenn wir über Glaubwürdigkeit reden.

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt schließt personelle Konsequenzen bei den Rothosen aus

Stattdessen will der HSV-Entscheider seinen Fokus lieber auf das Hier und Jetzt legen. Als Saison-Highlight ist zweifelsohne das DFB-Pokalhalbfinale gegen den SC Freiburg am 19. April 2022 zu bezeichnen. Siegt der HSV, winkt im Pokalfinale nicht nur die Chance auf einen Titelgewinn, sondern auch die Qualifikation für die Europa League. Doch am besten erstmal einen Schritt nach dem anderen machen.

Personalplanung beim HSV: Rothosen wollen Vuskovic, Muheim, Rohr und Heyer halten

Dies bedeutet für den HSV aber auch, sich mit dem Personal für die Spielzeit 2022/2023 zu beschäftigen. Die Leihspieler Mario Vuskovic und Miro Muheim sollen gehalten und fest verpflichtet werden. Zudem sollen die Verträge mit Ergänzungsspieler Maximilian Rohr und Defensiv-Allrounder Moritz Heyer verlängert werden.

Das HSV-Dreigestirn Boldt, Mutzel und Walter findet einen nach wie vor entwicklungsfähigen Kader vor, mit dem in der neuen Saison oben angegriffen werden soll. Das dieser Weg mitunter steinig sein kann, ist sich auch Boldt bewusst. Aktuell stellt er beim Team eine „Delle“ hinsichtlich der Entwicklung fest. Aus dieser gilt es für den HSV schnellstmöglich wieder herauszukommen. Denn: „Dieser Weg erfordert Geduld und er ist für mich die einzige Möglichkeit, an diesem Standort erfolgreich zu sein“. * 24hamburg.de und deichstube.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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