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Ex-Coach Patrick Esume: In Show lästerte er über den HSV

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Von: Enno Eidens

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Patrick „Coach“ Esume ist aktuell Trainer-Hospitant beim HSV. Nun veröffentlicht die Bild krasse Äußerungen von Esume. Der wehrt sich sofort und geht emotional in die Vergangenheit

Hamburg – Solche Berichte wünscht man sich nicht, wenn in ein paar Tagen die Bundesliga wieder losgeht. Patrick „Coach“ Esume (46) bereitet die Kicker vom Hamburger SV als Trainer-Hospitant auf die Begegnung gegen die SpVgg Greuther Fürth (Sonntag, 17. Mai, 13:30 Uhr im Free-TV) vor. Nun muss er sich mit der Sport Bild rumschlagen, die einen alten Fernsehauftritt von ihm ausgepackt hat. Damals ging Esume mit dem HSV hart ins Gericht. Nun reagiert der ehemalige Football-Spieler, der bei „Schlag den Star“ (ProSieben) gegen Tim Wiese antritt*, und wird dabei emotional, spricht über Rassismus im Volksparkstadion

Patrick Esume ist im schwarzen Sakko und T-Shirt vor das Volksparkstadion von außen montiert.
Coach Esume und der HSV - gemeinsame Geschichte mit viel Emotionen. © Georg Wendt/Christian Charisius/picture alliance/dpa

Hamburger SV: Coach Esume nennt den HSV „scheiße“ -  Darum wurde er Pauli-Fan

Am Mittwoch lässt Sport Bild die Bombe platzen. Nur ein paar Tage vor der Fortsetzung der Bundesliga nach Coronavirus-Pause, veröffentlicht sie alte Zitate von Coach Esume. In einem Auftritt in der Sky-Show „Buschis Sechserkette“ lästerte Esume über den Hamburger SV. 

Die Teilnehmer der Sendung sollten damals Mannschafts-Maskottchen auf einer Rangliste einordnen. Der Coach stellt Hermann vom HSV hinter Erwin von Schalke. Warum - die Antwort rief Esume durchs Studio: „Weil der HSV scheiße ist! Das sag ich als Hamburger“ 

Esume bezieht sich vor allem auf den damaligen Abstiegskampf des HSV. „Seit Jahren Pleiten, Pech und Pannen“ - dem Publikum gefällt der Spott. Moderator Frank Buschmann fragt Esume schließlich, ob er Fan vom FC St. Pauli ist. Esume kurz: „Ja logisch.“

Esume reagiert sofort und spricht über Rassismus beim HSV

Was die Kollegen von der Sport Bild allerdings nicht erwähnen: der Auftritt von Esume ist gute drei Jahre her. Damals verlor der Hamburger SV im Februar gegen die Bayern, das Ergebnis belustigte sicher nicht nur Esume. Mit 8:0 verloren die Hamburger. Damals habe „gefühlt ganz Deutschland wegen eines Fußballvereins über meine Heimatstadt gewitzelt“, so der Coach in einem neuen Post auf Instagram.

Doch der Grund, warum er lange Zeit kein HSV-Fan war, ist ein anderer: Rassismus. Als Esume mit 11 Jahren, damals noch Fan mit Raute auf der Brust, im Stadion aufs heftigste rassistisch beleidigt wurde, wandte er sich vom Hamburger SV ab und ging zu dem Verein, der „immer für das genaue Gegenteil stand.“ Zum FC St. Pauli eben.

Auch nach diesem Fall erlebte Esume noch Rassismus in Hamburg. So musste er sich Mitte Juni gegen Insta-Rassisten verteidigen. Diese wollte ihm nicht glauben, was für rassistisches Schulmaterial die Tochter vom HSV-Coach* bekommen hatte. Das Thema erregte die Gemüter, Esume musste reagieren. Danach nahm er sich eine Auszeit und meldete sich erst wieder zurück, als er seinen Fans von der neusten Folge seines Football-Podcasts* erzählen wollte.

Hamburger SV hat sich verändert - Viel Arbeit gegen Rassismus

Doch Esume spricht auch über Veränderung. Über einen Hamburger SV, dessen Fans nicht mehr dieselben wie in den 80er-Jahren sind. Über einen HSV, der „wie eine Eins hinter ihrem Spieler Jatta“ steht. HSV-Profi Bakery Jatta wurde im Jahr 2019 von der Sport Bild vorgeworfen, unter falscher Identität nach Deutschland gekommen zu sein. Damals wurde er im Spiel gegen den Karlsruher SC heftig ausgepfiffen. Jatta floh im Jahr 2015 aus Gambia nach Deutschland.

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte hat im September 2019 festgestellt, dass die Identität von Jatta korrekt ist. Im Februar 2020 äußerte sich Jatta zu dieser Zeit der Unsicherheit „Ich habe mich gefühlt, als wollte man mich wegsperren, mich ins Gefängnis stecken.“ Er betont, wie sehr ihn Sportvorstand Jonas Boldt damals unterstützt hat. 

Auch Patrick Esume erwähnt Jonas Boldt und dazu Dieter Hecking, er sei begeistert von deren sportlicher Führung. Der Fall Jatta zeigt Esume, dass die HSV-Fans sich aktiv gegen Rassismus einsetzen. Wegen dieser Veränderung kann Esume seine alte Liebe zum Hamburger SV wieder aufleben lassen. Gut, dass das nach drei Jahren geklärt ist. Mittlerweile ist Patrick Esume sogar ein fester Bestandteil des Trainerstabs beim Hamburger SV.

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