HSV-Coach nicht zufrieden

Dieter Hecking beschwert sich über Hamburger Disziplin

  • Enno Eidens
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Für den Hamburger SV geht es am Montagabend ins Quarantäne-Trainingslager. Chef-Coach Dieter Hecking äußerte sich schon am Sonntag zum Thema Coronavirus und Disziplin. 

Hamburg – Es wird wohl noch etwas dauern, bis im Norden Ruhe einkehrt. Das Coronavirus dominiert die Schlagzeilen, die Bundesliga geht trotzdem am Wochenende wieder los und überall regt sich Widerstand gegen die Maßnahmen des Coronavirus-Lockdown. Nun äußerte sich auch HSV-Coach Dieter Hecking mit viel Kritik am Verhalten der Hamburger. Für ihn und sein Team geht es noch am Montagabend nach Bayern ins Quarantäne-Trainingslager.

Hamburger SV: Chefcoach Dieter Hecking meckert über die Hamburger Disziplin

Für den Hamburger SV läuft gerade alles nach Plan, soweit das in diesen Zeiten möglich ist. Ein Coronavirus-Chaos, wie beim Liga-Konkurrenten Dynamo Dresden blieb den Hamburgern bisher erspart. Die Sachsen müssen, nachdem zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurde, in eine zweiwöchige Quarantäne. Damit fällt das Debüt gegen Hannover 96 aus.

In einem Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt äußerte sich Hecking zu den Vorfällen in Dresden nicht verwundert. Schließlich sei es bei 1500 getesteten Spielern und Betreuern in der Bundesliga „klar, dass es auch positive Tests geben wird.“ Ebenso wenig überrascht zeigt sich Hecking in Bezug auf die steigende Zahl von Coronavirus-Infektionen in Deutschland. Bei einer Fahrradtour an der Außenalster habe er von „Corona und Abstandsregeln“ nicht viel mitbekommen. Eine klare Ansage an die Hamburger folgte prompt: „Nur Lockerungen und keine Disziplin wird nicht funktionieren!“

Für den Hamburger SV geht es nun schon nach Bayern - den Fürthern ganz nahe

Der Hamburger SV fährt zum Quarantäne-Trainingslager nach Bayern. Das DFL-Konzeptpapier sieht dies für jedes Bundesligateam vor. Eine Woche werden die Hamburger nun in Herzogenaurach im Hotel HerzogsPark unterkommen und auf dem Sportplatz nebenan trainieren. Zu ihren Fürther Gegnern vom kommenden Sonntag haben Sie es dort nicht weit, die Stadt liegt keine 20 Kilometer entfernt.

Dieter Hecking ist nicht zufrieden mit der Hamburger Coronavirus-Disziplin. (24hamburg.de-Montage)

Beim Trainingslager des Hamburger SV sieht Dieter Hecking keine Probleme in Sachen Coronavirus-Disziplin. „Selbstverständlich werden wir auf alle Hygienevorschriften penibel achten“, äußert sich der HSV-Coach sicher. Ungewissheit zeigte sich bei ihm vor allem in Bezug auf die kommende Spielzeit. Hecking hält den Fall einer Verlängerung der Saison bis in den Juli für möglich. Dann müsste man natürlich auch über einen neuen Termin der Relegationsspiele mit den Klubs aus der ersten Liga nachdenken.

Viele Ungewissheiten, um die sich die Deutsche Fußball Liga in den kommenden Wochen kümmern muss. Über den mangelnden „Sicherheitsabstand“ auf dem Rasen sprach Hecking nicht. Deutschlandweit gibt es viel Kritik an der Fortsetzung der Bundesligasaison.

Hamburger nicht nur an der Außenalster mit schlechtem Coronavirus-Verhalten

Auch auf den Straßen Hamburgs zeigt sich, wie komplex die aktuelle Coronavirus-Situation ist. Während das Team vom Hamburger SV sich auf die Team-Quarantäne vorbereitet hat, feierten die Hamburger auf der Schanze eine riesige Corona-Party. Laut Polizei wurden gut 500 Menschen auf der Straße beobachtet. Die Kioske waren geöffnet, Getränke wurden verkauf, die Musik lief. Von Lockdown-Stimmung war das Geschehen weit entfernt. Auch die Kritik von HSV-Coach Hecking hat sich bestätigt. An der Alster und der Elbchaussee stritten sich Radfahrer, Jogger und Fußgänger um den Platz, so mopo.de.

Dieter Hecking beim ersten großen Teamtraining des HSV am Donnerstag.

Da passt auch, dass der R-Faktor, also der Reproduktionsfaktor des Coronavirus, am Wochenende wieder gestiegen ist. Das Robert Koch Institut (RKI) meldete am Samstagabend laut Merkur einen R-Faktor von 1,13 – eine deutliche Steigerung zu vergangenen Werten. Der R-Faktor bezeichnend, vereinfacht erklärt, wie viele andere Personen ein bereits infizierter Mensch ansteckt. In Deutschland ist dieser Wert seit dem 14. April unter 1alles darüber wird gefährlich. Schon bei einem Wert von 1,1 könnte es im Oktober nicht mehr genug Intensivpflegebetten geben, so Bundeskanzlerin Angela Merkel im April.

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