Sogar Lob aus Paderborn

Bundesliga-Comeback in diesem Jahr? Der HSV beeindruckt die Konkurrenz

Der HSV ist seit neun Spielen unbesiegt und hat in dieser Zeit 23 Punkte geholt. Auch Paderborns Trainer Baumgart sieht in dem HSV den Aufstiegsfavoriten.

Hamburg – Trainer Steffen Baumgart vom SC Paderborn war voll des Lobes für den HSV 2020/2021. „Wir haben heute bei der Spitzenmannschaft verloren“, sagte der Ex-Profi am Samstag nach der 1:3 (1:2)-Niederlage beim Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga. So haben sich die Zeiten geändert: Im Mai 2019 unterlagen die Hamburger SV noch mit 1:4 in Paderborn und verspielten damit die Chance auf die Rückkehr in die Bundesliga. Statt des HSV stieg damals der SCP ins Fußball-Oberhaus auf. Am Samstag hingegen ließ der HSV den Gästen keine Chance und hält mit 40 Punkten klaren Kurs auf die 1. Liga.

VereinHamburger Sportverein
Gegründet1887
StadionVolksparkstadion
VorsitzenderMarcell Jansen

Viel spricht dafür, dass die in den vergangenen beiden Spielzeiten gescheiterten Norddeutschen nun im dritten Anlauf die Episode Zweitklassigkeit beenden. Baumgart sieht in den Hamburgern die Aufstiegsfavoriten: „Ich halte sie in diesem Jahr für sehr, sehr stabil und sehr klar. Sie haben gute Jungs in ihren Reihen, die für ein bisschen Ruhe sorgen und in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen“, lobte Paderborns Trainer. „Sie spielen nicht nur Fußball, sondern verteidigen mittlerweile auch sehr gut und gehen an Grenzen. Das ist wichtig, wenn du aufsteigen willst.“

Der HSV blieb in den vergangenen neun Saisonspielen und ließ nur einmal mehr als ein Gegentor zu – beim 4:2 in Braunschweig. Mit 43 Toren hat der HSV zudem die beste Offensive der 2. Liga. Ebenfalls wichtig ist, dass die Hanseaten nicht einzig und allein von Simon Terodde abhängig sind. Trifft der Top-Torjäger der 2. Liga (17 Saisontore) nicht, wie zuletzt gegen Paderborn, tragen sich andere Spieler in die Torschützenliste ein. Defensiv-Allrounder Moritz Heyer brachte den HSV in Führung, Sonny Kittel traf doppelt.

HSV: Sonny Kittel nach Platzverweis in Topform

Überhaupt befindet sich Kittel in einer glänzenden Form. Stand der Offensivspieler Anfang Dezember wegen seines unnötigen Platzverweises gegen Hannover 96 noch in der Kritik, erweist er sich seit der damals folgenden Sperre als überaus effektiv: In den letzten sieben Spielen hat er drei Tore erzielt und fünf weitere Treffer vorbereitet. „Wir haben immer betont, was für ein wichtiger Faktor er innerhalb des Vereins und des Teams ist. Wir freuen uns, dass er glänzt. Er macht das richtig gut und hat selbst viel dafür getan“, befand Thioune.

Gewinner-Typen: Der HSV ist auf einem guten Weg, zurück in die 1. Bundesliga zu kehren.

Bleibt nur noch eine Frage: Macht die stabile Verteidigung und die schwer ausrechenbare Offensive den HSV nun wirklich zu einer Spitzenmannschaft, wie Steffen Baumgart betont? Immerhin scheinen die Hamburger derzeit so gut besetzt zu sein, dass sie kurzfristige Ausfälle kompensieren können. 

Als Innenverteidiger Toni Leistner nach 16 Minuten verletzt das Spielfeld verlassen musste, rückte Heyer auf dessen Position. Der 19-jährige Onana Amadou kam in die Partie und übernahm Heyers Aufgabe im defensiven Mittelfeld. Ein Qualitätsabfall im HSV-Spiel war nicht zu erkennen.

Dennoch gibt sich Trainer Thioune bei der Kategorisierung Spitzenmannschaft zurückhaltend: „Eine Spitzenmannschaft ist schwer zu definieren. Wir brauchen eine brutale Intensität gegen den Ball, eine Idee mit dem Ball und von der Umsetzung und müssen im Spiel klar sein. Ob das eine Spitzenmannschaft auszeichnet? Ich glaube ja, wenn man nahezu an 100 Prozent in diesen Bereichen kommt. Aber das muss man Woche für Woche beweisen.“ Das gilt bereits wieder am Freitagabend, wenn der HSV beim FC Erzgebirge Aue zu Gast sein wird. 

Rubriklistenbild: © dpa/Christian Charisius

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