Sportlich im hohen Norden

Hamburger SV: Dino-Fußball im Volksparkstadion, Trainer Hecking, Spieler und Co.

  • Nicolai Hackbart
    vonNicolai Hackbart
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Hamburger SV: Der Verein prägt die Sportkultur der Hansestadt. Fans können gemeinsam mit Dino Hermann dem nächsten Derby entgegenfiebern.

  • Die Geschichte des Hamburger SV – vor und nach dem Abstieg – hält auch für eingefleischte Fans noch so manche Überraschung parat.
  • Die Mannschaft begrüßte schon manche Superstars in den eigenen Reihen – doch Spielertransfers verändern die Kaderstruktur in Hamburg beständig.
  • Die Fankultur rund um den HSV könnte nicht größer sein. Fanartikel in schwarz-weiß-blau finden hohe Abnehmerzahlen.

Hamburg – Der traditionsreiche Hamburger Sportverein (HSV) gehört für viele Einwohner wie auch Touristen zur Hansestadt. Gründung, Geschichte, aber auch viele berühmte Spieler und Mitglieder prägten und prägen den Wandel Hamburgs und sind ein wichtiger Teil der Stadthistorie. Auch das Maskottchen, der berühmte Dino Hermann, ist inzwischen weltbekannt und erfreut nicht nur die Fans der Rothosen, sondern in Form von Plüschtieren und als Print auf Fanartikeln auch zahlreiche Besucher und Kinder. Seit dem Abstieg in der Saison 2017/18 spielt der Hamburger SV in der 2. Bundesliga.

Das Volksparkstadion als Heimat des Hamburger SV: Anfahrt, Besucherzahl, Umbau

Heimspiele des Hamburger SV werden seit Jahrzehnten im Volksparkstadion abgehalten. Die Nordtribüne gehört dabei den HSV-Fans – wobei das Stadion zahlreiche Male umgebaut wurde. Vor allem für die Weltmeisterschaft 2006 wurden millionenschwere Investitionen für mehr Sicherheit, eine allgemeine Instandhaltung sowie den Ausbau des Stadions getätigt. Im Zuge dieser Umbauarbeiten hat der Fußball-Verein zudem ein eigenes Trainingszentrum anbauen lassen, das dem HSV seit dem Jahr 2004 als wichtigstes Trainingsgelände dient.

Insgesamt bietet das Volksparkstadion ausreichend Platz für 57.000 Besucher, weswegen das Stadion häufig auch für große Konzerte und Veranstaltungen gebucht wird. Haupteigentümer ist die HSV Fußball AG. Das Stadion sowie das gesamte Grundstück wurde 1998 für den symbolischen Betrag einer einzigen D-Mark von der Stadt Hamburg erworben.

Obwohl rundherum zahlreiche Parkplätze angesiedelt sind, empfiehlt es sich vor allem bei gut besuchten Veranstaltungen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln des HVVs anzureisen. Das Museum am Volksparkstadion kann an Spieltagen von 9:30 Uhr bis 15 Minuten vor Spielbeginn und an allen anderen Tagen von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Verschiedene Führungen stehen zur Auswahl. Einen virtuellen Rundgang durch das Stadion des Hamburger SV können Interessierte auch auf der Homepage des Vereins erleben.

Hamburger SV: Tickets und Online-Fanshop

Wer hautnah dabei sein möchte, kann sich im Online-Shop des Hamburger SV Tickets sichern. Je nach Spielplan sind besonders beliebte Derbys häufig schon früh ausverkauft. Hier ist es ratsam, im Vorverkauf ein paar Karten zu sichern. Eine HSV-Mitgliedschaft kann ganzjährig erworben werden.

Wer im passenden Outfit beim Spiel erscheinen möchte, wird ebenfalls im Online-Shop des Hamburger SV fündig. Ob Pullover, Trikot, Schal, Mütze, Bettwäsche, Flagge oder Rucksack, hier reihen sich alle möglichen Fanartikel aneinander und bieten eine große Auswahl an Artikeln in Blau und Weiß. Besonders die kleinen Nachwuchs-Fans freuen sich zudem über ein Dino-Hermann-Plüschtier. Das berühmte Maskottchen des Hamburger SV schafft es mit seiner stattlichen Größe von 210 Zentimetern und dem gepunkteten Fell, die Rothosen und Fans stets auf Trab zu halten.

Aktuelle Informationen über dem Hamburger SV gibt es nicht nur auf dem vereinseigenen Blog, sondern auch auf der weit bekannten Webseite „Rautenperle”. Die Redaktion rund um den Mitbegründer Marcus ‚Scholle‘ Scholz haben ihren Fußballverein täglich im Blick und versorgen alle HSV-Fans mit den aktuellen Nachrichten rund um ihren Verein. Neben der Webseite ist Rautenperle auch auf Facebook, Instagram, Spotify und Twitter vertreten.

Hamburger SV: Aktionen am Transfermarkt

Nach dem offiziellen Saison-Aus geht es auf dem Transfermarkt in der Regel rund. Besonders hart getroffen wurde der Hamburger SV – wie erwartet – nach dem Abstieg im Juni 2018. Zahlreiche Stars wie Filip Kostić, André Hahn und Jann-Fiete Arp verließen den HSV und machten Platz für neue Gesichter. Auch um den Kader der laufenden Saison ranken sich wieder zahlreiche Transfergerüchte

Zugleich kommt auch die Nachwuchsarbeit keineswegs zu kurz. Mit den HSV Young Talents haben verschiedene Klubs aus dem Umland ein Projekt auf die Beine gestellt, mit dem schon der interessierten Jugend das richtige Dribbeln, Passen und Elfmeterschießen beigebracht wird. Der HSV bietet ein umfassendes Sportangebot in den Altersklassen U14, U15, U16, U17, U19, U21 und U23 an. Ob der Klub in der Krise neue vielversprechende Spieler rekrutieren kann, hängt sicherlich davon ab, ob der Aufstieg 2020 mit Trainer Hecking gelingt oder ob sich die Fans des Hamburger SV im zweiten Jahr in Folge auf zahlreiche Niederlagen einstellen müssen.

Hamburger SV: So sieht der aktuelle Spieler-Kader aus

Diese Spieler bilden aktuell (Stand April 2020) den Profi-Kader des HSV:

Jobs beim HSV: auch neben dem Spielfeld

Natürlich ist der Hamburger SV jederzeit auf Talentsuche für Nachwuchs-Fußballprofis. Aber auch neben dem Rampenlicht werden jederzeit helfende Hände benötigt. Auf dem Jobportal des HSV werden laufend Festanstellungen, Aushilfsstellen und Praktikanten-Jobs vergeben. Auch ein duales Studium mit der Hamburg School of Business Administration ist möglich. Außerdem sucht der HSV für jede Saison “HSV-Helfer”.

Hamburger SV im kräftezehrenden Aufstiegskampf

Am 12. Mai 2018 war es schließlich so weit: Zum ersten Mal seit knapp 55 Jahren musste sich der legendäre Fußball-Verein trotz eines 2:1 Siegs gegen Gladbach in die 2. Bundesliga verabschieden. Das Spiel endete unrühmlich mit Tumulten auf der Fantribüne und musste wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff sogar unterbrochen werden. 

2019 wäre den Rothosen dann fast wieder der Aufstieg gelungen – allerdings nur fast! Gegen den Rivalen SC Paderborn ging die Mannschaft mit 1:4 als Derby-Verlierer vom Platz und hätte im letzten Spiel gegen den MSV Duisburg noch satte 21 Tore schießen müssen, um den begehrten Relegationsplatz zu erobern. Dies gelang dem Kader wie erwartet nicht – und so beanspruchten der 1. FC Köln, der SC Paderborn und der 1. FC Union Berlin überraschend den Saisonaufstieg für sich. Der Hamburger SV beendete die Saison auf Rang 4 der 2. Bundesliga.

Jubelnde HSV-Fans

Hamburger SV im Derby gegen den FC St. Pauli

Auch der Erzrivale FC St. Pauli spielt in der laufenden Saison in der zweiten Liga. Als unangenehmster Gegner des Hamburger SV in der Saison schickten die Braun-Weißen die Rothosen am 16. September 2019 als Loser vom Platz. Bei der zweiten 0:2-Derby-Pleite im Volksparkstadion gegen den FC St. Pauli am Samstag, 22. Februar 2020 gingen dann radikale Fans, wie die HSV-Ultras, auf die Barrikaden gegen ihren eigenen Verein: Denn seither sind die Rauten in der Hansestadt für lange Zeit als „Doppelderby-Verlierer“ abgestempelt.

Hamburger SV: Gründung, Geschichte und Meilensteine

Wenngleich sich der Hamburger SV aktuell im Aufstiegskampf befindet, kann der Verein auf eine erfolgreiche und langjährige Geschichte in der 1. Bundesliga zurückblicken. Als offizielles Gründungsdatum des HSV gilt der 29. September 1887. Aus den Gründervereinen SC Germania, Hamburger FC und FC Falke 06 wurde schließlich der Hamburger SV. Neben Fußball war in den ersten Jahren vor allem Leichtathletik das Steckenpferd des Vereins. Besonders in den 1920er Jahren gewann aber vor allem die Fußball-Mannschaft weit über die Stadtgrenzen heraus an Bekanntheit und eroberte 1923 und 1928 sogar den Meisterschaftstitel. Auch in den Jahren 1960, 1979, 1982 und 1983 waren die Rothosen die erfolgreichste Fußball-Mannschaft Deutschlands. Bedeutendster HSV-Spieler der Vergangenheit ist Fußball-Legende Uwe Seeler – sein Fuß ist mittels Statue vor dem Volksparkstadion verewigt.

Zuletzt wurde das HSV-Angebot durch die Aufnahme der Futsal-Rekordmeister Hamburg Panthers sowie des Eislauf-Vereins 1922 e. V. ausgeweitet. Auch Reitsport, Eishockey und Gesundheitssport gehören inzwischen zum Hamburger SV. Die berühmteste und nach wie vor erfolgreichste Sparte ist und bleibt allerdings das runde Leder.

Hamburger SV und seine bekanntesten Superstars

Obwohl sich Fans natürlich über die talentierte Jugend freuen, gibt es doch ein paar Legenden, an die man besonders gerne zurückdenkt. Rafael van der Vaart, der niederländische Nationalspieler, gilt nach wie vor als teuerster Neueinkauf der HSV-Geschichte. Mit ihm gelang den Rothosen 2006 sogar der Sprung in die Champions League. Ruud van Nistelrooy, niederländischer Nationalstürmer und ehemaliger Manchester United Spieler, erzielte 2010 für den Hamburger SV zwölf Tore in nur 36 Ligaspielen und ist heute für Manchester United, die Red Devils, tätig. 

Publikumsliebling Jörg Albertz wurde mit dem Spitznamen „The Hammer“ geehrt und geht als einer der beliebtesten Mittelfeldspieler in die Klubgeschichte des HSV ein. Marcell Jansen beschloss im Jahr 2015 nach knapp sieben Jahren Profi-Karriere beim Hamburger SV sein Trikot an den Nagel zu hängen und wurde 2019 schließlich zum HSV-Präsidenten gewählt. Auf Instagram hält er seine zahlreichen Follower mit den neuesten News zum Verein auf dem Laufenden.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christian Charisius/dpa

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