Vom Rhein an die Elbe?

Hamburger SV: Simon Terodde will HSV-Offensive aufrütteln – Zweitliga-Bomber für Aufstieg

  • Yannick Hanke
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Der Hamburger SV muss und will sich prominent verstärken, um den Bundesliga-Aufstieg im dritten Anlauf zu packen. Dabei helfen soll Sturm-Granate Simon Terodde vom 1. FC Köln, der die 2. Liga bestens kennt.

Hamburg/Köln – Der Hamburger SV ist einerseits zum Sparen verdammt, benötigt andererseits aber dringend Verstärkungen, um gut gerüstet in die neue Saison gehen zu können. Zum Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga soll die Rothosen Simon Terodde, Stürmer im Diensten des 1. FC Kölns, schießen. Der kennt sich in der zweiten Liga bestens aus und wurde bereits dreimal Torschützenkönig im Fußball-Unterhaus. Doch wie stehen die Chancen für die Hamburger*, solch einen erfahrenen Mann an die Elbe* zu holen?

Fußballspieler:Simon Terodde
Geboren:2. März 1988 (Alter 32 Jahre), Bocholt
Größe:1,92 m
Gewicht:83 kg
Aktuelles Team:1. FC Köln (#9 / Stürmer)
Beitrittsdaten:1. Januar 2018 (1. FC Köln), 2016 (VfB Stuttgart), u.v.m.

Hamburger SV: Fußball-Zweitligist soll an 1. FC Köln-Stürmer Simon Terodde interessiert sein – dreifacher Torschützenkönig im Unterhaus weckt Begehrlichkeiten

Simon Terodde ist einer dieser Spieler, denen nachgesagt wird, zu gut für die zweite, aber zu schlecht für die erste Liga zu sein. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass Kritiker des 32-Jährigen ihre Worte mit handfesten Zahlen unterfüttern können. Im Fußball-Unterhaus kann sich der 1,92 Meter Hüne rein gar nichts vorwerfen lassen. Im Gegenteil: 118 Tore in 220 Einsätzen sprechen für sich. Hinzukommen 34 Vorlagen, womit er aufgerundet alle eineinhalb Spiele in der zweiten Liga an einer Bude beteiligt gewesen ist.

Fußball-Transfer: HSV will Zweitliga-Bomber Simon Terodde nach Hamburg holen. (24hamburg.de-Montage)

Anders und weitaus weniger beeindruckend liest sich die Bilanz Teroddes eine Etage höher. In der ersten Liga kommt der gebürtige Nordrhein-Westfale bisher auf 58 Einsätze, in denen er zehnmal selbst knipste und zweimal die Vorlagen zu einem Tor gab. Damit benötigt der Stürmer im Fußball-Oberhaus gut fünf Partien, um an einem Treffer beteiligt zu sein. Treue Wegbegleiter des 32-Jährigen können darüber nur frotzeln, schließlich überwiegt das Positive beim Offensivmann. Und beim HSV könnte er von den Flanken des Vorlagenkönigs Tim Leibold* profitieren.

Das werden sich auch die Verantwortlichen des Hamburger SVs denken, die den Profi des 1. FC Köln nur allzu gerne verpflichten wollen, um in den eigenen Sturmreihen für mehr Durchschlags-, aber auch Durchsetzungskraft zu sorgen. Denn nur mit Abstrichen konnten die Offensivkräfte der Hanseaten in der Saison 2019/2020 ihrem Aufgabenprofil gerecht werden. Auf eine zweistellige Torausbeute kam lediglich Sonny Kittel* (elf Treffer) und die neun Buden von Lukas Hinterseer*, der einen Abgang erwägt und eine Preisschlacht um seine Personalie entfachen könnte*, wurden allesamt vor der Coronavirus-Sars-CoV-2 bedingten Spielpause erzielt. Und liegen demzufolge lange zurück und deuten an, dass der Österreicher sich in einem Formtief befand.

Weiß, wie Aufsteigen geht: Stürmer Simon Terodde (ganz rechts) freut sich im Mai 2019 über die Zweitliga-Meisterschale des 1. FC Kölns. (Archivbild)

Am ehesten konnten Ex-Trainer Dieter Hecking*, Sportvorstand Jonas Boldt und HSV-Präsident Marcell Jansen*, um den ein Machtkampf im Hintergrund* tobt, mit Finnen-Bomber Joel Pohjanpalo* zufrieden sein. Der wurde erst in der zurückliegenden Winterpause an der Elbe vorstellig und schlug direkt ein. Für seine neun Treffer benötigte der 25-Jährige lediglich 14 Einsätze, alle 101 Minuten erzielte der aus Helsinki stammende Stürmer ein Tor. Blöd nur, dass Pohjanpalo lediglich ausgeliehen war und zu Bayer Leverkusen zurückmusste. Denn aufgrund der prekären Finanzsituation der Hamburger* kam eine Festsanstellung für den Finnen nicht infrage.

Hamburger SV: Coronavirus-Sars-CoV-2 könnte HSV-Verpflichtung von Köln-Stürmer Simon Terodde blockieren

Doch was sollen sich die Verantwortlichen der Hamburger weiterhin mit der Vergangenheit beschäftigen? Der Blick soll nach vorne gehen, alte Zöpfe werden resolut abgeschnitten - um Platz für allerhand Neue(s) zu schaffen. Hierzu zählt natürlich Daniel Thioune, Ex-Coach des VfL Osnabrücks und seit Anfang Juli 2020 als neuer HSV-Trainer in Amt und Würden*. Auch er weiß, dass es nicht zuletzt Verstärkungen in vorderster Front benötigt, um zumindest im dritten Anlauf die so ungeliebte Zweitklassigkeit verlassen zu können.

Wie sich in dieser adäquat durchgesetzt wird, hat Simon Terodde bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 2016, 2017 und 2019 wurde der 32-Jährige jeweils Torschützenkönig in der zweiten Liga und erzielte dabei stets mindestens 25 Tore (sein Bestwert liegt bei 29 Treffern). Dieses Kunststück gelang ihm mit den Top-Klubs im Unterhaus (VfB Stuttgart, 1. FC Köln), aber auch mit dem weitaus weniger favorisierten VfL Bochum. Da erscheint es nur logisch und konsequent, dass der „Geißbock“ in das Visier der Hamburger geraten ist. Dies berichtet zumindest die „Mopo“.

An Terodde soll der Hamburger SV schon mehrfach interessiert gewesen sein, eine Einigung kam bis dato aber nicht zustande. Da sich die Kölner von ihrem Stürmer vor allem in der 1. Fußball-Bundesliga mehr erhofft hatten, kann und darf der Offensivmann den 1948 gegründeten Verein verlassen. Knackpunkt ist in dieser Hinsicht das üppige Jahres-Salär von 2,5 Millionen Euro, das der aus Bocholt stammende in der Domstadt einstreicht. An der Elbe würde Terodde deutlich unter einer Million Euro jährlich verdienen. Wie von 24hamburg.de-HSV berichtet, erwägt Sportvorstand Boldt nämlich, eine Gehaltsobergrenze für neue Spieler einzuführen*, die „nur“ noch 600.000 Euro einheimsen sollen.

Hamburger SV: Köln-Stürmer Simon Terodde oder Wiesbadens Manuel Schäffler? Hauptsache ein neuer Stürmer für den HSV

Dies wäre für den 32-Jährigen wohl nur dann eine Option, wenn die Kölner ihm für die Auflösung seines noch bis 2021 gültigen Vertrages eine Abfindung zahlen, die sich für Terodde rechnet. Zudem stellt sich die Frage, ob ihm im Falle eines HSV-Aufstiegs eine satte Gehaltserhöhung vergönnt sein würde. Auf dieses noch theoretische Modell sollen seine Agenten, aller voran Volker Struth, pochen. Aufgrund des für einen Fußballer schon fortgeschrittenen Alters des Stürmers will sich bei den Hamburgern aber niemand darauf einlassen.

Terodde soll auch Anfragen aus der zweiten Liga in England vorliegen haben, er selbst würde seine Zukunft bevorzugt aber weiterhin in Deutschland sehen. Dies könnte ein kleiner Vorteil für den HSV sein, der eifrig am Kader der Zukunft bastelt und mit Jürgen Gjasula vom SC Paderborn einen knallharten Mittelfeld-Abräumer verpflichten konnte*.

Alternativen zum Kölner Stürmer sind aber auch gegeben, Manuel Schäffler vom in die Drittklassigkeit abgestiegenen SV Wehen Wiesbaden* soll eine sein. Es bleibt abzuwarten, ob Terodde zeitnah die Vereinsfarben wechselt und vielleicht zum vierte Mal Torschützenkönig im Fußball-Unterhaus wird - und dem Hamburger SV zur Bundesliga-Rückkehr verhilft. Dabei helfen könnte auch Julius Biada vom SV Sandhausen*, der ebenfalls mit dem HSV in Verbindung gebracht wird. Mit Lewis Holtby ist auch ein alter Bekannter wieder an der Elbe* aufgetaucht. Alle Infos rund um den HSV* gibt es im Newsticker.* 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa & Johannes A. Alsterburg

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