Von Sandhausen nach Hamburg?

Hamburger SV Transfer: Sandhausen-Stürmer Julius Biada für den Aufstieg des HSV in die Erste Fußballbundesliga

  • Yannick Hanke
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Der Hamburger SV sucht händeringend nach Verstärkungen in der Offensive. Ein „alter Bekannter“, Julius Biada vom SV Sandhausen, könnte die gewinnbringende Lösung sein. In der Vergangenheit hatte das Sturm-Talent dem HSV die Relegation gründlich verpatzt.

Hamburg/Sandhausen – Der Hamburger SV will und muss seine Angriffsreihen verstärken. Die Namen vieler Offensivkräfte kursieren durch das Netz, einer von ihnen ist Julius Biada. Der Stürmer des SV Sandhausen ist dem HSV spätestens seit der 1:5-Demontage am 34. Spieltag* der Zweitliga-Saison 2019/2020 ein Begriff. Nicht zuletzt der 27-Jährige hatte dafür gesorgt, dass die Hamburger* ihre Resthoffnung auf Relegationsplatz drei schnell ad acta legen mussten. Könnte diese fußballerische Ehe also gut gehen?

Fußballspieler:Julius Biada
Geboren:3. November 1992 (Alter 27 Jahre), Köln
Größe:1,79 m
Gewicht:76 kg
Aktuelles Team:SV Sandhausen (#10 / Stürmer)
Beitrittsdaten:1. Juli 2018 (1. FC Kaiserslautern), 2016 (Eintracht Braunschweig), 2015 (SC Fortuna Köln), 2013 (SV Darmstadt 98)

Hamburger SV: Sandhausen-Stürmer Julius Biada – „Aufstiegs-Albtraum“ als Heilsbringer?

Laut dem Onlineportal „liga-zwei.de“ hat Stürmer Julius Biada das Interesse der HSV-Verantwortlichen geweckt. Das wirft direkt die Frage auf, ob der 27-jährige Offensivmann auch eine echte Verstärkung für die Rothosen wäre. Denn die bisherige Karriere des gebürtigen Kölners liest sich sehr wechsel- und sprunghaft. Abseits der Stationen in der Jugend hat Biada sein fußballerisches Handwerkzeug bei der Zweitvertretung von Bayer Leverkusen gelernt. Dort spielte er die Saison 2011/2012 in der Regionalliga und wechselte nach dieser zur zweiten Mannschaft von Schalke 04, ebenfalls in der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands beheimatet.

Kennt sich im Volksparkstadion des Hamburger SVs bestens aus: Sandhausen-Stürmer Julius Biada (vorne) fügte dem HSV mit seinem Team eine bittere 1:5-Niederlage zu. Biada soll nun vor einem Wechsel an die Elbe stehen.

Mit elf Toren in 33 Einsätzen empfahl sich Biada für höhere Aufgaben und heuerte beim damaligen Drittligisten Darmstadt 98 an. Hier kam es zum ersten Karriereknick des Stürmers, der lediglich ein Tor für die „Lilien“ erzielen konnte. Konsequenz: der Wechsel in die Heimat. Für eineinhalb Jahre hieß der neue Arbeitgeber des heute 27-Jährigen Fortuna Köln. In der Domstadt wusste sich die pfeilschnelle Offensivkraft durchzusetzen und brillierte vor allem in der Spielzeit 2015/2016 mit 25 Scorerpunkte, die sich auf 33 Einsätze verteilten.

Doch die3. Liga war Biada nicht genug, erneut wollte er einen persönlichen Aufstieg erleben und insgeheim auch mit seiner neuen Mannschaft die Spielklasse nach oben hin verlassen. Der Stürmer wurde von Eintracht Braunschweig verpflichtet und bekam vom niedersächsischen Zweitligisten die Perspektive aufgezeigt, dass die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus anvisiert werden würde. Aus diesem musste sich der Deutsche Meister von 1967 nach nur einer Saison 2014 wieder verabschieden.

Hat nur Augen für den Ball: Sandhausen-Stürmer Julius Biada (vorne) ist ein fokussierter Spieler und könnte seine Qualitäten zukünftig beim Hamburger SV einbringen. (Archivbild)

Letztendlich kam alles anders und für Biada wurden lediglich drei Tore in 31 Ligaeinsätzen bilanziert. Der Braunschweiger Abstieg von 2018, der in die Drittklassigkeit führte, stellte den Tiefpunkt in der noch jungen Karriere des Mannes dar, der sich bevorzugt im offensiven Mittelfeld sieht. Über den Umweg Kaiserslautern fand Biada im Sommer 2019 schließlich nach Sandhausen, einer kleinen Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg. Die „Gallier“ unter den Zweitligisten sind seit nunmehr acht Jahren fester Bestandteil des Fußball-Unterhauses und konnten schon so manch einen größeren Klub ärgern. Dazu zählt eben auch der Hamburger SV, der in der zurückliegenden Spielzeit mit 1:5 gegen Sandhausen baden ging.

Hamburger SV: Sandhausen-Stürmer Julius Biada kickte Ex-HSV-Trainer Dieter Heckin raus - mehr Vorbereiter als Goalgetter

Entscheidend daran beteiligt war Biada, der die Vorlage zu zwei Treffern gab und damit letztendlich seinen Anteil daran hatte, dass der damalige HSV-Trainer Dieter Hecking gefeuert wurde*. Doch scheinen Sportvorstand Jonas Boldt, der Präsident der Hamburger, Marcell Jansen* und auch Neu-Coach Daniel Thioune* nicht allzu nachtragend zu sein. Dies würde sich nicht zuletzt dadurch zeigen, wenn Biada tatsächlich von den Rothosen verpflichtet wird.

Thioune, der aktuell noch im Urlaub verweilt und sich schon Belehrungen von Trainer-Kollegen* anhören durfte, hat die Marschroute für den „neuen“ HSV bereits umrissen. Er fordert, dass der Hamburger SV „Lösungen gegen mannorientiert verteidigende Mannschaften haben“ muss. Zudem sei es immens wichtig, dass die Arbeit gegen den Ball nicht zu kurz kommt. Ein Aufgabenprofil, das zu Biada passt. Denn dieser ist ein unermüdlicher Arbeiter, der die gegnerischen Reihen mit der sprichwörtliche Brechstange aushebeln kann, aber auch filigrane Lösungen in petto hat.

Im Gegensatz zum Kölner Stürmer Simon Terodde*, an dem die Hamburger ebenfalls interessiert sein sollen, mangelt es Biada jedoch noch am konsequenten Torabschluss. Werden die Leistungsdaten in Liga zwei und drei zusammengenommen, kommt der 27-Jährige in 134 Einsätzen auf lediglich 23 Tore. Über den Daumen gepeilt erzielt der Blondschopf also durchschnittlich alle sechs Spiele einen Treffer. Doch könnte er auch als klassischer „Zulieferer“ eingesetzt werden, der die Bälle clever verteilt und treffsichere Mitspieler gekonnt in Szene setzt.

Hamburger SV: Fußball-Zweitligist versinkt im Chaos - HSV auf Sparflamme, Machtkämpfe im Hintergrund

In Sandhausen ist Biada seit der Umstellung des Spielsystems auf ein offensives 3-5-2 regelrecht aufgeblüht und hat sich als „Zehner“ etabliert. Der Stürmer verfügt über einen noch bis 2022 laufenden Vertrag und ist in den Planungen des Sandhausen-Trainers Uwe Koschinat eigentlich fest eingeplant. Entscheidend könnte also sein, welche Perspektiven die Hamburger dem 27-Jährigen bieten und ob sich die anvisierte Gehaltsobergrenze* nicht als Hindernis erweist.

Wie von 24hamburg.de-HSV berichtet, läuft der Ex-Bundesliga-Dino auf Sparflamme und muss nicht zuletzt wegen des Abflugs vom bisherigen Hauptsponsor „Emirates“* dringend Geld akquirieren. Hinzu kommen interne Querelen, die sich einerseits in einem Machtkampf im Hintergrund* äußern. Andererseits stellen sich die HSV-Ultras gegen die Klubführung* und protestieren gegen die Überlegung, die Namensrechte am altehrwürdigen Volksparkstadion an zahlungskräftige Sponsoren zu verkaufen. Ob Julius Biada sich diese Nebenkriegsschauplätze wirklich antun will? Mit Simon Terodde hat der Hamburger SV außerdem einen Topstürmer für die zweite Fußball-Bundesliga verpflichtet. Doch HSV-Trainer Daniel Thioune steht trotzdem vor einer großen Herausforderung* bei der Aufstellung. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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