Aufstiegs-Krise

HSV: Jubel beim Thioune-Team – VfL Bochum ätzt gegen Schiri Brych

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Der HSV gewinnt sein Endspiel gegen den VfL Bochum – trotz schwächerer Leistung in Hälfte zwei. Den Gastgebern stößt vor allem die Schiri-Leistung übel auf.

Update vom 13. März 2021, 6:00 Uhr: Hamburg – Der HSV hat einen großen Schritt im Aufstiegskampf gemacht. Mit 2:0 setze sich das Team von Trainer Daniel Thioune gegen Tabellenführer Bochum durch. Die Bochumer spielten seit der 35. Minute nur noch zu zehnt, weil ein völlig frustrierter Danny Blum beim Stand von 0:1 aus Bochumer Sicht, im Mittelfeld Hamburgs Amadou Onana rüde von den Beinen holte. Er sah von Schiedsrichter Felix Brych die Rote Karte. Onana hatte den HSV in der 28. Minute in Führung gebracht. Danach wurde die Leistung vom HSV immer schwächer und Bochum erspielte sich mehr und mehr Räume. Konnte dabei aber kaum nennenswerte Torchancen erspielen. Khaled Narey macht für die Hamburger dann in der 89. Spielminute den Deckel drauf und erhöhte auf 2:0 für den HSV.

„Wir sind sehr erleichtert“, sagte er nach dem Spiel im Interview mit Sky. Daniel Thioune, der sich bereits vor dem Spiel siegessicher gezeigt hatte, „wir sind einfach wieder dran“, behielt also Recht. Während Hamburg jubelt, nörgelt Bochum. Durch die starke zweite Halbzeit in Unterzahl, wäre ein Unentschieden verdient gewesen, so Trainer Thomas Reis in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Die Fans gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie werfen dem Schiedsrichter vor, parteiisch gewesen zu sein. Zwar sei die Rote Karte berechtigt gewesen, doch schienen die Fans beim Tor von Amadou Onana eine vorherige Abseitsposition erkannt zu haben. Die Bilder der Szene können dies allerdings nicht beweisen. Außerdem hätte für sie Torschütze Khaled Narey ebenfalls vom Platz gestellt gehört. Weil der Bochums Soares unglücklich im Gesicht traf, erlitt dieser eine Platzwunde. Schiedsrichter Brych wertete es als ein Versehen. Danilo Soares hatte in der 54. Minute selbst Glück als er deutlich hörbar durch die Stadionmikrofone „Bist du blind oder was“ in Richtung Linienrichter brüllte. Gut für ihn, dass Brych das überhört hat.

HSV gegen Bochum: Endspiel! Daniel Thioune labert Druck klein

Erstmeldung vom 11. März 2021, 12:20 Uhr:

Hamburg – Der Tag der Wahrheit für den HSV rückt näher. Denn das Topspiel gegen den VfL Bochum am Freitag, 12. März 2021, um 18:30 Uhr an der Castroper Straße ist für die Mannschaft von der Elbe ein enorm wichtiges. Verlieren die Rothosen, dann verschaffen sich die Bochumer einen Vorsprung von acht Punkten in der Tabelle und der Aufstieg rückt für den HSV mal wieder in weite Ferne. Wenn auch Holstein Kiel und Greuther Fürth gewinnen, verliert der HSV sogar den Anschluss an Tabellenplatz zwei und Relegationsplatz drei. Eine Menge Druck also, den die Hamburger angesichts des kommenden Duells spüren dürften – oder? Trainer Daniel Thioune redet den Druck erst einmal klein und ist sich sicher, dass sein Team bald wieder gewinnen wird.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität: 57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV-Trainer Daniel Thioune will von Druck nichts hören: „völlig unangebracht“

Während bei den HSV-Fans schon lange wieder die Alarmglocken läuten und die Panik vor einem erneuten Déjà-vu wächst, zeigt sich Daniel Thioune auf der Pressekonferenz vor dem Topspiel gegen den VfL Bochum fast tiefenentspannt. Er halte den Druck für „unangebracht und unnötig“, sagte er direkt zu Beginn. „Wir haben noch viel zu gewinnen“, stellte Thioune fest und spielte damit auf die verbleibenden Spiele nach der Bochum-Partie an. Ganz falsch liegt er damit zwar nicht, immerhin sind nach dem Duell noch 27 Punkte zu holen, allerdings würde der Abstand zur Tabellenspitze auf acht Punkte anwachsen. Bei neun noch verbleibenden Spielen wären die wohl nur schwer aufzuholen.

HSV-Trainer Daniel Thioune findet den Druck vor dem Spiel gegen den VfL Bochum unnötig. (24hamburg.de-Montage)

Aber Daniel Thioune ist sich sicher, dass sein Team bald wieder Spiele gewinnen wird. Mit „wir sind einfach dran jetzt“, begründete er seine Siegessicherheit. Die Leistungen seiner Mannschaft seien bis auf das Spiel gegen Würzburg auch in den sieglosen Partien meist ansprechend gewesen, daher sei es an der Zeit, „dass sich das Team belohnt“, so der HSV-Trainer. Dafür wolle man gegen den VfL Bochum „volle Leistung bringen und das Potenzial komplett ausschöpfen“, so Thioune. Allerdings, so stellte Thioune fest, „müssen wir den Ball über die Linie drücken“. Denn daran war der Sieg im Spiel gegen Holstein Kiel gescheitert. Trotz zahlreicher Torchancen reichte es für die Rothosen nur zu einem 1:1. Auch, weil Sturmwunder Simon Terodde zahlreiche Torchancen vergab.

HSV gegen VfL Bochum: Trainer Thioune hoffnungsvoll – „Zeit, dass sich was dreht“

„Bochum steht derzeit af dem Platz an der Sonne. Da will ich auch wieder hin“. So beschrieb Trainer Daniel Thioune seine Ziele für die kommenden Wochen. Dafür müsse sein Team „volle Energie auf den Platz bringen“, stellte er klar und machte damit zumindest im Ansatz deutlich, wie viel die Mannschaft in den Versuch, an die Tabellenspitze zurückzukehren, investieren müsste. Thioune scheint aber viel mehr darauf zu vertrauen, dass sich die positiven Ergebnisse von ganz alleine wieder einstellen. „Wir sind einfach an der Reihe“, sagte er noch einmal.

Ich will immer gewinnen.

HSV-Trainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Bochum

Die „perfekte“ Überschrift für das Duell gegen den VfL Bochum hatte Thioune übrigens auch schon parat. „Zeit, dass sich was dreht“, sagte er und gab damit die Marschroute für sein Team nach fünf Spielen ohne Sieg im Endeffekt doch vor. Auch wenn er merklich bemüht war, den Druck auf die Mannschaft abzuschwächen. Im Endeffekt weiß aber auch Thioune, dass der HSV gegen Bochum bestenfalls gewinnen sollte.

Dabei sei ihm dann auch egal, wem in dem Spiel die Favoritenrolle zugeschustert wird. „Ich will gewinnen. Mir ist egal, welche Rolle wir haben“, stellte er klar. Thioune, der sich selbst als „positiven Bekloppten“ bezeichnete, wolle jedenfalls immer gewinnen. Dafür müssen die Schlüsselspieler des HSV aber erst einmal gegen den VfL Bochum abliefern. Danach wird man dann wissen, ob das positive Zureden ihres Trainers den Spielern geholfen hat. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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