Seit 205 Minuten ohne Tor

HSV: Torflaute – Terodde sucht seinen Torriecher

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Zum ersten Mal in dieser Saison erzielte der HSV im Spiel gegen Hannover 96 am Samstag kein Tor. Top-Stürmer Simon Terodde vergab dabei gleich mehrere Chancen.

  • Der HSV verlor am Samstag, 5. Dezember 2020, gegen Hannover 96 mit 0:1.
  • Zum ersten Mal in dieser Saison schossen die Hamburger kein Tor.
  • Top-Stürmer Simon Terodde vergab mehrere Chancen und entschuldigt sich.

Hamburg – „24 Stunden geärgert. Analysiert. Kopf Hoch, Brust raus“. Das sind die Worte unter einem Instagram-Post von HSV-Topstürmer Simon Terodde am Sonntagabend. Nach der 0:1-Pleite gegen Hannover 96 saß der Frust beim 32-Jährigen zunächst tief. Zu viele Chancen hatte der Hamburger im Spiel vergeben. Schon im Interview nach dem Spiel haderte er mit sich selbst: „Für mich war es ein bitterer Nachmittag, weil ich der Mannschaft nicht helfen konnte“, sagte er.

Fußballspieler:Simon Terodde
Geboren:2. März 1988 (Alter 32 Jahre), Bocholt
Größe:1,92 m
Aktuelles Team:Hamburger SV (#9 / Stürmer)
Ehepartnerin: Laura Terodde

Hamburger SV: Von Thiounes Plan war in den ersten 25 Minuten wenig zu sehen

Es war ein bitterer Nachmittag für das Team des Hamburger SVs*. Unter der Woche hatte sich das Team von Trainer Daniel Thioune für das Spiel gegen Hannover 96 einiges vorgenommen. „Wir wollen 90 Minuten Resistenz gegen den Ball entwickeln“, sagte Thioune in der Pressekonferenz vor dem Spiel. Außerdem wolle man die kleinen Fehler aus dem Heidenheim-Spiel abstellen und „dass die Momente der Energie deutlich länger anhalten“.

HSV-Stürmer Simon Terodde ist seit 205 Minuten torlos. (24hamburg.de-Montage)

Im Spiel war davon zunächst nichts zu sehen. So konnten die Hannoveraner durch Hendrik Weydandt schon in der 13. Minute in Führung gehen. Einen Eckball verlängerte zunächst der Hannoveraner Jaka Bijol so, dass der Ball genau vor den Füßen des Hamburgers Khaled Narey landete. Von dort prallte der Ball direkt vor die Füße von Hannover-Stürmer Weydandt, der nur noch einschieben musste. Das wars dann schon gewesen mit Thiounes Plan.

Hamburger SV: Trotz zahlreicher Chancen gelingt dem HSV nicht der Ausgleich

In der zweiten Halbzeit war der HSV im Volksparkstadion* die deutlich bessere Mannschaft. Während sich Hannover fast ausschließlich auf die Defensive konzentrierte, hatten die Hamburger zahlreiche Großchancen. Allein HSV-Topstürmer Simon Terodde vergab in der 43., 77. und 90. Minute gleich drei Großchancen. Immer wieder scheiterte der Hamburger an Hannovers Torwart Michael Esser.

Dazu kamen sehr gute Möglichkeiten von Verteidiger Josha Vagnoman (44. Minute) und Aaron Hunt in der 85. Minute. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Hannover-Keeper Michael Esser erlebte in Hamburg einen echten Sahne-Tag. Das lobte auch Hannovers Sportchef Gerhard Zuber im BILD-Interview: „Was er rausgefischt hat – das war Eins mit Sternchen“.

Hamburger SV: Top-Stürmer Simon Terodde seit zwei Spielen ohne Treffer

Was auf den ersten Blick noch überhaupt nicht ungewöhnlich klingt, ist für den Hamburger SV ein echtes Problem. Stürmer Simon Terodde ist nun seit zwei Spieltagen ohne Treffer. Dabei ist der 32-Jährige, was Tore angeht, so etwas wie die Hamburger Lebensversicherung. Immerhin verdanken die Hanseaten ihm bereits neun Saisontore. Zuletzt traf Terodde bei der 1:3-Niederlage gegen den VfL Bochum per Strafstoß. Bedeutet: Seit 205 Minuten warten Simon Terodde und alle HSVer auf einen Treffer.

Besonders im Spiel gegen Hannover 96 hätte der HSV einen Treffer so dringend gebraucht. Das weiß auch Terodde selbst und sagte in einem Interview mit der Bild nach dem Spiel: „Wir, besonders ich, hatten unglaublich viele Chancen. Ich hätte mit Toren helfen müssen. Daher tut es mir unglaublich leid für die Mannschaft. Dass mir das nicht gelungen ist“ und: „Ich muss die Dinger einfach machen, dann werden wir wieder gewinnen.“

Hamburger SV: Trotz Teroddes Torflaute – der Depp des Spiels war ein anderer

Trotz zahlreicher vergebener Chancen zeigte Simon Terodde am Samstag wenigstens den nötigen Willen das Spiel noch zu drehen. Ganz anders: Mittelfeldmann Sonny Kittel. Schon in den letzten Wochen fiel der 27-Jährige vor allem durch Lustlosigkeit auf. Am Samstag setzte der gebürtige Gießener dem Ganzen aber die Krone auf.

In der 13. Minute sah der Hamburger wegen eines Remplers an Hannovers Muroya die erste gelbe Karte. Nur 12 Minuten später holte sich Kittel dann die gelb-rote Karte ab. Völlig unnötig foulte der Mittelfeldmann den bereits im Seitenaus stehenden Sei Muroya. Und das auch noch direkt vor Hannovers Auswechselbank. Zurecht der Platzverweis für den 27-Jährigen. „Die Aktion von Sonny war saudumm. Das weiß er selbst“, befand auch HSV-Sportvorstand Jonas Boldt im Interview mit der Bild. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa & Axel Heimken/dpa

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