Showdown an der Brenz

Hamburger SV: Angst vor Heidenheim – Wiederholt sich das Tabellen-Drama?

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
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Der HSV tritt am Sonntag, 29. November 2020, in Heidenheim an. Dort verspielten die Rothosen im Juni den Bundesliga-Aufstieg. Kann das Team die Pleite überwinden?

  • Hamburger SV* will Wiedergutmachung gegen Heidenheim betreiben
  • HSV könnte Verlust der Tabellenspitze drohen
  • Bleiben die Hamburger* weiterhin sieglos?

Hamburg/Heidenheim – Wenn der HSV am Sonntag, 29. November 2020, gegen Heidenheim antritt, werden bei zahlreichen Rothosen-Kickern schlimme Erinnerungen hochkommen. Im Stadion an der Brenz vergeigten die Hanseaten erst im Juni dieses Jahres die anvisierte Bundesliga-Rückkehr. Droht ein Déjà-vu, das zumindest gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung in Liga zwei wäre?

Fußballverein:Hamburger SV
Cheftrainer:Daniel Thioune
Kapazität:57.000
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorsitzender:Marcell Jansen
Ligen:2. Fußball-Bundesliga, DFB-Pokal

Hamburger SV will Revanche gegen Heidenheim

Wie von 24hamburg.de-HSV berichtet, musste der Ex-Bundesliga-Dino gegen Heidenheim in der zurückliegenden Spielzeit eine Last-Minute-Niederlage einstecken. Durch den Treffer von Konstantin Kerschbaumer in der fünften Minute der Nachspielzeit rutschte der HSV auf den vierten Tabellenplatz ab. Einen Spieltag vor Ende der regulären Saison hatten die Hanseaten den Aufstieg plötzlich nicht mehr in der eigenen Hand.

Der Blick wandert nach unten: HSV-Coach Daniel Thioune weiß, dass die Konkurrenz lauert. Stürzen die Heidenheimer die Rothosen von der Tabellenspitze in Liga zwei? (24hamburg.de-Montage)

Das Ende vom Lied ist bekannt: Es folge der desolate 1:5-Auftritt gegen den SV Sandhausen, der Bundesliga-Aufstieg musste ad acta gelegt werden und Dieter Hecking* war seinen Posten als Cheftrainer der Rothosen kurze Zeit darauf los. Geht es nach Daniel Thioune*, dem neuen Übungsleiter des Hamburger SV, soll all dieses Negative der Vergangenheit angehören und die Vorbereitung auf das Duell mit den Badenern nicht beeinträchtigen. Doch wird jeder der HSV-Akteure von damals problemlos den Schalter umlegen können?

Hamburger SV: Unterschätzen Rothosen Heidenheim erneut?

Die Partie gegen Heidenheim könnte sich, ähnlich wie in der Saison 2019/2020, zu einem echten Nervenkitzel entwickeln. Nicht nur die Physis der Spieler, sondern auch die Psyche der Kicker wird darüber entscheiden, wer die drei Punkte mitnimmt. Für Maik Goebbels, Co-Trainer der Rothosen unter Christian Titz und Hannes Wolf, steht bereits im Vorfeld fest: „Der HSV ist vom Namen her immer noch das Nonplusultra der Zweiten Liga.“

Gegenüber dem „Abendblatt“ gibt der Belgier aber auch zu Bedenken, dass „so ein Auswärtsspiel in einem kleinen Stadion bei einer physisch starken Mannschaft wie Heidenheim besonders schwer“ ist. Immerhin: Lautstarken Support der Heidenheimer Fans muss der HSV nicht befürchten, schließlich dürfen Sportveranstaltungen bundesweit nach wie vor nur ohne Zuschauer in der jeweiligen Spielstätte ausgetragen werden.

HSV könnte Tabellenführung verlieren – Konkurrenz schließt auf

Nichtsdestotrotz sieht Goebbels den HSV aufgrund des eigenen Selbstverständnisses noch längst nicht als Sieger vom Platz gehen. „Dein biochemischer Schaltkreis ist einfach anders eingestellt, wenn du als großer HSV ins kleine Heidenheim fährst. Die große Kunst ist es, dieses Selbstbewusstsein zu verinnerlichen. Diese DNA musst du in dir tragen“, heißt es vom 44-Jährigen. Der Casus knacksus: „Die gesamte negative Spirale des HSV der vergangenen Jahre hat sich in die DNA eingeschweißt. Man muss an die Psyche der Jungs ran. Du musst sie am Herzen packen.“

Sollte die Spieler des Hamburger SVs gegen Heidenheim nicht die gewünschte Leistung zeigen können und das Spiel gar verlieren, könnten die Hanseaten tabellarisch ganz schnell abrutschen. Die derzeitige Pole Position ist trügerisch, schließlich lauert die Konkurrenz in greifbarer Nähe zum HSV auf den Plätzen dahinter. Sollte Greuther Fürth das Frankenderby gegen Nürnberg gewinnen, während die Rothosen zeitgleich eine Niederlage in Heidenheim kassieren, gibt es einen neuen Spitzenreiter in Liga zwei.

Hamburger SV: Siegertypen benötigt – Terodde und Ulreich sollen Unterschied ausmachen

Im schlimmsten Fall rutscht der HSV auf den vierten Platz ab, wenn Paderborn und Bochum ihre Hausaufgaben erledigen und jeweils siegreich sind. Damit es nicht so weit kommt, bedarf es „Siegertypen“ wie Knipser Simon Terodde oder Torhüter Sven Ulreich. „Die sportliche Leitung hat da einen sehr guten Job gemacht und es geschafft, den HSV trotz des erneut verpassten Aufstiegs wieder gut aufzustellen“, sagt Maik Goebbels. Der eine muss die Buden machen, der andere Gegentreffer verhindern.

Grundsätzlich ist Goebbels der Ansicht, dass der HSV mehr solcher Spielertypen entwickeln muss. Denn dann „kann man auch nach Heidenheim fahren mit dem Selbstbewusstsein, den Gegner wegzuhauen, ohne ihn zu unterschätzen. Das ist der Stil von Bayern München.“ Ratschläge, welche Coach Daniel Thioune registrieren und seinen Spielern verinnerlichen sollte, um nach drei sieglosen Spielen mal wieder einen Dreier landen zu können. In diesem Fall blieben die Hanseaten Tabellenführer. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Molter/dpa & Tom Weller/dpa

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