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HSV immer zweite Liga? Darum sind die Aufstiegschancen jetzt so gering wie nie

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Der HSV will in die 1. Bundesliga aufsteigen – im vierten Versuch soll es klappen. Doch die Chancen stehen aber so schlecht wie nie, zeigen neue Daten.

Hamburg – Es knistert in Hamburg. Zumindest unter den Fußballfans. Denn in dieser Saison kämpfen gleich zwei Hamburger Vereine um den Aufstieg in die Erste Bundesliga. Anders als beim FC St. Pauli, der derzeit von der Tabellenspitze grüßt, stehen die Chancen beim HSV so schlecht wie nie. Das beweisen zumindest Daten, die der Norddeutsche Rundfunk (NDR) veröffentlicht hat.

Fußballverein aus Hamburg:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Vereinsfarben:Blau-Weiß-Schwarz
Stadion:Volksparkstadion

HSV so schlecht wie nie: Daten zeigen, warum die Aufstiegswahrscheinlichkeit so gering ist

Der HSV ist derzeit in absoluter Top-Form. Zuerst wurde der damalige Tabellenführer FC St. Pauli im heimischen Volksparkstadion bezwungen. Dann wurde Bundesligist FC Köln im Elfmeterschießen aus dem Pokal gekegelt*. Im Anschluss daran besiegten die Hamburger auch den ehemaligen Spitzenreiter Darmstadt 98 und schlussendlich wurde auch der Konkurrent aus Heidenheim bezwungen. So kämpfte sich der HSV auf Platz drei der Tabelle vor und liegt nur noch einen Punkt hinter dem Tabellenführer. Trotzdem sind die Aufstiegschancen so schlecht wie nie.

Daten, die der NDR gesammelt hat, zeigen eindeutig: So gering war die Chance auf den Aufstieg nach dem 22. Spieltag noch nie. Nur 53 Prozent beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr in die Bundesliga für die Mannschaft von Tim Walter aktuell. 2019 lag der Wert bei 72 Prozent, 2020 bei 75 und 2021 bei 70 Prozent.

Der Mannschaftskreis des HSV im Volksparkstadion und ein enttäuscht blickender Trainer Tim Walter.
HSV schlecht wie nie: Warum die Aufstiegschancen so gering sind. (24hamburg.de-Montage) © Hartenfelser/imago & KBS-Picture/imago

Und es gibt noch weitere Statistiken, die beweisen, dass der HSV derzeit so „schlecht“ ist wie nie zuvor in Liga 2. Die Torchancen-Verwertung von Glatzel, Jatta, Kittel und Co. liegt in dieser Saison auf einem absoluten Minuswert. So beziffert der NDR die Quote auf 23,3 Prozent – nie war dieser Wert schlechter. Ähnlich sieht es bei den gewonnenen Defensiv-Zweikämpfen und den Toren pro Spiel aus. Im Schnitt schießen die Hamburger 1,86 Tore pro Spiel, nur in der Saison 18/19 waren die Rothosen mit 1,36 Toren noch schlechter. Zudem gewinnt der HSV durchschnittlich 56,25 Prozent seiner Defensiv-Zweikämpfe – dieser Wert war ebenfalls nur in der ersten Zweitligasaison noch schlechter (55,43).

Aufstiegswahrscheinlichkeit so gering wie nie: Darum glauben trotzdem viele an die Rückkehr in die Bundesliga

Dass trotz dieser Werte viele Experten und Fans in Deutschland an einen Aufstieg des HSV in dieser Saison glauben, ist kein Zufall. Nein, auch kein Wunschdenken. Der Gedanke hat, wie man so schön sagt, Hand und Fuß. Denn den oben genannten Werten stehen andere, positive Werte gegenüber, die sich ebenfalls nicht von der Hand weisen lassen. So stellt der HSV in dieser Saison mit Abstand die beste Defensive der Liga – nur 20 Mal in 22 Spielen landete der Ball des Gegners im eigenen Netz. Dazu verloren die Hamburger lediglich zwei Partien – da sind selbst der große FC Bayern München und Borussia Dortmund neidisch.

Außerdem hat der HSV mit dem Nordderby gegen den SV Werder Bremen nur noch ein Topspiel vor der Brust. Während der FC St. Pauli, Bremen und der FC Schalke 04 alle noch gegeneinander spielen. Auch Darmstadt 98 und der FC Heidenheim müssen noch gegeneinander ran.

So steigt der HSV auf: Form halten – auch gegen „schwächere Gegner“

Ob das ein Vorteil für den HSV ist? Wohl eher nicht. So zeigten die Rothosen in der Vergangenheit gerade gegen vermeintlich schwächere Gegner selbst auch schwächere Leistungen. Das beweist auch eine weitere Statistik, die der NDR zusammengestellt hat. Im Schnitt holten die Hamburger unter Tim Walter gegen Teams der zweiten Tabellenhälfte „nur“ 1,56 Punkte. Gegen Teams aus der oberen Region der Tabelle waren es 2 Punkte.

Und nun steht mit dem Spiel gegen Sandhausen auch noch der 23. Spieltag an, der historisch gesehen in jeder Zweitliga-Saison der Hamburger zum Knackpunkt wurde. Noch nie konnten die Hamburger gewinnen, jährlich wurde an diesem Spieltag der Absturz eingeleitet.

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Am Ende der Saison zählt jedoch keine Statistik, keine Historie. Das zeigte der HSV in der Vergangenheit wohl am eindrucksvollsten. Am Ende zählt nur die Tabelle. Und da hat der HSV, trotz vermeintlich geringster errechneter Aufstiegswahrscheinlichkeit, immer noch gute Karten. *24hamburg.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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