HSV-Spieler und Trainer verzichten auf Gehalt und Prämien

Millionen für Fans, Forschung, Kollegen und Frauenfußball: Dank Spieler und Trainer des Hamburger SV

Spieler des Hamburger SV beim Mannschaftstraining.
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Die Spieler des Hamburger SV haben sich mit dem Sportvorstand auf einen Gehaltsverzicht verständig.
  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Das Geld geht an die, die es dringend brauchen. Weil beim Hamburg SV Spieler und Trainerteam auf Millionen in Form von Gehalt und Prämien verzichten, können Fanprojekte, Mitarbeiter in Kurzarbeit, die Coronavirus-Forschung am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf und Frauenfußball unterstützt werden.

  • Dieter Hecking und seine Spieler des Hamburger SV verzichten auf Millionen an Gehalt und Prämien.
  • Gespartes Geld geht an Fans, Mitarbeiter, die Coronaforschung und an den Frauenfußball.
  • 20 Millionen Euro Einnahmeausfall durch Coronavirus-Krise.

Hamburg – Auf diese Geste haben viele Fans gewartet: Die Spieler und das Trainerteam des Hamburger SV verzichten auf Teile ihres Gehalts und der Prämien. Bereits zu Beginn der Krise hatte sich Dieter Hecking, der HSV-Coach, auch im Namen der Mannschaft klar positioniert. Er stellte ein Entgegenkommen der Spieler in Aussicht, sollte es aus wirtschaftlicher Sicht nötig sein.

Hamburger SV: Spieler und Coach verzichten auf Teile des Gehalts

So sagte er bereits Mitte März in einem Sky-Interview: „Es gibt im Moment Signale, dass natürlich auch meine Spieler und wir von der sportlichen Leitung, wenn es vonnöten ist, eventuell dem Verein entgegenkommen. In welcher Form auch immer. Ich glaube, die Bereitschaft werden sehr viele haben, die im Fußball unterwegs sind.“

Das Ausmaß der Coronaviruskrise machte einen Verzicht in den vergangenen Wochen unumgänglich.. Der Hamburger SV hat, wie jeder andere Profiverein in Deutschland, mit finanziellen Einbußen im zweistelligen Millionenbereich zu rechnen. Zu Beginn der Zwangspause schätzte Bernd Hoffmann, damals noch Vorstands-Vorsitzender des HSV, die Ausfälle auf zwanzig Millionen Euro. Längst haben Profis von Vereinen, die finanziell deutlich besser gepolstert sind als der Hamburger SV, Gehaltseinbußen hingenommen. Warum verzichten die Spieler des Hamburger SV erst jetzt auf Gehalt?

Eine Millionen Euro an Prämien gespart

Jonas Boldt, der Sportvorstand: „Wir wollten dieses wichtige Thema erst dann mit der Mannschaft besprechen, wenn sie vollständig zusammenkommen kann. Dies war durch die Teamtrainingsfreigabe nun möglich.“ Wie hoch der Verzicht tatsächlich ist, teilt der Verein offiziell nicht mit. Die Bild-Zeitung berichtet, dass es rund zehn Prozent des Gehalts seien. Vor allem aber würden die Spieler auf ihre Prämien verzichten, sollten sie den Aufstieg verpassen. Allein diese Summe soll sich auf rund eine Millionen Euro belaufen. Aktuell befindet sich der Hamburger SV auf Relegationsrang drei.

Das gesparte Geld will der Hamburger SV sozial verantwortlich einsetzen und die fördern, die es in dieser Situation besonders schwer haben. So wird das Kurzarbeitergeld der Geschäftsstellen-Mitarbeiter aufgestockt, Fan-Projekte erhalten Unterstützung, die Coronavirus-Forschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bekommt finanzielle Hilfe und auch der Frauenfußball bekommt einen Teil des Geldes.

Jonas Boldt lobte Verantwortungsgefühl und soziales Gespür seiner Spieler beim Thema Gehaltsverzicht.

Erst Einigung, dann Quarantäne: Auswärtsspiel in Fürth steht an

Die Art der Verwendung ist dem Verein besonders wichtig. „Ich freue mich sehr, dass unsere Mannschaft und unsere Trainer ein sehr großes Verantwortungsgefühl und ein soziales Gespür haben.“, lässt sich Jonas Boldt auf der vereinseigenen Homepage zitieren. Verantwortlich für die Einigung ist der Mannschaftsrat des Hamburger SV. Der besteht aus Aaron Hunt, Rick van Drongelen, Lukas Hinterseer, Tim Leibold und David Kinsombi.

Seit heute befindet sich das Team in Quarantäne. Im fränkischen Herzogenaurach bereitet sich die Mannschaft auf das Auswärtsspiel am Sonntag, 17. Mai, um 13.30 Uhr in Fürth vor.

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