Geisterspiel sorgt für finanzielle Verluste

Hamburger SV: Wie viele Millionen Corona den HSV kostet

  • Jan Knötzsch
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  • Natalie-Margaux Rahimi
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Am Sonntag, 22. November 2020, spielt der Hamburger SV zu Hause gegen Bochum. Fans dürfen nicht dabei sein. Bleiben die Stadionbesucher weiterhin aus, sind das die finanziellen Folgen für den Verein. 

  • Am Sonntag, 22. November, spielt der Hamburger SV gegen den VfL Bochum.
  • Es ist das erste Spiel in dieser Saison ohne Zuschauer, weitere Geisterspiele drohen.
  • HSV verliert dadurch erneut Millionen an Einnahmen.

Hamburg – Wenn der Hamburger SV am Sonntag, 22. November 2020, im Zweitliga-Heimspiel auf den VfL Bochum trifft, dann werden die HSV-Spieler erstmals in dieser Saison auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten müssen. Nachdem der HSV in der letzten Spielzeit am 28. Juni 2020 gegen den SV Sandhausen letztmals ohne Zuschauer auflief, sorgt das Coronavirus nun erneut dafür, dass die Mannschaft von HSV-Trainer Daniel Thioune vor leeren Rängen antreten muss.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29.09.1887
Stadion: Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune
Vorsitzender:Marcell Jansen

Für den Club aus dem Volksparkstadion hat dies enorme finanzielle Folgen – zumal das Spiel gegen den VfL vermutlich nicht das einzige Geisterspiel bleiben wird. Bei den ersten vier Heimspielen durften jeweils tausend Zuschauer ins Volksparkstadion.

Der HSV und Finanzvorstand Wettstein müssen Millionenverlust hinnehmen (24hamburg.de-Montage)

Laut eines Interviews mit HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein auf der Homepage des Zweitligisten gehen dem HSV durch die fehlenden Zuschauer-Einnahmen alleine pro Heimspiel 1,5 Millionen Euro durch die Lappen. Sollten auch das Nordderby gegen Hannover 96 (5. Dezember) und den SV Sandhausen (15. Dezember) erneut ohne Zuschauer absolviert werden müssen, dann würde dies für den Hamburger SV den Verlust von weiteren drei Millionen Euro bedeuten.

Hamburger SV: Einnahmeverlust könnte auf 18 Millionen Euro anwachsen

Kommt es tatsächlich dazu, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten am Mittwoch kommender Woche den „Lockdown light“ verlängern oder verschärfen, hieße dies für den HSV: Durch insgesamt zwölf Spielen ohne nennenswerte Zuschauereinnahmen im Jahr 2020 würde der Verlust durch fehlende Zuschauereinnahmen auf 18 Millionen Euro anwachsen. Wie 24.hamburg.de/hsv berichtete, hatte HSV-Präsident Marcell Jansen zuletzt noch Hoffnung gehegt, dass eine Rückkehr der Supporter durch spezielle Corona-Schnelltest möglich gemacht werden könnte.

Den Hamburger SV treffen die erneuten Verlust hart. Im vergangenen Geschäftsjahr machte der HSV ein Minus von 6,7 Millionen Euro und blieb damit zum zehnten Mal in Folge ohne Gewinn. Nur teilweise konnte der HSV die fehlenden Zuschauereinnahmen durch Gehaltsverzicht, Kurzarbeit und das Verpassen des Saisonziels (Aufstieg in die Bundesliga) kompensiert werden.

HSV: Kann Terodde gehalten werden? – Kühne bei KGaA-Modell im Fokus

Zuletzt wurde daher über den Verkauf von Leistungsträgern wie Stürmer Simon Terodde spekuliert. Zudem wird intensiv über Möglichkeiten diskutiert, um Gelder zu akquirieren. Eine Option ist das KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien)-Modell, das Chancen und Risiken zugleich birgt (24hamburg.de berichtete). Frank Wettstein steht diesem Modell positiv gegenüber- „Grundsätzlich ist die KGaA die auf den Profifußball zugeschnittene Rechtsform“, heißt es vom Finanzvorstand gegenüber dem „Abendblatt“ (hinter Paywall).

An dieser Stelle rückt auch Klaus-Michael Kühne wieder in den Fokus. Aktuell hält er schon rund 20,6 Prozent Anteile am HSV. Zwischen den Jahren 2015 und 2020 zahlte der Mäzen außerdem rund vier Millionen Euro pro Saison für die Namensrechte am Volksparkstadion. Der Vertrag lief dieses Jahr aus und wurde von Kühne nicht verlängert.

Anfang des Jahres wollen sich die Verantwortlichen des HSV diesbezüglich mit Klaus-Michael Kühne zusammensetzen. Noch hat der HSV nämlich keinen neuen Sponsor für das Stadion gefunden. Und: Sollte der Weg des Hamburger SV tatsächlich hin zu einer KGaA führen, wäre auch der Weg für weitere Anteilskäufe seitens Kühne frei. Denn: Bei der KGaA dürfen anders als bei einer Kommanditgesellschaft (KG) mehr als die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) festgelegten 50+1 Anteile verkauft werden.

Rubriklistenbild: © Malte Christians/dpa/picture alliance & Stuart Franklin/dpa/picture alliance

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