Mittelfeldmann ist eine Alternative

HSV-Verletzte: Zwei Ausfälle – bleibt Jung jetzt doch?

Gideon Jung (li.) und Hamburgs Orel Mangala betreten beim Trainingsauftakt des Hamburger SV den Platz.
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Gideon Jung (vo.) gerät nach den Ausfällen beim HSV in den Fokus. (24hamburg.de-Montage)
  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Nachdem HSV-Trainer Daniel Thioune Gideon Jung zuletzt einen Transfer nahelegte, gibt‘s ein Umdenken. Der 26-Jährige ist zur Alternative geworden und soll bleiben.

  • Für Gideon Jung reichte es beim HSV lange nur zu einem Platz auf der Ersatzbank oder der Tribüne.
  • Durch Verletzungssorgen beim Hamburger SV ist der 26-Jährige nun wieder eine Alternative.
  • Nachdem Coach Daniel Thioune Jung zunächst zum Wechsel riet, ist dies nun wohl vom Tisch.

Update vom 5. Januar, 10.40 Uhr: Hamburg – Nachdem der Hamburger SV zuletzt mit Jan Gyamerah (Verletzung im Sprunggelenk) und Klaus Gjasula (Innenbandriss im Sprunggelenk) zwei längerfristige Ausfälle zu beklagen hatte, scheint dies auch für die Situation von Gideon Jung und eine mögliche Zukunft beim Zweitligisten Folgen zu haben. Hatte HSV-Trainer Daniel Thioune seinem Schützling mangels Spielpraxis zuletzt noch dazu geraten, sich über einen Vereinswechsel im Winter Gedanken zu machen, so ist dieses Thema nun – zumindest vorerst – vom Tisch.

Fußballspieler:Gideon Jung
Geboren:12. September 1994 (Alter: 26 Jahre) in Düssseldorf
Größe:1,89 Meter
Gewicht:76 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (Rückennummer: 28)
Beitrittsdaten:2017 (Deutsche U21-Nationalmannschaft), 2014 (Hamburger SV), 2013 (Rot-Weiß Oberhausen)

„Kurzfristig können wir die Ausfälle kompensieren“, erklärt HSV-Coach Daniel Thioune mit Blick auf die Fehlzeiten von Jan Gyamerah und Klaus Gjasula. Soll heißen: Der Übungsleiter der „Rothosen“ baut aktuell auf den vorhandenen Kader statt auf eventuelle Neuzugänge – und an dieser Stelle schlägt Jungs Stunde: Im zentralen defensiven Bereich ist der 26-Jährige nun als Backup gefordert und dürfte, mit mehr Spielzeit ausgestattet, eine wichtige Rolle spielen. Ein Wechsel – Jung steht dem Vernehmen nach bei anderen Zweitligisten auf dem Zettel – ist damit unwahrscheinlicher geworden.

HSV: Trainer Daniel Thioune legt Gideon Jung einen Vereinswechsel nahe

Update vom 8. Dezember, 9.13 Uhr: Für Gideon Jung läuft es beim Hamburger SV weiterhin alles andere als rund. Der Defensiv-Spezialist kommt unter Trainer Daniel Thioune einfach nicht so zum Zug, wie er sich vorstellt. Auch am vergangenen Wochenende in der Partie gegen Hannover 96, die für die Hanseaten die dritte Niederlage in Serie brachte, saß der 26-Jährige erneut nur auf der Bank. Sein letzter Einsatz im HSV-Trikot in der Zweiten Bundesliga datiert vom 24. Oktober 2020 aus der Partie gegen Kickers Würzburg. Die Zeichen bei Jung, der gerne mehr Spielzeit haben würde, stehen also nach wie vor auf Abschied — und auch HSV-Coach Thioune gibt dem 26-Jährigen zu verstehen, dass er dies offenbar für das Beste hält.

„Alle wissen: Gideon hätte sich vor der Saison gerne verändert. Das hat er bis zum Ende der Wechselperiode forciert. Er hat seine Spielzeit bekommen, war aber nicht so gut und effektiv bei seinem Aufritt gegen Würzburg. Jetzt läuft er vielleicht ein bisschen hinterher“, sagte Thioune in einer Medienrunde. Er habe von Jungs Auftreten „etwas mitgenommen — und nicht hurra geschrien“, so der HSV-Trainer, der mit Blick auf den 26-Jährigen und weitere wechselwillige Spieler im HSV-Kader feststellt: „Wer unzufrieden ist, darf sich Gedanken machen, sich zu verändern. Bei denen, die dazu gehören, wird man sicherlich eine Lösung finden. Dann kann man sich woanders vorstellen und hier auch eine ruhige Situation schaffen.“

Gideon Jung (vo.) gerät nach den Ausfällen beim HSV in den Fokus. (24hamburg.de-Montage)

HSV: Trainer Daniel Thioune „mag Gideon als Menschen sehr, aber davon muss ich mich lösen“

Update vom 26. November, 10.01 Uhr: HSV-Trainer Daniel Thioune hat im Nachgang des Zweitliga-Spiels gegen den VfL Bochum vom vergangenen Wochenende erklärt, warum Gideon Jung für die Partie nicht für den Kader berücksichtigt wurde. „Ich habe mich eher für den Spezialisten auf der jeweiligen Position entschieden. Mir war klar: Ich habe mit Stephan Ambrosius einen Innenverteidiger auf der Bank, ich habe mit Moritz Heyer einen auf dem Platz der innen spielen kann. Zudem hatten wir mit Klaus Gjasula einen tiefen Sechser draußen“, erklärte Thioune der „Mopo“. Aus diesem Grund habe er von Jungs Nominierung Abstand genommen und „mich für die Spezialisten entschieden. Aber es war eine schwere Entscheidung, keine Frage.“ Er möge „Gideon als Menschen und Typ sehr“, so Thioune, „aber davon muss ich mich lösen.“

HSV: Defensivspieler Jung von Trainer Thioune für Bochum-Spiel nicht berücksichtigt

Erstmeldung vom 24. November 2020:

Hamburg – An der ersten Saison-Niederlage des Hamburger SV gegen den VfL Bochum am zurückliegenden Wochenende konnte Gideon Jung nichts ändern. Wie auch? Während seine Teamkollegen im Volksparkstadion dem Ruhrpott-Club mit 1:3 unterlagen, stand der 26-Jährige nämlich nicht mal auf dem Platz. Nachdem der Defensivmann in den ersten fünf Spielen der aktuellen Saison jeweils unterschiedlich lang hatte spielen dürfen, saß er dann gegen den FC St. Pauli und Holstein Kiel jeweils nur auf der Bank. Gegen Bochum reichte es noch nicht einmal mehr dazu.

Coach Daniel Thioune entschloss sich, Jung für das Bochum-Spiel nicht in den Kader zu berufen, sodass der 26-Jährige den katastrophalen Auftritt der Hamburger, Thiounes Systemänderung mit einer Dreier-Abwehrkette und auch den fragwürdigen Vierfach-Wechsel des HSV-Trainers nach den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich, den Stürmer Simon Terodde mit einem Foulelfmeter gegen seinen Ex-Club erzielt hatte, außerhalb des Geschehens mitansehen musste.

HSV: Trainer Daniel Thioune zieht andere Spieler derzeit Gideon Jung vor

Das könnte langfristige Folgen haben, wie nun die Mopo berichtet. Die Ausgangslage ist klar: Jung braucht und will Spielpraxis bekommen, doch beim HSV dürfte dies für den 1,89 Meter-Mann, der sowohl in der Innenverteidigung als auch im zentralen defensiven Mittelfeld einsetzbar ist, schwer realisierbar sein. Denn auf beiden Postionen hat Jung andere veritable Kicker vor sich, denen HSV-Trainer Thioune derzeit den Vorzug vor dem 26-Jährigen gibt, der im Sommer 2014 von Rot-Weiß Oberhausen zum Club aus dem Volksparkstadion gewechselt war.

Geht es um die Besetzung der Innenverteidigung, dann setzt Daniel Thioune in der Abwehrmitte momentan eher auf Toni Leistner, Stephan Ambrosius oder aber Moritz Heyer, den der HSV-Coach noch aus gemeinsamen Tagen beim VfL Osnabrück kennt. Heyer hat auch im defensiven Mittelfeld gegenüber Jung die Nase vorn. Gleiches gilt auf dieser Position zudem auch für Amadou Onana und Klaus Gjasula, die in der Gunst Thiounes noch vor Gideon Jung stehen.

Hamburger SV: Gideon Jung fehlt die nötige Spielpraxis

Dass sich Jungs Lage in diese Richtung entwickeln könnte, hatte sich schon im Sommer abgezeichnet. Bereits da hatte der HSV klar angedeutet, dass man Jung einen Vereinswechsel nahelegen würde. „Es ist wichtig, dass junge Spieler Spielpraxis bekommen“, hatte Trainer Daniel Thioune damals gesagt. Obwohl es seinerzeit bei dieser Aussage in erster Linie um den inzwischen vom HSV zu Jahn Regensburg ausgeliehenen Aaron Opoku ging, gilt dies auch für Jung. Für diesen soll es damals Interessenten aus England gegeben haben. Zudem war der 1. FC Nürnberg, wo Ex-HSV-Trainer Dieter Hecking inzwischen als Sportvorstand tätig ist, interessiert. Jung jedoch entschied sich für einen Verbleib im Volksparkstadion.

HSV-Stürmer: Chancenlos gegen Simon Terodde – steht auch Lukas Hinterseer vorm Winter-Wechsel?

Jung gesellt sich bei den Wechselkandidaten damit zu Lukas Hinterseer, für den es derzeit im Sturm des HSV kein Vorbeikommen an Simon Terodde gibt, bei dem HSV-Legende Uwe Seeler unlängst empfahl, die Hamburger müssten mit dem Angreifer, dessen Vertrag am Ende der laufenden Saison ausläuft und sich nur bei einem Aufstieg in die Erste Bundesliga automatisch verlängert, unbedingt auch unabhängig vom Aufstieg verlängern.

Für HInterseer soll es bereits Interessenten aus der Zweiten Bundesliga und der Championship, der Zweiten Liga in England, geben. Dies sei auch das fußballerische Traumland des 29-jährigen, wie zumindest die österreichische Kronen-Zeitung jüngst berichtete. Spekuliert wird, dass der 29-Jährige den HSV verlassen könnte, wenn ein Club bereit ist, zwischen 500.000 und einer Million Euro als Ablösesumme zu bezahlen. In der laufenden Saison stehen für den HSV-Stürmer bislang gerade einmal drei Zweitliga-Einsätze zu Buche, bei denen er insgesamt nicht mal eine halbe Stunde auf dem Platz stand. Im DFB-Pokal kommt Hinterseer auf 60 Minuten Einsatzzeit.

Wenig Anlass zum Jubeln: In dieser Saison kam Lukas Hinterseer noch nicht richtig zum Zug.

In der vergangenen Saison hatte der Österreicher, der im Sommer 2019 vom Liga-Konkurrenten VfL Bochum in die Hansestadt gewechselt war, hingegen seine Qualitäten noch deutlich unter Beweis stellen dürfen: In 29 Spielen in der Zweiten Bundesliga erzielte Hinterseer in der Spielzeit 2019/2020 neun Treffer für die Rothosen. Im DFB-Pokal kam der Stürmer in der vorherigen Saison zwei Mal zum Einsatz und traf dabei ein Mal ins Schwarze. Eine Perspektive, die für Hintserseer so derzeit nicht gegeben scheint. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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