FC St. Pauli wartet schon

HSV: Im Blick aufs Hamburger Derby sperrt sich Ambrosius selbst

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Im Spiel gegen Fürth holte sich Stephan Ambrosius die fünfte Gelbe Karte und fehlt im Spiel gegen Würzburg. Absicht um sicher im Stadtderby dabei zu sein?

  • Stephan Ambrosius kassierte im Spiel gegen Greuther Fürth die fünfte Gelbe Karte.
  • Damit wird er dem HSV im Spiel gegen die Würzburger Kickers nicht zur Verfügung stehen.
  • Am 01. März steigt das Duell gegen den FC St. Pauli – sperrte sich Ambrosius absichtlich für das Stadtderby frei?

Hamburg – Am Samstag, 13. Februar 2021, traf der HSV im heimischen Volksparkstadion auf die SpVgg Greuther Fürth. Bekanntlich endete das Duell der beiden Aufstiegskonkurrenten mit einem torlosen Remis. Ärgerlich für die Hamburger ist nicht nur, dass der Abstand zu den Verfolgern aus Bochum und Kiel auf die Tordifferenz dahin geschmolzen ist, sondern auch, dass Abwehrmaschine Stephan Ambrosius sich die fünfte Gelbe Karte abholte und damit im kommenden Spiel gegen Würzburg fehlen wird. Die Abwehrnot in Hamburg ist wegen des verletzten Toni Leistner ohnehin schon groß genug. Holte sich Ambrosius die Karte trotzdem absichtlich ab?

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV-Verteidiger Stephan Ambrosius: Fehlt er absichtlich im vermeintlich leichteren Duell gegen Würzburg?

Es war die 41. Spielminute, als Stephan Ambrosius im Zweikampf mit Branimir Hrgota etwas zu wild mit den Armen umher ruderte, da sah er von Schiedsrichter Sascha Stegemann die Gelbe Karte. Normalerweise kein Drama – wäre es für die Hamburger Abwehrmaschine nicht die fünfte Verwarnung in der laufenden Saison gewesen. Denn nun fehlt er im kommenden Spiel gegen die Würzburger Kickers und kann dem Hamburger SV nicht dabei helfen, den nächsten so wichtigen Dreier mit nach Hause zu bringen. Oder steckte hinter der Gelben Karte etwa ein Plan der Hamburger? Denn im übernächsten Spiel wartet mit dem FC. St. Pauli der Stadtrivale und damit das Hamburger Stadtderby auf den HSV.

Sperrte sich HSV-Verteidiger Stephan Ambrosius absichtlich fürs Derby gegen St. Pauli frei? (24hamburg.de-Montage)

Gut möglich, dass sich Ambrosius in weiser Voraussicht schon jetzt die fünfte Gelbe Karte und die Sperre abholte, damit er rechtzeitig zum Derby wieder auf dem Platz stehen darf. Denn mit den Würzburger Kickers wartet, zumindest auf dem Papier, der leichtere Gegner auf das Team von Trainer Daniel Thioune. St. Pauli hat aktuell nämlich einen richtig guten Lauf. Aus den letzten fünf Spielen holten die Kiezkicker vier Siege und kletterten damit aus dem Tabellenkeller bis auf Tabellenplatz 13.

Auch das Hinspiel gegen den FC St. Pauli war nicht einfach – damals hatte Sportdirektor Michael Mutzel auch schon vor dem Gegner vom Millerntor gewarnt. Trotzdem endete das Spiel nur mit einem Remis. Genauer gesagt, rettete Wunderstürmer Simon Terodde seine Mannschaft sogar vor einer 1:2 Niederlage im heimischen Volksparkstadion.

Und schon in der vergangenen Saison versauten die Jungs vom Millerntor dem HSV so richtig den Aufstiegskampf – beide Partien gewannen die St. Paulianer mit 2:0. Das soll dieses Jahr auf jeden Fall anders werden und das dachte sich vielleicht auch Stephan Ambrosius als er sich nun die Gelbe Karte einheimste.

HSV: In der Abwehr herrscht akuter Personalmangel – wer soll Ambrosius ersetzen?

Leichteres Spiel hin oder her. Der HSV hat schon wieder die Pistole auf der Brust. Denn weil das Team von der Elbe zweimal hintereinander nur Remis spielte, konnten die Aufstiegskonkurrenten ganz nah an die Hamburger heranrücken. Aktuell unterscheiden sich der HSV, Holstein Kiel und der VfL Bochum nur noch in der Tordifferenz – alle Teams haben nämlich 42 Punkte auf dem Konto. Und so muss der HSV gegen die Würzburger Kickers eigentlich unbedingt gewinnen. Die Fans machen sich schon jetzt Sorgen um ein Déjà-vu und fürchten einen erneuten Absturz auf Platz vier.

Besonders, weil mit Stephan Ambrosius der zweite Stammspieler in der Innenverteidigung ausfällt. Denn Innenverteidiger Toni Leistner wird wegen seiner Muskelverletzung definitiv weiter fehlen. Mit Gideon Jung rückte da allerdings einer nach, der seine Sache in den beiden letzten Spielen sehr ordentlich zu erledigen wusste. Wer aber soll jetzt auch noch Ambrosius ersetzen? Gut möglich, dass Thioune nun auf Moritz Heyer zurückgreift. Denn dieser ist in der Defensive variabel einsetzbar und wohl noch der adäquateste Ersatz für Stephan Ambrosius. Ärgerlich nur, dass in dieser Konstellation noch nie zusammen gespielt wurde.

HSV in Abwehrnot: Ist Rick van Drongelen eine Alternative?

Wenn Daniel Thioune am Ende der Woche in der Pressekonferenz vor dem Spiel seinen Kader vorstellt bzw. die Ausfälle aufzählen wird, werden viele die Ohren ganz besonders spitzen. Grund dafür, ist eine mögliche Rückkehr von Rick van Drongelen, der bis zu seiner schweren Verletzung als Hamburger Abwehrboss gesetzt war. Er fehlt dem HSV wegen eines Kreuzbandrisses, welchen van Drongelen auch auf Stress und Druck zurückführt, schon seit Monaten.

Eigentlich, so sagte Daniel Thioune, sollte er erst Ende des Monats wieder eine Alternative für den Kader sein. Doch jetzt hat sich die Situation in der Hamburger Abwehr deutlich verschärft. Möglich also, dass van Drongelen zumindest einen Platz auf der Bank des HSV einnehmen wird. Immerhin absolviert er das Mannschaftstraining schon wieder unter voller Belastung. In der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Fürth hatte Daniel Thioune schon angekündigt: „Vielleicht wird er eine Option“ und auch Sportdirektor Michael Mutzel sagte im Interview mit der Hamburger Morgenpost: „Rick ist heiß und will mithelfen“, warnte aber trotzdem: „Nach so einer Verletzung werden wir kein Risiko eingehen.“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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