21. Spieltag

Spiel gegen Fürth: Nullnummer! Abseits grätscht HSV ab

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
    schließen

Am 21. Spieltag reicht es für den HSV im Heimspiel gegen Aufstiegskonkurrent Fürth nur zu einem Unentschieden, obwohl in der trostlosen Nullnummer ein Tor fiel.

  • Der Hamburger SV trennt sich am 21. Spieltag torlos von der SpVgg Greuther Fürth.
  • Beim Spiel im Volksparkstadion kann der HSV eine mehr als halbstündige Überzahl nicht nutzen.
  • Einem Treffer von David Kinsombi wird wegen Abseitsstellung die Anerkennung verweigert.

Update vom 13. Februar 2021, 15:10 Uhr: Hamburg – Der Hamburger SV tritt in der Zweiten Bundesliga derzeit auf der Stelle. Nachdem die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune bereits am 20. Spieltag in der Auswärtspartie beim FC Erzgebirge Aue (3:3) nicht über ein Unentschieden hinaus kam, muss sich die Equipe aus dem Volkspark auch am 21. Spieltag die Punkte mit ihrem Widersacher teilen.

Gegen die SpVgg Greuther Fürth langte es im Heimspiel nur zu einer Nullnummer. Beide Teams fahren damit jeweils nur einen Zähler fürs Konto ein – und das ist für den HSV nicht nur wegen des Resultats ärgerlich. Denn aus Hamburger Sicht gab es in der Partie einen ganz großen Aufreger.

HSV-Trainer Daniel Thioune (rechts) schaut ungläubig drein – sein Schützling David Kinsombi ärgert sich über das nicht gegebene Tor. (24hamburg.de-Montage)

Gemeint ist das Geschehen aus der 76. Minute: Zu diesem Zeitpunkt spielte die Thioune-Truppe bereits in Überzahl, nachdem der Fürther Sebastian Ernst in der 57. Minute nach einem Foul an Aaron Hunt die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Sonny Kittel bediente 14 Minuten vor dem Ablauf der regulären Spielzeit Khaled Narey. Der leitete das Leder auf Daniel Kinsombi weiter – und der wiederum versenkte den Ball im Netz. Zunächst jubelte der HSV, doch die Szene wurde vom Videoassistenten noch einmal genau betrachtet. Mit einem niederschmetternden Ergebnis für die Hausherren: Abseits – der Treffer zählt nicht! So blieb es letztlich beim torlosen Unentschieden.

HSV gegen Fürth: Zoff-Gipfel – deshalb ist Thiounes Team heiß.

Erstmeldung vom 12. Februar 2021: Hamburg – Das letzte Aufeinandertreffen liegt schon einige Zeit zurück. Im Oktober 2020 kreuzten der Hamburger SV und die SpVgg Geuther Fürth in der Zweiten Bundesliga die Klingen. Mit dem besseren Ende für die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune. Die setzte sich seinerzeit knapp mit 1:0 durch – und brachte damit Stefan Leitl in Rage. Der Fürth-Trainer holte zu einer Wutrede aus. Die wird vorm Rückspiel zum echten Heißmacher für die Rothosen.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:Zweite Bundesliga
Trainer: Daniel Thioune

Nach dem Hinspiel kassierte der HSV Vorwürfe von Fürth-Coach Stefan Leitl

„Das war ein mehr als glücklicher und total unverdienter Sieg, die schwächere Mannschaft hat gewonnen“, echauffierte sich der Fürther Trainer im Oktober 2020 und fügte angesäuert hinzu: „Die Hamburger wissen wahrscheinlich nicht wieso, aber sie fahren mit drei Punkten nach Hause. Mich würde das als Offiziellen des HSV nicht befriedigen, so hier abzureisen.“ Vorm Duell, das am Samstag, 13. Februar 2021, um 13 Uhr im Volksparkstadion angepfiffen wird, will Leitl auch Monate später nicht zurückrudern.

HSV-Trainer Daniel Thioune (li.) und der Fürther Coach Stefan Leitl haben noch eine Rechung offen. (24hamburg.de-Montage)

„Klar kann ich den Ärger verstehen, aber wir haben nur die Wahrheit ausgesprochen“, erklärt der Fürther Übungsleiter der Hamburger Morgenpost. „Entsprechend bleibe ich auch bei der Aussage. Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Ich glaube, wir waren die bessere Mannschaft. Die Situation war unbefriedigend für uns. Und wenn man sich das Spiel anschaut, dann hätten wir wenigstens einen Punkt verdient gehabt“, sagt Stefan Leitl, dessen Team damals aus vier Spielen in Folge, in denen man jeweils ebenbürtig mit dem Gegner war, nur drei Punkte holte.

HSV-Trainer Daniel Thioune hofft auf Spiel mit offenem Visier

Entsprechend will Leitl Rache und schickt eine Kampfansage Richtung Hansestadt. „Wenn wir diszipliniert spielen, bin ich davon überzeugt, dass wir was holen werden. Wir haben uns in den letzten Monaten etwas erarbeitet und können uns auf das Spiel freuen.“ Klare Ansage – und wie fällt die Redaktion von HSV-Trainer Daniel Thioune, der zuletzt erklärte, seine Spieler würden ihn hassen*, darauf aus? Er freue sich auf „eine Aufgabe gegen eine spannende Mannschaft, die Fußball spielen will“, sagt der 46-Jährige und erklärt: „Wir brauchen Stabilität.“ Das aber soll nicht heißen, dass nicht auch der HSV, der darunter leidet, dass die DFL den Kampf um den Aufstieg verschärft*, „erfrischend nach vorne spielen“ wolle.

Muss er auch, denn schließlich steht im Gipfeltreffen des 21. Spieltags der Zweiten Liga einiges für den HSV auf dem Spiel. Mit einem Sieg könnten die Kicker aus Hamburg* den Abstand auf die Spielvereinigung Greuther Fürth auf sechs Punkte ausbauen. Wenn die Thioune-Truppe allerdings den Rasen als Verlierer verlassen sollte, dann wären beide Mannschaften punktgleich. Ein spannendes Spiel dürfte sich allein schon daraus ergeben, dass die beste Offensive (HSV, 46 Treffer) auf die zweitbeste (Fürth, 41 Treffer) trifft.

Beim HSV regieren die Verletzungssorgen: Wer ersetzt Jeremy Dudziak?

In den beiden Strafräumen dürfte es also hoch hergehen. „Ein offenes Visier würde mir gefallen, dann hätten wir viele Räume“, hofft der Coach und sagt: „Unser Visier darf halb offen oder vorsichtig geöffnet sein“. Dabei plagen den 46-Jährigen allerdings Verletzungssorgen. Bei der letzten Trainingseinheit vor dem Fürth-Spiel war zwar der angeschlagene Aaron Hunt* wieder mit von der Partie, dafür aber fehlten Bobby Wood* und auch Jeremy Dudziak*, die beide damit auch kein Thema für das Spiel am Wochenende sind.

„Wir wollen die Punkte im Volkspark behalten und unseren Auftritt auch mit einer richtig guten Leistung untermalen“

HSV-Trainer Daniel Thioune

Wie der Coach vor allem den Ausfall von Jeremy Dudziak kompensieren will – darüber hat Daniel Thioune noch nicht final entschieden. Erste Gedanken aber hat sich der 46-Jährige schon gemacht: „Aaron Hunt hat gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, Manuel Wintzheimer ist auch wieder im Kommen. Auch Khaled Narey könnte zum Einsatz kommen, dafür Sonny Kittel* nach innen rücken.“ Thiounes Ziel jedenfalls ist klar: „Wir wollen die Punkte im Volkspark behalten und unseren Auftritt auch mit einer richtig guten Leistung untermalen.“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Zink/imago images & Oliver Ruhnke/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare