„Saison der Wahrheit“

HSV-Aufstieg: Historischer Kampf – so eng war es noch nie

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Der HSV blamiert sich in Würzburg und bleibt trotzdem Erster. Dafür wird das Aufstiegsrennen immer enger und spannender – vier Vereine liegen punktgleich auf.

  • Der HSV ist auch nach dem 22. Spieltag Tabellenführer der 2. Bundesliga.
  • Auch Holstein Kiel und der VfL Bochum patzen.
  • Vier Aufstiegsaspiranten liegen nun punktgleich mit dem Hamburger SV in der Tabelle.

Hamburg – Mehr Glück als Verstand hatte der HSV an diesem 22. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga. Denn auch nach einer katastrophalen Niederlage gegen den Tabellenletzten ist das Team von Trainer Daniel Thioune weiter Tabellenführer. Weil auch der VfL Bochum sein Spiel gegen Erzgebirge Aue vergeigte und Holstein Kiel in Fürth verlor, konnte keiner der direkten Verfolger dem HSV den Rang ablaufen. Aber: mit Greuther Fürth meldet sich Verfolger vier im Aufstiegsrennen zurück und rückt auf Platz zwei vor.

Fußballverein:Hamburger SV
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV im Glück: Hamburger dank Kiel und Bochum trotz Blamage weiter Spitzenreiter

Es war alles möglich am 22. Spieltag der 2. Bundesliga. Im schlimmsten Falle hätte der Hamburger SV sogar auf den vierten Tabellenplatz abrutschen können – so kam es aber nicht. Zum Glück werden sich die Anhänger der Rothosen denken. Wie es das Schicksal so wollte, verloren auch die direkten Verfolger des HSV ihre Duelle. Daher blieben sowohl der Hamburger SV als auch Holstein Kiel und der VfL Bochum bei 42 Punkten hängen. Größter Profiteur im Aufstiegskampf an diesem Spieltag ist die SpVgg Greuther Fürth, die sich mit einem Sieg gegen Konkurrent Kiel auf Platz zwei der Tabelle katapultierte.

Den HSV trennt in der Tabelle von den Verfolgern aus Fürth, Bochum und Kiel nur noch die Tordifferenz. (24hamburg.de-Montage)

So liegen nun diese vier Teams punktgleich mit 42 Punkten in der Tabelle und sorgen damit für einen echten Aufstiegskrimi. Aktuell unterscheiden sich die Clubs nur in der Tordifferenz um wenige Tore. Die Hamburger stellen derzeit die beste Offensive der Liga und können damit auch ihre 28 Gegentore gut kaschieren. Mit einer Differenz von +20 stehen sie daher auf dem ersten Platz. Dicht gefolgt von Fürth, die eine Differenz von 18 aufweisen. Noch knapper wird es dahinter, denn Bochum liegt derzeit nur einen Treffer hinter den Fürthern. Kiel hat derzeit 5 Tore Rückstand auf den HSV und belegt daher mit +15 Toren nur den vierten Rang.

VereinSpieleSiegeRemis NiederlagenToreGegentore DifferenzPunkte
1. HSV22126447282042
2. Fürth22126443251842
3. Bochum22133640231742
4. Kiel22113836301542

HSV: Tabellenführer trotz Negativtrend – gegen St. Pauli muss die Wende her

Auch wenn der Hamburger SV derzeit noch an der Spitze der Tabelle thronen darf, bahnt sich bei den Rothosen eine echte Krise an. Denn das Team von der Elbe konnte nur eins der letzten fünf Partien gewinnen. Dazu kamen drei Remis, darunter das torlose 0:0 gegen Fürth und die Niederlage gegen Würzburg. Der SpVgg Greuther Fürth gelangen vier von fünf Siege, bei nur einer Niederlage. Bochum konnte drei von fünf Spielen gewinnen, musste sich aber zweimal geschlagen geben. Und Kiel errang in den letzten fünf Partien immerhin drei Siege, ein Remis und musste nur eine Niederlage einstecken.

Daher sollte dem Hamburger SV im Stadtderby gegen den FC St. Pauli (1. März, 20:30 Uhr) unbedingt die Trendwende gelingen, denn danach stehen die direkten Duelle gegen Kiel (8. März) und den VfL Bochum (12. März) an. Über diese aus Sicht der Hamburger deutlich unglückliche Ansetzung hatte sich auch Trainer Daniel Thioune bereits geärgert. Denn in Wahrheit hat der HSV nun drei echte Knallerspiele in nur wenigen Tagen vor der Brust. Auch der Stadtrivale vom Millerntor ist derzeit nämlich richtig gut drauf und konnte vier seiner letzten fünf Spiele für sich entscheiden.

HSV in der Aufstiegskrise? Verantwortliche wollen davon nichts wissen

Während bei den Fans schon längst die blanke Panik vor einem erneuten Déjà-vu im Aufstiegsrennen herrscht, wollen die Verantwortlichen des HSV noch nichts von einer angeblichen Krise wissen. „Von einer Krise sind wir sehr, sehr weit weg“, hatte beispielsweise Sportdirektor Michael Mutzel bei einer Fragerunde am Rande des Volksparkstadions nach dem Würzburg-Spiel gesagt. Immerhin hätte die Mannschaft gerade einmal „ein beschissenes Spiel“ hingelegt. Für eine echte Krise hätte das Team „zu viele gute Spiele gemacht in den letzten Wochen, monatelang auch zu viel Gutes gezeigt“, so Mutzel.

Von einer Krise sind wir sehr, sehr weit weg.“

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel

Auch in der Hinrunde wurde dem HSV schon einmal eine Krise angedichtet, davon erholte sich die Mannschaft aber schnell und legte eine Serie von elf ungeschlagenen Spielen in Folge hin, die erst gegen Würzburg riss. Gut möglich, dass dies nun auch der erneute Anspruch der Thioune-Truppe ist. Immerhin bewies das Team in dieser Saison schon zahlreich, dass es nach Rückständen zurückkommen kann. Und wenn da mal nicht mit dem Stadtderby gegen Sankt Pauli der perfekte Gegner zum „zurückschlagen“ direkt vor der Tür steht. Auch Trainer Daniel Thioune freut sich bereits auf das Duell gegen den Hamburger Rivalen und sagte: „Wir besitzen eine gewisse Mentalität und wollten uns nicht ergeben.“ *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/imago images & Screenshot/hsv.de

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