Gegen Bochum auf verlorenem Posten 

HSV-Pleite gegen Bochum: Kurskorrektur oder nicht? Thioune gibt sich kämpferisch

  • Jan Knötzsch
    VonJan Knötzsch
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Am Sonntag verlor der HSV gegen Bochum erstmals in dieser Saison. Dennoch sieht Trainer Daniel Thioune nach dem katastrophalen Auftritt keinen Grund zur Sorge.  

  • Niederlage gegen Bochum ist für den Hamburger SV das erste verlorene Zweitliga-Spiel der Saison.
  • HSV-Trainer Daniel Thioune verteidigt seine stetigen Startelf-Wechselspiele.
  • Nur Stürmer Simon Terodde trifft bei der Pleite im Volksparkstadion.

Hamburg – Als Schiedsrichter Tobias Reichel am Sonntagnachmittag die Partie des Hamburger SV gegen den VfL Bochum im Volksparkstadion abpfiff, stand es auch schwarz auf weiß endgültig fest: Nach sieben Spielen, in denen der HSV in der laufenden Saison der Zweiten Bundesliga den Platz nicht als Verlierer verließ, mussten sich die Schützlinge von Trainer Daniel Thioune nun erstmals geschlagen geben. Der HSV unterlag im ersten durch Corona bedingten Geisterspiel der Spielzeit den Bochumern mit 1:3 und bot dabei einen katastrophalen Auftritt, den Coach Daniel Thioune zum Teil auch auf seine Kappe nahm. 

FußballtrainerDaniel Thioune
Geboren21. Juli 1974 (Alter: 46 Jahre) in Georgsmarienhütte
Größe1,83 Meter
Bisherige TrainerstationenHamburger SV (seit 2020), VfL Osnabrück (2017-2020)

Nur wenige Stunden nach der Niederlage war Thioune am Sonntagabend im NDR-Sportclub zu Gast, wo er zugab: „Wir haben vieles nicht richtig gewählt – vielleicht auch die Taktik nicht.“ Die Hamburger traten im Volksparkstadion im ungewohnten 3-4-1-2-System an. Thioune ließ in der Abwehr den bislang gesetzten Stephan Ambrosius überraschend auf der Bank. Auf dem Feld des Volksparkstadions hatte der HSV in den 90 Minuten Probleme mit dem hohen Pressing der Bochumer. „Damit sind wir nicht zurechtgekommen“ bekannte Thioune

HSV-Trainer Daniel Thioune verlor mit seinem Team gegen den VfL Bochum erstmals in dieser Saison.

HSV: Coach Daniel Thioune setzt gegen Bochum auf neue Taktik — und liegt daneben

Seine Mannschaft habe, so Thioune, „nicht die nötige Ball-Qualität und das Positionsspiel“ gehabt. „Der VfL Bochum hat uns die Grenzen aufgezeigt”, erklärte der HSV-Coach, der sich zusätzlich zur Taktik-Frage auch die Kritik gefallen lassen muss, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich vier Auswechselungen auf einmal vollzogen und so möglicherweise den Spielfluss in Reihen seines Teams entscheidend gehemmt zu haben. 

Die Niederlage gegen Bochum, bei der Simon Terodde gegen seinen Ex-Verein den einzigen HSV-Treffer per Elfmeter erzielte, sei allerdings kein Anlass, um in Panik zu verfallen oder eine Kurskorrektur vorzunehmen, meint der Trainer des Hamburger SV: „Man muss immer das große Ganze bewerten. Wir können mit so einer Niederlage umgehen. Wir sehen die letzten acht Spiele und die haben gezeigt, dass wir es auch anders können. Wir besitzen Potenzial – das haben wir nachgewiesen.“

HSV-Trainer Thioune: Acht Spiele, acht verschiedene Start-Aufstellungen

In diesen bisherigen acht Spielen der Saison in der Zweiten Bundesliga bot der HSV bisher achtmal eine unterschiedliche Startformation auf. Ein Umstand, der verhindert, dass sich die Thioune-Kicker richtig finden und einspielen können? Vieles, so erklärt es der Trainer der Hamburger im NDR-Sportclub, sei dynamisch. „Wir hatten Verletzungen, Sperren und Nach-Verpflichtungen und besitzen einen breiten Kader. Wir achten auf Trainingsqualität, den Gegner und das, was uns die Jungs anbieten. Sicher bin ich da dynamischer als der eine oder andere Trainer“, verteidigte Thioune seine stetigen Wechselspiele.  Ganz wichtig sei dabei aber, dass man „aus Überzeugung handle.“

Das gelte auch allgemein für sein Arbeiten beim HSV, wo der 46-Jährige seit dem Juli 2020 das Sagen auf dem Trainerstuhl hat. „Ich will mich weder als Trainer neu erfinden, noch den Fußball revolutionieren“, konstatierte Thioune, der mit Blick auf das durch Corona bedingte Fehlen der Fans, das den HSV Millionensummen kostet, hofft: „57.000 Zuschauer im Stadion und die volle Nordtribüne — das ist etwas, was die Liga bereichert. Wenn Corona vorbei ist, wünsche ich mir, dass wir wieder das bekommen, was es vorher war: „Fußball mit und für Fans.“

„Ich lasse mir von niemandem sagen, dass ich etwas nicht kann“

Daniel Thioune, Trainer Hamburger SV

Hamburger SV: Trainer Daniel Thioune sieht die Aufgabe in Hamburg eher als Chance statt als Risiko

Egal ob mit oder ohne Zuschauer: Daniel Thioune steht in Hamburg unter dem Druck, dass von ihm der Aufstieg und damit die Rückkehr in die Erste Bundesliga mit dem HSV erwartet wird. „Ich sehe den HSV eher als Chance statt als Risiko. Das ist eine Herausforderung statt einer Bedrohung. Ich mache mir keine großen Gedanken, was in Zukunft sein wird. Ich bin im Hier und Jetzt, will Vollgas geben und weiß, wo das Gaspedal ist. Ich lasse mir von niemandem sagen, dass ich etwas nicht kann“, zeigt sich Thioune nach der ersten Niederlage der Saison kämpferisch.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa/picture alliance

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