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HSV-Fan-Ansturm auf Olympiastadion – Hertha-Fans toben: „Einfach zum Kotzen“

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Von: Jan Knötzsch

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Der HSV muss in der Relegation erst auswärts bei Hertha BSC ran. Eine peinliche Ticket-Panne macht das Auswärts- zum Heimspiel. Hertha-Fans mächtig sauer.

Hamburg – Alle Wege führen nach Rom. Sagt man jedenfalls. Stimmt auch im Fußball. Dann, wenn man international spielt – und dabei vielleicht irgendwann mal mit Lazio Rom oder dem AS Rom und dessen extravagantem Coach José Mourinho die Klingen kreuzt. Fußball auf europäischer Ebene? Für den Hamburger SV ist das noch Zukunftsmusik – und zwar, so ehrlich muss man sein, eine ganz ferne. Die Realität heißt Relegation. In dieser trifft der HSV auf Hertha BSC Berlin. Erst auswärts im Olympiastadion Berlin, dann im Volksparkstadion.

Und so heißt es in der Hansestadt Hamburg dieser Tage eben wegen jener Relegation um den letzten Bundesliga-Platz: Alle Wege führen nach Berlin. Ins Olympiastadion. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn zur ersten Partie der Relegation ist ganz Hamburg in Berlin – zumindest aber alle die, die es mit dem HSV halten, der laut Sebastian Schonlau auch in der Relegation „nie aufgeben“ wird. Denn: Hertha droht die große HSV-Fan-Invasion. Das lässt die Hertha-Fans explodieren.

Anlass:Relegation 2022
Teams:Hertha BSC Berlin, Hamburger SV
Hinspiel:19. Mai 2022, Anstoß: 20:30 Uhr, Olympiastadion Berlin
Rückspiel:23. Mai 2022, Anstoß: 20:30 Uhr, Volksparkstadion

Relegation Hertha BSC – HSV im Olympiastadion: Peinliche Panne sorgt für HSV-Invasion in Berlin

Gerade erst hat es beim HSV-Anhang großen Ticket-Ärger für das Zweitliga-Spiel gegen Hansa Rostock gegeben, in dem die Mannschaft von HSV-Trainer Tim Walter mit ihrem 3:2-Sieg die Teilnahme an der Relegation gegen Hertha BSC Berlin perfekt machte. Doch der ist längst verraucht. Zum einen, weil der HSV eben die „Quali“ für die Relegation geschafft hat und dort jetzt auf Ex-HSV-Trainer Felix Magath trifft, der eine klare Sicht auf die Relegation hat. Zum anderen, weil die nächste große Herausforderung gar nicht lange auf sich warten lassen hat: Am Montag, 16. Mai 2022, hat Hertha BSC Berlin den Vorverkauf für das erste Spiel der Relegation im Olympiastadion Berlin gestartet.

Für HSV-Fans ein willkommener Anlass. Wer will schließlich nicht gern mit nach Berlin!?

Im Hintergrund das Berliner Olympiastadion. Im roten Kreis eingekreist in der Mitte des Bildes: HSV-Fans. Im Bild zudem die Logos vom HSV und Hertha BSC
Beim ersten Spiel der Relegation werden die HSV-Fans im Berliner Olympiastadion wohl in der Übermacht sein – auch wenn es ein Auswärtsspiel ist. (24hamburg.de-Montage) © Contrast/Team 2/imago

Gesagt, getan – denn Hertha BSC Berlin hat sich vor der Relegation gegen den HSV, bei dem Anssi Suhonen im ersten Spiel im Berliner Olympiastadion weiterhin verletzt fehlen wird und zwei Abwehrspieler vor ihrem HSV-Abschied stehen sollen, mit dem Ablauf des Vorverkaufs ein echtes Eigentor geschossen. Der „Big City-Club“ – diesen Claim hat sich der Drittletzte der Bundesliga selbst verliehen – hat quasi schon vorm ersten Spiel der Relegation die erste Niederlage gegen den HSV eingesteckt, bei dem es Gerüchte um einen Holstein Kiel-Spieler gibt, der auf der Wunschliste von Sportdirektor Michael Mutzel und Sportvorstand Jonas Boldt stehen soll.

HSV Relegation gegen Hertha BSC: Beim ersten Spiel im Olympiastadion 30.000 HSV-Fans mit dabei?

Was ist passiert? Nun, um es ganz einfach zu sagen: Es ist aus Hertha-Sicht alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann – und die HSV-Fans profitieren enorm. Am Montag, 16. Mai 2022, startete der freie Kartenverkauf – bei den Berlinern wusste aber fast niemand, dass Vereinsmitglieder schon seit Samstag, 14. Mai 2022, ein Vorkaufsrecht hatten. Dementsprechend machte kaum jemand davon Gebrauch – was wiederum die spitzfindigen HSV-Fans auf den Plan rief, die am Montag ab 12:00 Uhr zuschlugen, sich mit Tickets fürs erste Spiel der Relegation im Olympiastadion Berlin eindeckten und so auch noch die Hertha BSC-Website lahmlegten.

Der Bereich um den Auswärtsblock im Berliner Olympiastadion war schnell komplett dicht. Plätze, die sich die Fans des HSV unter den Nagel gerissen haben. Beim HSV rechnet man mit rund 15.000 bis 20.000 HSV-Fans, die am Donnerstag, 19. Mai 2022, im Olympiastadion Berlin mit dabei sein werden, wenn die erste von zwei Partien der Relegation gegen Hertha BSC Berlin um 20:30 Uhr angepfiffen wird. Zu viel des Guten für den Anhang von Hertha BSC, der sogar mit 35.000 Fans des HSV im Berliner Olympiastadion rechnet – und seinen Unmut über den misslungenen Ticketvorverkauf für das erste Spiel der Relegation zwischen dem „Big City-Club“ und dem HSV freien Lauf lässt.

Olympiastadion Berlin bei Relegation fest in der Hand es HSV? Hertha-Fans laufen in Sozialen Netzwerken Sturm

Wo geht das besser als in den Sozialen Netzwerken! Angesichts der schwarz-weiß-blauen HSV-Übermacht wütet zum Beispiel auf Instagram ein Hertha-Fan in Richtung eines HSV-Anhängers: „Bleib schön in Liga zwei, wo du hingehörst, lass dir dein verdorbenes Fischbrötchen schmecken“. Die Replik aus dem HSV-Lager lässt nicht lange auf sich warten: „Glaube, hier ist jemand frustriert, dass sie ihr Heimstadion ohne Auswärtsfans nicht voll bekommen.“ Ein weiterer Hertha-Fan regt sich über das Versagen des Hauptstadt-Klubs auf: „Eine Schweinerei, sowas. Geht mir einfach auf den Sack, dass wir uns sowas immer bieten lassen müssen.“

30.000 Hamburger, danke Hertha.

Reaktion eines HSV-Fans auf Facebook zum Ticket-Vorverkauf von Hertha BSC

Ein User spricht sogar davon, dass es Tradition sei, „dass Heim- mal ganz schnell zu Auswärtsspielen werden“, während ein anderer den Verein in „Big Chaos-Club“ umbenennt. Weitere Beispiele, wie tief der Hertha-Frust über eine womögliche HSV-Übermacht ist? Gerne: „Super Ticketing bei Hertha! 2 Auswärtsspiele... Versagen auf allen Ebenen!“ heißt es da oder aber „Unfähigkeit auf allen Ebenen im Verein. Die Öffnung für den HSV mit 25.000 bis 30.000 Fans nach Berlin zu kommen zur Relegation, habt ihr gut hinbekommen!“ Ein weiterer Hertha BSC-Fan pöbelt: „Einfach zum Kotzen.“

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Und die HSV-Fans? Die freuen sich vom ersten Spiel der Relegation diebisch auf die Kulisse im Olympiastadion Berlin, wie stellvertretend ein Facebook-Post beweist: „30.000 Hamburger, danke Hertha.“

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