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HSV drohen bei Verurteilung von Bakery Jatta Folgen für Spielwertung

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Von: Denny Konzack

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Der „Fall Bakery Jatta“ und kein Ende: Laut eines Experten drohen dem HSV in Sachen Punkte und Spiele Probleme. Dann, wenn Jatta verurteilt wird. Warum?

Hamburg – Der Fall von Bakery Jatta und die Frage, ob er nun Jatta oder Bakary Daffeh ist, schlägt in den Medien derzeit höhere Wellen. Höhere als die, die man aus dem Action-Streifen „2012“ kennt. Kaum ein anderer, selbst Hamburger SV Top-Talent Faride Alidou, dessen Hype Sebastian Schonlau zu schnell geht, polarisiert die Fußballwelt momentan so sehr, wie der 23-jährige Gambier und seine Geschichte. Viele ehemalige Weggefährten sowie aktuelle Mitspieler und die Fans in Social Media geben Jatta bereits ordentlich Rückendeckung.

Spieler:Bakery Jatta
Verein:Hamburger SV
Position:Mittelfeld
Trikotnummer:18

Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kann es jetzt allerdings nicht nur für Bakery Jatta, sondern auch für den Hamburger SV böse Konsequenzen geben. Bestätigt sich nämlich der Verdacht der Staatsanwaltschaft in Hamburg, dass der Gambier nur aufgrund einer falschen Identität eine Aufenthaltserlaubnis erhalten hat und danach verurteilt wird, könnten die Vereine der Zweiten Liga Protest gegen die Wertungen der kommenden Partien gegen den HSV einlegen.

Laut Rechtsanwalt ist Option wegen Bakery Jatta sogar „vorsorglich“ umsetzbar – was bedeutet das für den HSV?

Bakery Jatta (Hamburger SV, 18) sichtlich entauescht das er ausgewechselt wird beim Spiel SV Sandhausen vs. Hamburger SV
Bald nicht mehr für den Hamburger SV verfügbar? Bakery Jatta droht das Saison-Aus. © Michael Bermel/Imago

Im Interview mit der dpa sagt Rechtsanwalt Benjamin Keck von der Kölner Kanzlei Steinrücke Sausen: „Stellt sich nach rechtskräftigem Abschluss des Strafverfahrens heraus, dass die derzeitigen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Hamburg zutreffend waren, wäre Konsequenz, dass der eingesetzte Spieler, bei dem es sich angeblich um Bakary Daffeh handeln soll, nie eine Spielberechtigung hatte. Er hätte dann folglich vom HSV nicht eingesetzt werden dürfen“. Der Einspruch gegen eine Spielwertung aufgrund nicht spielberechtigter Spieler kann innerhalb einer Zwei-Tages-Frist eingereicht werden. Jatta-Förderer Ralf Becker nimmt seinen ehemaligen Schützling derweil in Schutz.

„Wegen in der Vergangenheit liegender Spiele werden Clubs vermutlich keinen Einspruch einlegen“, wird Rechtsanwalt Benjamin Keck von der dpa zitiert. Doch was bedeutet diese Regelung nun für die kommenden Partien des Hamburger SV und seinen Flügelflitzer? Da die Angelegenheit noch nicht geklärt ist, dürfte Bakery Jatta demnach von den Rothosen nicht mehr eingesetzt werden, andernfalls dürften die kommenden Gegner innerhalb der besagten Zwei-Tage-Frist Einspruch einlegen, was bei einer Niederlage natürlich aus Sicht der Kontrahenten durchaus Sinn ergeben würde.

Droht jetzt das Saison-Aus für Bakery Jatta? Der Hamburger SV hat noch eine Möglichkeit

Folgt der HSV jetzt der offiziellen Regelung, wird Bakery Jatta wohl sein letztes Spiel gegen Hannover 96 für die Rothosen bestritten haben. Andernfalls droht den Hanseaten eine Menge Papierkrieg, sollte man ihn während einer Partie einsetzen und siegreich vom Platz gehen. Hier bietet sich den Verantwortlichen des HSV um Jonas Boldt, der sich über Transfers und auch Bakery Jatta äußerte, jedoch eine Möglichkeit, dieses Szenario zu umgehen. Die Rothosen müssten sich mit allen Klub-Verantwortlichen der Zweiten Liga in Verbindung setzen.

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Einzig und allein eine Einigung in der Personalie Bakery Jatta, der im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg rassistisch beleidigt worden war, kann das Worst-Case-Szenario um den 23-jährigen Gambier noch abwenden. Beschließt man im allseitigen Einvernehmen, dass Jatta spielen darf und die Vereine aus Solidarität keinen Einspruch einlegen werden, könnte der HSV der Papierflut entkommen und Bakery Jatta zumindest vorübergehend weiter seinem Beruf nachgehen.

Andernfalls bleibt eben nichts anderes übrig, als den Gambier fortan aus dem Kader zu streichen. Die Einsprüche gelten jedoch nur nach einem rechtswirksamen Urteil. Der Hamburger SV muss handeln, um aufs Schlimmste vorbereitet zu sein. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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