Erste-Liga-Planung statt Corona-Panik

Hamburger $V: 20 Millionen Euro auf Konto – damit gelingt die Kaderplanung

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Für den Hamburger SV läuft es aktuell rund. Pünktlich vor den wichtigen Entscheidungsspielen gegen Bielefeld und Stuttgart hat sich das Team gegen Fürth in guter Form gezeigt. Jetzt wird klar: Der HSV hat 20 Millionen Euro übrig. Kann bald die Erstliga-Planung beginnen?

  • Der Hamburger SV hat die Woche der Wahrheit vor der Brust: Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart heißen die Gegner.
  • 20 Millionen auf dem Konto. Dafür könnte der HSV das Geld ausgeben.
  • Talente statt teurer Neuzugänge. Der kommende Kader wird geplant.

Hamburg - So kennen Fans den Hamburger SV nicht: Sportlich läuft es und jetzt ist auch noch Geld übrig. Keine Kohle, die von Investoren an fragwürdige Bedingungen geknüpft ist, sondern wirtschaftlich und sportlich hart erarbeitete 20 Millionen Euro. Geld, das der HSV dringend braucht. Um die Löcher zu stopfen, die das Coronavirus-Sars-CoV-2 gerissen hat und um den Kader für die kommende Saison zu justieren.

FußballvereinHamburger SV
TrainerDieter Hecking
Kapazität57.000
VorsitzenderMarcell Jansen
VorstandJonas Boldt (Sport), Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Gründung29. September 1887, Hamburg

Hamburger SV - 20 Millionen Euro übrig, Entscheidungswoche gegen Arminia Bielefeld und VFB Stuttgart

Auf der einen Seite die Katastrophe. Das Coronavirus-Sars-CoV-2 beutelt den Profifußball. Zu Beginn der Coronavirus-Krise hat der mittlerweile freigestellte Bernd Hoffmann damit gerechnet, dass die Einnahmen um einen zweistelligen Millionenbetrag zurückgehen. Aktuell kalkuliert der Hamburger SV damit, dass etwa acht Millionen Euro fehlen werden.

Doch es ist nicht alles schlecht. Denn auf der anderen Seite konnte der HSV mit dem Unentschieden bei der SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Wochenende einen direkten Aufstiegsplatz erklimmen. Noch dazu präsentierte sich die Mannschaft - trotz des späten Ausgleichs - in guter Form und zeigte eine konzentrierte Vorstellung. Auch dank Coach Dieter Hecking.

Finanziell und sportlich mit einem Bein in der ersten Liga

Genau pünktlich. Denn es steht eine Entscheidungswoche an. Am Sonntag, 24. Mai, steht um 13:30 Uhr das Spitzenduell gegen Tabellenführer Arminia Bielefeld an. Nur vier Tage später, am Donnerstag, 28. Mai, wird um 20:30 Uhr das Gastspiel des Hamburger SV in Stuttgart angepfiffen. Der VfB ist aktuell punktgleich mit dem HSV auf Platz drei. Nach diesen zwei Spieltagen könnte der Hamburger SV mit einem Bein in der ersten Liga stehen.

Für den Hamburger SV, der seit Jahren mit roten Zahlen zu kämpfen hat, wäre das immens wichtig. Die Mehreinnahmen würden sich durch auf etwa 30 Millionen Euro belaufen, wie die Sportbild ausrechnete.

Dank DFB-Pokal und Transfereinnahmen: Gut gefülltes Festgeldkonto

Marcell Jansen kann die Planungen für die kommende Saison dank 20 Millionen Euro auf dem Konto voran treiben. (24hamburg.de-Montage)

Doch egal, wie die Saison ausgeht, die Kaderplanung dürfte entspannt werden. Denn der Hamburger SV konnte in der vergangenen Saison ein dickes Polster aufbauen. Zwar wurde das große Ziel, der Wiederaufstieg, durch eine katastrophale Rückrunde vergeigt, im DFB-Pokal und auf dem Transfermarkt lief es allerdings super.

So war für den HSV erst im Halbfinale Schluss, als RB Leipzig im Volksparkstadion mit 1:3 gewinnen konnte. Dazu kam der Verkauf von Douglas Santos an Zenit St. Petersburg für zwölf Millionen Euro. Insgesamt: 20 Millionen Euro, wie in der letzten Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben wurde.

Der HSV-Kader für die kommende Saison

Das Geld werden Sportdirektor Jonas Boldt und Vorstand Marcell Jansen dazu verwenden müssen, das finanzielle Coronavirus-Sars-Cov-2-Loch zu stopfen, aber auch, um den Kader zu justieren. Der Hamburger SV scheint für die Zukunft auf viele junge Talente zu setzen. Mit Josha Vagnoman und Aaron Opoku haben jüngst zwei vielversprechende Spieler ihr Arbeitspapiere verlängert. U20-Nationalspieler Jonas David soll der nächste sein. 

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Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/Oliver Berg/dpa/picture alliance

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