HSV entdeckt Demut für sich

Hamburger SV: Khaled Narey erklärt Team-DNA – jedes Spiel ein Finale

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HSV-Mittelfeldspieler Khaled Narey erklärt die Faktoren, die den Rothosen den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga bringen sollen. Teamgeist voraus.

HamburgHSV-Mittelfeldspieler Khaled Narey verrät in einem „sport1“-Interview, warum sein Team im nunmehr dritten Anlauf die Rückkehr in die 1. Fußball-Bundesliga bewerkstelligt. Der Deutsch-Togolese spricht übers Scheitern, persönliche Neuanfänge und seine Beziehung zum Hamburger SV.

Fußballspieler:Khaled Narey
Geboren:23. Juli 1994 (Alter 26 Jahre), Neuwied
Größe:1,8 m
Gewicht:75 kg
Aktuelles Team:Hamburger SV (#7 / Mittelfeld)
Beitrittsdaten:1. Juli 2018 (Hamburger SV), 2016 (SpVgg Greuther Fürth)

Hamburger SV: Khaled Narey ärgert sich über Punkteteilung gegen FC Sankt Pauli

Khaled Narey hätte es sich im Sommer 2018 leicht machen können. Der damalige Spieler von Greuther Fürth hatte sich einen Namen weit über die zweite Liga hinaus gemacht. Doch anstatt Offerten aus dem Fußball-Oberhaus nachzugeben, entschied sich der heute 26-Jährige für einen Verbleib in der altbekannten Spielklasse. Narey heuerte bekanntlich beim HSV an und musste bereits zweimal erleben, wie der große Traum vom Bundesliga-Aufstieg gleich einer Seifenblase platzte.

HSV-Spieler Khaled Narey schwört auf die Mentalität seines Teams und neu entdeckte Demut. (24hamburg.de-Montage)

Um Rothosen-Stürmer Bobby Wood* zu zitieren: „Aufgaben ist keine Option*“. Das ist auch die Maxime des Mittelfeldspielers vom Hamburger SV, der im Interview mit „sport1“ einen Blick zurück wagt, sich aber lieber der Zukunft widmen möchte. Auf das Stadtderby gegen den FC Sankt Pauli* schaut Narey mit gemischten Gefühlen zurück. „Wenn man den Spielverlauf gesehen hat, konnten wir am Ende mit dem Punkt zufrieden sein. Aber natürlich ist auch Ärger dabei, dass wir das Derby nicht gewonnen haben“, heißt es vom gebürtigen Rheinland-Pfälzer.

Hamburger SV: Mittelfeldspieler Narey lobt Neuzugänge Ulreich und Terodde

Angesprochen auf den fast tadellosen Saisonstart, der zuletzt nur durch den Last-Minute-Ausgleich in Kiel* getrübt wurde, kommt Narey aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. „ Es macht einfach Spaß. Mit jedem Sieg wächst auch das Selbstvertrauen bei jedem Einzelnen. Wir haben in dieser Saison einen starken Kader und reagieren auch nach Rückschlägen gut, lassen uns nicht hängen. Schon in der Vorbereitung hat der Trainer großen Wert auf Mentalität gelegt“, lobt der HSV-Kicker Trainer Daniel Thioune. Dieser will von einer Krise seines Teams* nichts wissen.

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Auch Narey ist sich bewusst, dass im Sommer 2020 zwangsläufig neue Spieler rekrutiert werden mussten, um dem Kader neuen Esprit zu verleihen. In diesem Fall werden vor allem Torwart Sven Ulreich und Goalgetter Simon Terodde* explizit hervorgehoben. „Fußballerisch und menschlich sind beide ein Gewinn für unsere Mannschaft. Sven und Simon haben sich sehr schnell integriert und können uns allen mit ihrer Erfahrung helfen“, spricht Narey nur in den höchsten Tönen von seinen Teamkollegen.

Hamburger SV geht „jede Partie wie ein Finale“ an – sagt Khaled Narey

Der 26-Jährige habe zu alter Form zurückgefunden, wovon nicht zuletzt zwei Tore und eine Vorlage in der laufenden Spielzeit zeugen würden. Das weiß Khaled Narey auch zu begründen: „Ich habe die Sommervorbereitung als Neustart gesehen und wollte mich in der bestmöglichen Verfassung präsentieren. Natürlich spielt das Vertrauen des Trainers eine wichtige Rolle [...]  Ich weiß um meine Qualitäten und möchte sie in dieser Saison noch stärker in unser Spiel einbringen. Dabei hilft mir auch die Art und Weise, wie wir Fußball spielen“, schlägt der Mittelfeldmann geschickt den Bogen zum nächsten Thema – den HSV-Stärken.

„Wir sind taktisch sehr variabel und nicht leicht ausrechenbar, was die Gegner immer wieder vor Probleme stellt. Außerdem denken wir sehr offensiv, suchen den Weg auch über die Flügel schnell nach vorne. So kann ich meine offensiven Qualitäten gut einbringen“, erläutert Narey die Spielphilosophie vom Hamburger* Trainer Daniel Thioune. Der HSV-Kicker verweist aber auch auf neu entdeckte Demut, die mit einem „anderen Selbstverständnis“ gleichzusetzen ist. „Es klingt vielleicht wie eine Floskel, aber wir können nur von Spiel zu Spiel denken und müssen jede Partie angehen wie ein Finale“, mahnt der Deutsch-Togolese.

Hamburger SV: Narey dankt HSV-Coach Daniel Thioune

Narey kommt nicht darum herum, erneut auf HSV-Übungsleiter Thioune zu verweisen, als er gefragt wird, was ihm zum Verbleib an der Elbe* bewogen hat. „Der neue Trainer und die damit verbundene neue Chance waren für mich entscheidende Gründe. Wir wollen den größtmöglichen Erfolg mit dem HSV erreichen. Für mich persönlich geht es darum, meinen Beitrag mit konstant guten Leistungen zu liefern“.

Worte, an denen sich der 26-Jährige messen lassen muss. In der Zweitliga-Saison 2020/2021 kommt Narey bis dato auf 527 Spielminuten und wurde in allen sieben Partien eingesetzt. Dies ist auch der Anspruch eines Mannes, der zum Stützpfeiler einer neuen HSV-Mannschaft werden will. Nur für kurze Zeit gehörte hingegen Stürmer Martin Harnik den Rothosen an. In einem emotionalen Interview spricht der Österreicher über die enorme Belastung beim Hamburger SV* und woran er letztendlich gescheitert ist. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa & Daniel Reinhardt/dpa

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