Später Ausgleich von Holstein

HSV patzt gegen Angstgegner Kiel – Zweitliga-Rekord futsch

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
    schließen

Der HSV hat in buchstäblicher letzter Minute den Sieg gegen Holstein Kiel verspielt. Ein neuer Zweitliga-Rekord geht den Rothosen damit durch die Lappen.

  • Hamburger SV* spielt am Montag, 9. November 2020, gegen Holstein Kiel.
  • HSV tritt auf norddeutschen Angstgegner.
  • Später Ausgleich: HSV verspielt Sieg gegen Kiel.

Update vom Dienstag, 10. November 2020, 8:20 Uhr: Kiel – Der HSV hat am Montag, 9. November 2020, einen sicher geglaubten Sieg gegen Holstein Kiel noch verspielt. Die Führung für die Rothosen durch Verteidiger Moritz Heyer konnte „Störche“-Kicker Joshua Mees in der Nachspielzeit des Nordduells egalisieren. Damit verpasst der Hamburger SV einen neuen Zweitliga-Rekord.

Fußballverein:Hamburger SV
Cheftrainer:Daniel Thioune
Kapazität:57.000
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorsitzender:Marcell Jansen
Ligen:2. Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal

Hamburger SV: Zweitliga-Spitzenreiter pennt gegen Kiel – Last-Minute-Schock durch Mees

Zwar bleibt der HSV in der laufenden Spielzeit weiterhin ungeschlagen, musste jedoch in buchstäblich letzter Sekunde noch Federn gegen die Kieler „Störche“ lassen. Trotz guter Chancen war dem Hamburger SV im Holstein-Stadion nur ein Treffer vergönnt, aussichtsreiche Möglichkeiten wurden fahrlässig vergeben. Dies sollte sich kurz vor Schluss der Partie rächen, beim Schuss von Joshua Mees war Rothosen-Torwart Sven Ulreich machtlos. Von einer HSV-Krise* will Trainer Daniel Thioune aber nichts wissen.

HSV-Spieler Amadou Onana und Kiel-Kicker Jaesong Lee zeigen vollen Einsatz. Ihre Teams trennen sich am Ende 1:1-Unentschieden. (24hamburg.de-Montage)

Neben dem Fakt, dass der HSV erneut nur Remis gespielt hat, muss sich der Ex-Bundesliga-Dino auch von einem fest angepeilten Zweitliga-Rekord verabschieden. Noch nie hatte ein Team seit Einführung des eingleisigen Fußball-Unterhauses 1981 zu so einem frühen Zeitpunkt bereits sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz drei. Dabei bleibt es nun auch, das dennoch komfortable Polster auf Greuther Fürth beträgt fünf Zähler. Der Rekord-Vorsprung auf den dritten Tabellenplatz nach sieben Spielen in Liga zwei beläuft sich weiterhin auf sechs Punkte. Diese Bestmarke teilen sich Hannover 96 (1986) und Eintracht Frankfurt (1997/1998).

Hamburger SV: Hartes Spiel gegen Holstein Kiel erwartet

Update vom Montag, 9. November 2020, 14:55 Uhr: Hamburg/Kiel – Der HSV spielt am Montag, 9. November 2020, 20:30 Uhr gegen Holstein Kiel. Im Nordduell, das der Tabellenführer und der Tabellenfünfte in Liga zwei bestreiten, könnte die Härte und Aggressivität der Zweikampfführung der entscheidende Faktor sein. Denn die „Störche“ aus Kiel haben bisher haufenweise Karten gesammelt.

In der ersten sechs Spielen der laufenden Saison haben die Kicker von Holstein Kiel bereits 19 gelbe und zwei rote Karten gesehen. Ein stolzer Wert, der nicht zwingend darauf hinweist, dass die „Störche“ grundsätzlich unfair spielen. Vielmehr legen die Norddeutschen eine Mentalität an den Tag, die mit resoluter Zweikampfführung einhergeht.

HSV-Verteidiger Toni Leister und sein Team sind gewarnt: Die Kieler „Störche“ rund um Abräumer Aleksandar Ignjovski glänzen durch knallharte Zweikampfführung. (24hamburg.de-Montage)

Dies soll auch der HSV im direkten Aufeinandertreffen zu spüren bekommen. Die Rothosen haben bisher sieben gelbe Karten erhalten, hinzu kommt ein Platzverweis für Verteidiger Toni Leistner. Auf den Hamburger SV wartet ein top motivierter Gegner mit emsigen Spielern, die sich für ihren Nebenmann buchstäblich zerreißen. Nun ist es an den Hamburgern, dem entsprechend Paroli zu bieten.

Hamburger SV: Tabellenführer in Liga zwei trifft auf Angstgegner Holstein Kiel

Erstmeldung vom Dienstag, 3. November 2020, 15:30 Uhr: Hamburg/Kiel – Der Hamburger SV grüßt nach wie vor von der Tabellenspitze in der 2. Fußball-Bundesliga. Dort wollen sich die Hanseaten dauerhaft festsetzen, um am Ende der Saison 2020/2021 die heiß ersehnte Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs feiern zu können. Nächster Prüfstein für den HSV ist Holstein Kiel, potenzieller Aufstiegsaspirant und Angstgegner der Hamburger*.

Als Fan des Hamburger Sportvereins könnte die Welt derzeit (fast) nicht schöner aussehen. Der Ex-Bundesliga-Dino hat 16 Punkte aus den ersten sechs Spielen im Fußball-Unterhaus geholt und ist weiterhin ungeschlagen. Lediglich im hitzigen Stadtderby gegen den FC Sankt Pauli* musste das Team von HSV-Coach Daniel Thioune* die Punkte teilen. Der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz beträgt derzeit sechs Punkte, fünf Punkte Abstand sind es zum Drittplatzierten.

HSV-Mittelfeldspieler David Kinsombi trifft am Montag, 9. November 2020, auf Holstein Kiel-Stürmer Janni Serra. (24hamburg.de-Montage)

Hierbei handelt es sich um Holstein Kiel, einem norddeutschen Verein, der in der laufenden Zweitliga-Saison mit Minimalisten-Fußball brilliert. In den bisherigen sechs Partien der Spielzeit 2020/2021 erzielten die „Störche“ lediglich sieben Tore, mit denen aber beachtliche elf Punkte eingefahren wurden. Das werden auch die HSV-Verantwortlichen registriert haben, die durch die jüngere Historie der Partie gewarnt sein sollten. Gewarnt sind die HSV-Entscheider vor drohenden Millionen-Verlusten*.

Hamburger SV: Schießt Goalgetter Simon Terodde die „Störche“ ab?

In bisher vier Aufeinandertreffen in der zweiten Liga gab es für den HSV gegen Holstein Kiel meistens nicht sonderlich viel zu holen. Lediglich zwei Punkte aus den direkten Aufeinandertreffen stehen auf der Habenseite, 5:10 Tore aus Sicht des Hamburger SV sprechen für sich. Finnen-Bomber Joel Pohjanpalo*, bester Torschütze der Hanseaten in den Spielen gegen die „Störche“, läuft mittlerweile für Union Berlin auf.

David Kinsombi wiederum, Mittelfeld-Abräumer und Top-Scorer der Kieler in den Duellen gegen den HSV, hat die Farben gewechselt – und schnürt seine Schuhe nunmehr für den Verein von der Elbe*. Hinsichtlich ihrer Offensivpower können und wollen sich die Hanseaten aber vor allem auf Goalgetter Simon Terodde* verlassen. Der 32 Jahre alte Stürmer hat in der noch jungen Spielzeit bereits vier Doppelpacks erzielt, mit acht Treffern führt der ehemalige Kölner die Torschützenliste in Liga zwei souverän an.

Hamburger SV: 3:3 gegen Holstein Kiel kostet Ex-HSV-Trainer Dieter Hecking (fast) den Job

Doch wird Simon Terodde allein reichen, um drei Punkte aus dem Holstein-Stadion mitnehmen zu können? Mit Sicherheit nicht. Schließlich können auch die Kieler auf reichlich Qualität in ihren vordersten Reihen verweisen. Stürmer Janni Serra gilt als eiskalt vor dem gegnerischen Tor, Mittelfeldmann Jae-Sung Lee hat oftmals das Auge für den besser postierten Mitspieler. Quirlige Außenbahnspieler wie Finn Porath, David Atanga oder Makana Baku sollen die HSV-Defensive schwindelig spielen.

Im bis dato letzten Ligaspiel zwischen Holstein Kiel und dem Hamburger SV kam es zu einem spektakulären 3:3-Remis*. Anfang Juni 2020 verspielten die Hanseaten mehrfach eine Führung, dem damaligen HSV-Coach Dieter Hecking* wurden taktische Fehler vorgeworfen. Fast auf den Tag genau treffen die beiden Nordclubs am Montag, 9. November 2020, nach fünf Monaten wieder aufeinander. Zur besten Flutlichtzeit wird der Ball ab 20:30 Uhr rollen, beide Vereine verfolgen klare Ziele – nicht nur auf diese Partie bezogen.

Hamburger SV: Tabellenführer muss aufsteigen, Gegner Kiel will sich etablieren

Für den Hamburger SV ist der Aufstieg im Grunde alternativlos. Auch wenn Finanzvorstand Frank Wettstein vehement betont, dass die Hanseaten auch weitere Spielzeiten in der zweiten Bundesliga überstehen können*. Letztendlich schadet das Dasein als Zweitligist der bundesweiten Reputation des HSV, der sich zuletzt herber Twitter-Häme* ausgesetzt sah. Holstein Kiel wiederum will sich kontinuierlich im Fußball-Unterhaus etablieren und das Beste aus den gegebenen Möglichkeiten machen.

Bereits im Jahr 2018 klopften die „Störche“ an die Tür zur Fußball-Bundesliga, mussten sich letztendlich aber klar Kontrahent Wolfsburg geschlagen geben. Nun ist es an den Kielern, mal wieder ein Ausrufezeichen zu setzen und den HSV zumindest ins Stolpern zu bringen. Die Hamburger hingegen wollen die Zähler 17 bis 19 sammeln und endlich den ersten Sieg gegen das Nordlicht erringen. Dem Spiel beiwohnen wird HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, der seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat*. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa & Frank Molter/dpa & Frank Molter/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare