Mittelfeldmann trifft gegen Regensburg

HSV: Kämpfer Kinsombi — erst Frust, jetzt breite Brust

  • Jan Knötzsch
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Er kam im Sommer 2019 von Holstein Kiel zum HSV. Richtig durchsetzen konnte sich David Kinsombi lange Zeit nicht, doch nun nimmt der 25-Jährige Fahrt auf.

  • David Kinsombi* trägt seit 2019 das Trikot des HSV, kam aber lange Zeit nicht recht zum Zuge.
  • Der Mittelfeldspieler wurde immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen
  • Trainer Daniel Thioune schrieb den 25-Jährigen noch nicht ab — und wird jetzt belohnt

Update vom 4. Januar, 8.31 Uhr: Hamburg — Zunächst sah es so aus, als würde der Auftritt von David Kinsombi gegen den SSV Jahn Regensburg sich in die vielen Spiele des 25-Jährigen einreihen, in denen er für den HSV nicht allzu viel Positives zustande gebracht hatte. Ganz offenbar hatte Kinsombi sich beim 3:1-Sieg der Schützlinge von Trainer Daniel Thioune für das falsche Schuhwerk entschieden. Ein ums andere Mal rutschte der Mittelfeldmann des Hamburger SV zunächst auf dem Rasen weg und fand sich am Boden wieder. „Wenn ein Spieler permanent auf dem Hintern landet, ist das ärgerlich“, befand auch Coach Thioune — und Sportvorstand Jonas Boldt empfahl von der Tribüne aus lautstark, Kinsombi möge doch bitte schnell das Schuhwerk wechseln.

Fußballspieler:David Kinsombi
Geboren:12. Dezember 1995 (Alter: 25 Jahre) in Rüdesheim
Größe:1,83 Meter
Gewicht:74 Kilogramm
Aktuelles Team:Hamburger SV (seit 2019, Rückennummer: 6)
Vorherige Vereine:Holstein Kiel, Karlsruher SC, 1. FC Magdeburg, Eintracht Frankfurt, FSV Mainz 05 II

Kurz nach Boldts Zwischenruf traf Kinsombi dann zum 1:0 — ohne seine Treter gewechselt zu haben. Nach 76 Minuten musste der 25-Jährige letztlich angeschlagen runter. Doch Trainer Daniel Thioune konnte schon auf der Pressekonferenz nach dem Spiel direkt Entwarnung geben. „Die Verletzung ist nicht schwer. David war in dem Moment ein bisschen müde, zudem haben wir uns dazu entschieden, in der Endphase das Zentrum zu stärken.“ Von der Leistung Kinsombis, der nach seinem Wechsel in den Volkspark lange Zeit Frust schob, um nun neue Lust zu entfachen, zeigte sich der Übungsleiter der „Rothosen“ angetan.

David war nie wirklich im Abseits. Er war nur nicht in der Form, die wir uns gewünscht haben. Unser Kader ist breit, David hatte mit Verletzungen zu kämpfen und hatte schwächere Auftritte in den Testspielen. Er hatte das Pech, dass wir die ersten fünf Spiele gewonnen haben“, so Thioune, der hinzufügt: „Er hat es schon im Spiel gegen Karlsruhe und auch jetzt wieder gut gemacht. David hat sich angeboten. Wir haben gesprochen und ein Commitment miteinander. Ich freue mich, dass er solch eine Reaktion gezeigt hat. Aber ich fordere noch mehr von ihm ein. Da geht noch mehr.“

HSV: Beim 4:0 gegen Sandhausen durfte David Konsombi wieder nur als „Joker“ ran

Hamburg — Am Stauts quo hat sich nicht viel geändert: Auch im Heimspiel des Hamburger SV* gegen den SV Sandhausen, das die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune mit 4:0 gewann, reichte es für David Kinsombi nur zu einem Kurzeinsatz. Siebenmal durfte der 25-Jährige in der laufenden Zweitliga-Saison für den HSV auflaufen — allerdings nicht ein einziges Mal für 90 Minuten. Eine verheerende Bilanz für den 25-Jährigen, für den der Club aus dem Volksparkstadion* vor eineinhalb Jahren bei seiner Verpflichtung drei Millionen Euro an Holstein Kiel überweisen musste. Verkommt Kinsombi nun mehr und mehr zum Transfer-Flop?

Fakt ist: „Sein Anspruch ist es, mehr Platzzeit zu bekommen“, hat auch HSV-Trainer Daniel Thioune* in der Englischen Woche mit den Auftritten gegen Darmstadt (2:1-Sieg), Sandhausen (4:0) und den Karlsruher SC (21. Dezember) erkannt und artikuliert. Dennoch greift der 46-Jährige in stetiger Regelmäßigkeit kaum auf den 25-Jährigen zurück. Weil dieser, wie man in der Fußballer-Sprache so gerne sagt, zum einen die Seuche am Fuß hat, und zum anderen als Resultat daraus in Hamburg* noch nicht so durchstarten konnte, wie er und sein Verein es sich erhofft haben.

HSV: David Kinsombi wird zwei Mal von Muskelfaserrissen aus der Bahn geworfen

„In der Vorbereitung hat man Zeit, sich zu zeigen — gerade bei einem neuen Trainer. Wenn man dann leider nicht immer gesund ist und sich auf dem Platz zeigen kann, steht man ein bisschen hinten an“, fasst Daniel Thioune die Situation Kinsombis treffend zusammen. Der nämlich zog sich kurz nach dem Saisonstart im September einen Muskelfaserriss zu. Exakt jene Verletzung also, die den Ex-Kieler auch schon in der Saisonvorbereitung 2019 nach nur zwei Minuten im Testspiel gegen den Oberligisten TSV Buchholz 08 ereilte.

Bislang hat sich Daniel Kinsombi (im Vordergrund) beim HSV noch nicht richtig durchgesetzt (24hamburg.de-Montage).

Hamburger SV: Schon bei Thioune-Vorgänger Dieter Hecking startete David Kinsombi nicht durch

Schon damals kam der in Rüdesheim am Rhein geborene zentrale Mittelfeldspieler nicht so richtig in Tritt, obwohl der damalige Trainer Dieter Hecking* in einem Anflug von Optimismus im Saisonverlauf orakelte: „Wenn wir die Winter-Vorbereitung abgeschlossen haben und David nochmal drei, vier Wochen in die Vollen gehen kann, dann werden wir einen besseren Kinsombi erleben.“ Doch nichts da. Das Ende ist bekannt. Kinsombi startete bis jetzt nicht richtig durch — egal unter welchem Trainer.

HSV: David Kinsombi kann sich bislang bei Coach Daniel Thioune nicht für mehr empfehlen

„Wir haben zunächst nicht so viel falsch gemacht“, sagt Daniel Thioune. „Es ist schwer, den einen oder anderen zu überholen“, verdeutlicht der HSV-Trainer, dass Kinsombi eben schlicht und einfach hinten anstehen muss. „Bei David ist es so, dass er nur die Trainings und Testspiele hatte, um sich aufzudrängen. Wir sind uns alle einig, dass die Testspiele für alle da waren, sich zu präsentieren und dass sich alle nicht so präsentiert haben, wie ich es mir wünsche“, bilanzierte Daniel Thioune im Hinblick auf die 1:3-Testspielniederlage, die der Hamburger SV gegen den dänischen Zweitligisten Viborg FF im November kassierte.

Hamburger SV: Trainer Daniel Thioune hat David Kinsombi noch nicht abgeschrieben

Gänzlich abgeschrieben aber hat Daniel Thioune seinen Mittelfeldmann noch nicht. „Bei David wissen wir um sein Potenzial und wollen es entwickeln“, sagt der HSV-Übungsleiter und ergänzt: „Dann wird er seine Platzzeit bekommen.“ Aber: „Es liegt ja auch an ihm selbst“, gibt Thioune dem 25-Jährigen mit auf den Weg, dass er eindeutig mehr von ihm erwartet, nachdem Kinsombi auch beim Sieg gegen Sandhausen nach seiner Einwechselung nicht großartig auffiel.

HSV: Der Vertrag von David Kinsombi bei den „Rothosen“ läuft noch bis zum Sommer 2023

So, wie sich Kinsombi bis jetzt präsentiert hat, wird es jedenfalls schwer für ihn, kurz- oder langfristig einen dauerhaften Weg in die erste Elf zu finden. Und schwer für den HSV, das mit einem gut dotierten Vertrag bis Sommer 2023 ausgestattete Sorgenkind David Kinsombi möglicherweise in der Winter-Transferphase 2020/2021 an einen anderen Verein loszuwerden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa/picture alliance

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