Stürmer hat die Schnauze voll

HSV-Spieler: Darum rastet Simon Terodde aus

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
    schließen

HSV-Spieler und Fans des Hamburger SV haben Aufstiegsfrust. Auch Top-Stürmer Simon Terodde regt sich auf. Darum rastet der Kicker aus.

Hamburg – Er hat einfach die Schnauze voll. Das Ergebnis des Spiels gegen SV Darmstadt 98 sorgt beim Hamburger SV* für wenig positive Gefühlsregungen. Logisch. Wieder einmal droht der HSV-Aufstieg aus der Zweiten Bundesliga in die Erste Bundesliga zu platzen. Entsprechend mies ist die Stimmung beim Club aus dem Volksparkstadion*: irgendwo zwischen angespannt und explosiv. Vorweg im Reigen der Frustrierten geht Simon Terodde*. Dem Stürmer platzt nach dem 1:2 gegen die „Lilien“ der Kragen. Der 33-Jährige explodiert. Terodde schießt. Nicht ins Tor, sondern verbal um sich.

Fußballspieler:Simon Terodde
Geboren:2. März 1988 (Alter: 33 Jahre) in Bocholt
Größe:1,92 Meter
Gewicht:83 Kilogramm
Aktueller Verein:Hamburger SV (seit August 2020, Rückennummer: 9)
Vorherige Clubs: 1. FC Köln, VfB Stuttgart, VfL Bochum, Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, MSV Duisburg

HSV-Frust: Simon Terodde attackiert Schiedsrichter – Fehlentscheidungen in Spielen gegen Darmstadt und Hannover?

Dabei nimmt der Stürmer alles und jeden ins Visier: Den Schiedsrichter der Darmstadt-Partie. Den Referee aus dem Spiel gegen Hannover 96. Die aktuelle Situation in der Zweiten Bundesliga mit dem Corona-Chaos*, das nachhaltig den Traum vom HSV-Aufstieg beeinflussen könnte. Nur mit Selbstkritik hat es der Top-Torjäger der Zweiten Bundesliga (20 Treffer in 27 Spielen) nicht so. Stattdessen geht Simon Terodde zunächst verbal auf Dr. Robert Kampka los, der ihm im Spiel gegen Darmstadt einen Elfmeter verweigerte, nachdem er ihn erst geben wollte.

HSV-Frust: Stürmer Simon Terodde platzt nach der 1:2-Niederlage gegen Darmstadt 98 der Kragen – aus vielerlei Gründen. (24hamburg.de-Montage)

„Ich drehe mich im Strafraum, will ausholen. Ich spüre den Kontakt von Serdar Dursuns Knie. Für mich ein klarer Elfmeter. Ich bin ja auch nicht blöd. Ich weiß, dass es da Videoszenen gibt“, sagte Terodde am Freitagabend direkt nach der Begegnung, in deren Anschluss in Sachen Schiedsrichter und Videoassistent auch Teamkollege Klaus Gjasula der Kragen platzte*. „Klar sitzen jetzt viele vorm Fernseher zuhause und denken: der erzählt irgendeinen Sche*ß. Aber ich bin schon ein paar Jahre Stürmer und in der Bewegung reicht ein Kontakt“, so Terodde.

HSV-Aufstieg in Gefahr: Simon Terodde trifft nicht mehr – Stürmer nur noch mit dem Mundwerk stark?

Besonders ärgerlich: Schon gegen Hannover, als die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune* nach 3:0-Führung nur 3:3 spielte, tobte Terodde nach dem Spiel. Auch hier im Visier des 33-Jährigen: der Schiedsrichter. Er pfiff Terodde wegen einer Abseitsstellung den Treffer zum 4:2 weg und machte aus dem Top-Stürmer den Mega-Wüterich. Jede Menge Frust, den Terodde auch gegen Darmstadt und danach mit sich herumträgt. Frust, der einfach heraus muss.

„Letzte Woche war es ein klares Tor in Hannover, das nicht gegeben wurde. Da habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt, ich bin jahrelang Stürmer“, so Terodde. „Ich habe die Abseitslinie klar vor mir und der hebt die Fahne, obwohl er drei Meter dahinter ist. Das nervt mich total“, giftet der Stürmer, der den HSV-Aufstieg in Gefahr sieht, gegen den Schiedsrichter-Assistenten. Stichwort HSV-Aufstieg: Wenn es um dieses Thema geht, wird der Stürmer, der wegen einer Corona-Infektion pausieren musste* und den der HSV statistisch betrachtet gar nicht braucht, besonders emotional.

HSV: Corona-Chaos nervt Simon Terodde – kostet es Mannschaft von Daniel Thioune den Aufstieg?

„Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir am Ende was zu feiern haben“, haut Simon Terodde raus. „Vorher gehe ich nicht nach Hause“, schiebt der 33-Jährige nach. Und nimmt sich den nächsten Aufreger vor, der ihn aus der Haut fahren lässt: die Coronavirus-Krise. „Ich will nicht zu weit ausholen, aber: Das nervt langsam alles – die ganze Pandemie...“, wütet Simon Terodde, der in dieser Saison auch schon zum Chancentod mutierte und angeblich auf dem Einkaufszettel eines Clubs aus der Ersten Bundesliga steht. Verlässt er die Hansestadt Hamburg im Sommer 2021?

Ich will nicht zu weit ausholen, aber: Das nervt langsam alles – die ganze Pandemie...

HSV-Stürmer Simon Terodde

Simon Terodde fehlt das, was den Fußball ausmacht: die Fans. „Hier passen 57.000 Leute rein. 1000 Leute würden uns auch schon reichen. Natürlich wäre es ein Pfund, wenn das Stadion voll wäre“, konstatiert er, „aber trotzdem haben wir noch Zeit genug. Die sechs Spiele wollen wir erfolgreich bestreiten.“ Nicht nur wollen. Müssen. Sonst wird‘s mit dem HSV-Aufstieg nichts. Erstmal müssen Terodde und der HSV-Kader* die Situation nehmen, wie sie ist: Tabellenplatz zwei, die Konkurrenz im Nacken und eine lange Pause bis zum Spiel gegen den Karlsruher SC (20. April, 18.30 Uhr). * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fotostand/imago images & Baering/imago images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare