Transfer-Desaster

HSV-Aufstieg: Kaum Geld für Neuzugänge da

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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HSV-Transfers: Die Bundesliga ist das erklärte Ziel für die Rothosen. Allerdings könnte das Geld für neue HSV-Spieler im Fall des Aufstiegs knapp bemessen sein.

  • Dem HSV stehen im Falle des Bundesliga-Aufstiegs 30 Millionen für den Kader zur Verfügung.
  • Für Neuverpflichtungen kalkuliert der Club mit sechs Millionen Euro und sucht ablösefreie Spieler.
  • Müssen Leistungsträger verkauft werden, um mehr Spielraum zu haben?

Hamburg – Der Zeitpunkt steht. Wie in Stein gemeißelt, quasi. Bis Mitte März müsse die Vereine der Ersten und der Zweiten Bundesliga ihre Lizenzunterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgegeben haben. Der Hamburger SV muss dabei zweigleisig planen – einmal für den Fall, dass man in der Zweiten Liga bleibt, falls man den Aufstieg mal wieder verpasst. Und für die Erste Liga, wenn’s wirklich hochgeht. Dann aber könnte die Kohle im Volksparkstadion knapper werden, als es den Vereinsverantwortlichen lieb sein dürfte.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Ligazugehörigkeit:2. Fußball-Bundesliga
Cheftrainer:Daniel Thioune

HSV: Kader-Kosten würden in der Bundesliga auf 30 Millionen Euro steigen

Das berichtet zumindest die Sport Bild. Die Rechnung ist dabei eine ganz einfache: Im Moment kostet der Zweitliga-Kader der Saison 2020/2021 den HSV 23 Millionen Euro. Für die nächste Spielzeit planen die „Macher“ um Finanzchef Frank Wettstein, der den Club aus der Corona-Krise holen muss*, was die Kader-Kosten im Falle eines Bundesliga-Aufstiegs* angeht, bei den „Rothosen“ mit sieben Millionen Euro mehr. Heißt: Der Kader kostet den Verein dann 30 Millionen – und das, wo für eine mögliche Bundesliga-Saison insgesamt nur 36 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen.

Reicht die HSV-Kohle? Sportdirektor Michael Mutzel (re.) und Trainer Daniel Thioune müssten im Aufstiegsfall den Gürtel finanziell eng schnallen. (24hamburg.de-Montage)

Wer nun fleißig mit- und sich nicht verrechnet hat, der wird zur Erkenntnis kommen, dass es mit den nötigen Millionen für Neuzugänge, die der HSV im Aufstiegsfall fraglos brauchen wird, ganz schön eng wird. Es bleiben nur ganze sechs (!) Millionen Euro übrig, mit denen Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel jonglieren können, um ihrem Trainer Daniel Thioune die eine oder andere Verstärkung zu bescheren.

HSV: Sportvorstand Jonas Boldt und Sportdirektor Michael Mutzel schielen auf ablösefreie Spieler

Reicht das, um in der Ersten Liga bestehen zu können? Nun, aufgrund der Coronavirus-Pandemie und ihrer Folgen stehen nicht nur dem HSV, sondern auch den anderen Vereinen im Vergleich zu den Vorjahren eher kleine Summen zur Verfügung. Die Taschen der Clubs sind längst nicht mehr so dick gefüllt wie vor Corona – die fetten Jahre sind vorbei. Der finanzielle Gürtel muss überall enger geschnallt werden. Die große Hoffnung: Dass der Markt nicht mehr so „überhitzt“ wie in den Vorjahren ist und auch die Ablösesummen runtergehen.

Darauf allein aber kann, soll und darf sich der HSV nicht verlassen. Der Schuss könnte nach hinten losgehen – und das Budget-Loch bitter(st)e Folgen haben. Ergo schauen sich Michael Mutzel und Jonas Boldt bei der Suche nach Akteuren, die den Kader von Trainer Daniel Thioune verstärkten könnten, nach überwiegend ablösefreien Spielern um. So, wie es zum Beispiel vor der aktuellen Saison im Fall von Amadou Onana war.

HSV: Verkauf von Leistungsträgern könnte mehr Kohle bringen

Es bleiben aber noch weitere Möglichkeiten, um mehr Kohle zu generieren: Wenn sich zum Beispiel im Sponsoring neue Möglichkeiten auftun und Geld hereinkommt. Oder aber das HSV-Horrorszenario wird wahr und der Verein muss sich von Spielern trennen, die richtig Schotter bringen, wenn sie ein anderer Club kauft. Hier nennt die Sport Bild beispielsweise den gerade verletzten, aber hoch talentierten Josha Vagnoman als Kandidaten.

Gleiches gilt für Stephan Ambrosius. Der hat zwar gerade erst seinen Vertrag bis ins Jahr 2024 verlängert, hat aber jede Menge Talent und stand bei anderen Clubs auf dem Zettel. Der HSV könnte – wenn es sein muss und ein Club den „Youngster“ holen will – gerade aufgrund des frisch verlängerten Vertrages pokern. Und so dann eben eine Menge Geld herausholen. Oder muss am Ende doch Investor Klaus-Michael Kühne mal wieder seinen Geldbeutel weit öffnen, damit überhaupt was geht? * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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