„Ein geiler Verein“

Hamburger SV statt Stuttgart: Tim Leibold will Bundesliga spielen – „am liebsten für den HSV“

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Immer wieder gab es Gerüchte, Tim Leibold könnte zum VfB Stuttgart wechseln. Jetzt spricht der Vorlagenkönig der 2. Fußball-Bundesliga Klartext und bekennt sich zum Hamburger SV.  

  • Hamburger SV* kann auf treuen Tim Leibold zähen.
  • Linksverteidiger bekennt sich zu Hamburg* und will aufsteigen.
  • Wechsel zum VfB Stuttgart ist vom Tisch.

Hamburg Tim Leibold ist Mr. Zuverlässig beim Hamburger SV. Der Dauerläufer verpasste in der abgelaufenen Saison keine Spielminute, machte die linke Abwehrseite meist zuverlässig dicht und ging auch abseits des Platzes als Führungsspieler voran*. Auch anderen Clubs blieb die Leistung nicht verborgen. Ein Wechsel zum VfB Stuttgart stand im Raum. Doch den Transfergerüchten erteilte er mit gewohnt klaren Worten eine Absage: „Dass ich in meiner Karriere noch einige Bundesligaspiele machen will, das ist klar. Am liebsten für den HSV!“

FußballspielerTim Leibold
Geboren30. November 1993 (Alter 26 Jahre), Böblingen
Größe1,74 m
Gewicht72 kg
Aktuelles TeamHamburger SV (#21/Abwehrspieler)
Beitrittsdaten1. Juli 2019 (Hamburger SV), 2015 (1. FC Nürnberg), 2014 (VfB Stuttgart)

Hamburger SV statt VfB Stuttgart: Tim Leibold bekennt sich zum HSV und will aufsteigen

Im vergangenen Sommer wechselte Tim Leibold vom 1. FC Nürnberg zum Hamburger SV. 1,8 Millionen Euro bezahlten die Hamburger für den heute 26-Jährigen und statteten ihn mit einem Vierjahres-Vertrag aus. Die Investition sollte sich lohnen. Der Linksverteidiger entwickelte sich unter Ex-Trainer Dieter Hecking* zu einem echten Leistungsträger und Dauerläufer. Ein ähnlicher Weg, den auch Ex-St.-Paulianer Jeremy Dudziak ging. Auch er erklärte dem HSV die Treue*.

Tim Leibold bleibt allen Gerüchten zum Trotz beim Hamburger SV. Sein Ziel: Bundesliga-Aufstieg. (24hamburg.de-Montage)

Ihm kam zugute, dass er seine Rolle in der Abwehr offensiv interpretieren durfte. Immer wieder war er auch in der gegnerischen Hälfte zu finden. Auf 16 Vorlagen bringt es Tim Leibold in der abgelaufenen Saison – mehr als jeder andere Spieler in der 2. Fußball-Bundesliga.

Tim Leibold: Vorlagenkönig der 2. Fußball-Bundesliga - Transfererlöse für den HSV

Nach der Saison und dem verpassten Aufstieg in die Bundesliga kamen schnell Gerüchte auf, Tim Leibold könnte den Hamburger SV nach nur einer Saison schon wieder verlassen. Der VfB Stuttgart hatte Interesse signalisiert. Der 26-Jährige kommt aus Baden-Württemberg. Von der zweiten Mannschaft der Schwaben wechselte er damals ins Profigeschäft nach Nürnberg.

Außerdem brauchen die Rothosen Transfererlöse, um die enormen Ausfälle durch das Coronavirus-Sars-CoV-2* und den verpassten Aufstieg zu kompensieren. Und Tim Leibold wäre einer der wenigen Spieler, die eine größere Summe einbringen könnten. Bis zu fünf Millionen Euro waren im Vorfeld spekuliert worden.

HSV-Aufstieg als großes Ziel: Tim Leibold will mit Hamburger SV in der Bundesliga spielen - „ein geiler Verein“

Doch all diesen Gerüchten erteilte Tim Leibold im Interview mit „Bild“ jetzt selbst eine Absage. Er zeigt sich glücklich und motiviert: „Ich habe vergangene Saison jedes Spiel über die volle Distanz gemacht. Ich bin immer noch froh, dass ich vor einem Jahr vom 1. FC Nürnberg zum HSV gewechselt bin. Ich bin auch bereit, noch mehr Verantwortung zu übernehmen.“ Zum Beispiel als HSV-Kapitän*.

Tim Leibold im Zweikampf mit Philipp Förster vom VfB Stuttgart. Mit dem Aufstieg sollte es nicht klappen, doch der Hamburger wurde zu einem Leistungsträger.

Und mit dem Hamburger SV hat Tim Leibold große Ziele: „Dass ich in meiner Karriere noch einige Bundesliga-Spiele machen will, das ist klar. Am liebsten für den HSV. Denn Hamburg ist ein geiler Verein.“ Es ist ein Treuebekenntnis, das es in dieser Deutlichkeit nur noch selten zu hören gibt. Wie wichtig ein Verbleib der Leistungsträger ist, betont er auch im Interview: „Es ist aus meiner Sicht der richtige Ansatz zu sagen: Wir müssen beim HSV etwas entwickeln, anstatt permanent alles infrage zu stellen.“ Und weiter: „Für den Verein ist es jetzt mal wichtig, dass ein Gerüst an Spielern bleibt, damit etwas wachsen kann.“

Coronavirus-Krise macht Kassen leer: Transfergerüchte um ablösefreie Spieler beim Hamburger SV

Aktuell befinden sich fast alle Vereine in einem Coronavirus-Krisenmodus und kämpfen, wie der HSV, gegen leeren Kassen*. Weil Tim Leibold keine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag hat, müsste aber ein sehr großzügiges Angebot beim Hamburger SV eingehen. Ob so eines kommt, ist fraglich. Auch der HSV ist vor allem auf der Suche nach ablösefreien Neuzugängen. Für Mittelfeldabräumer Klaus Gjasula* zahlte der Hamburger SV nicht. Auch die Stürmer Manuel Schäffler* und Christian Gytkjaer* besitzen keinen gültigen Vertrag mehr und stehen auf der Wunschliste von Sportvorstand Jonas Boldt. Beim Thema Aufstieg gibt er sich allerdings sehr zurückhaltend*. Das gefällt nicht jedem Fan. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/Daniel Bockwoldt/dpa/picture alliance

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