Neue für HSV

Hamburger SV-Transfers: Sturm-Bomber und Mittelfeld-Zauberer sagen tschüss – HSV muss handeln

  • Yannick Hanke
    vonYannick Hanke
    schließen

Der Hamburger SV braucht dringend Verstärkungen für die Zukunft. Unabhängig davon, ob die Rothosen in der ersten oder zweiten Fußball-Bundesliga auflaufen werden. Wer würde dem HSV gut zu Gesicht stehen?

  • Hamburger SV*: Vier Neue, um Löcher zu stopfen und den Kader zu entwickeln.
  • Finnen-Bomber Joel Pohjanpalo* zu teuer – Ersatz aus Hannover?
  • Quartett als Versprechen für die Zukunft. Egal in welcher Liga.

Hamburg – Kaum naht das Ende der Saison, ist die Gerüchteküche wieder am Brodeln. Auch der Hamburger SV wird mit diversen Spielern in Verbindung gebracht, die den Kader der Rothosen qualitativ und quantitativ verstärken sollen. Doch was ist dran an all den Meldungen und welche Kicker werden den HSV eigentlich verlassen? Das Protokoll einer vermeintlichen Transfer-Offensive in der Hansestadt.

Fußballverein:Hamburger SV
Trainer:Dieter Hecking
Vorsitzender:Marcell Jansen
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Vorstand:Jonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Farben:Blau-Weiß-Schwarz

Hamburger SV: Wen Fußball-Zweitligist auf dem Zettel haben soll – Ösi Michorl die Elbe?

Der Fokus der Hamburger* gilt ausschließlich dem Spiel gegen den SV Sandhausen am Sonntag, 28. Juni 2020. Heißt es zumindest von Trainer Dieter Hecking*, der sich von verbalen Störfeuern* jeglicher Art nicht irritieren lassen will. Die Häme in den sozialen Netzwerken*, die dem HSV nach der 1:2-Niederlage in Heidenheim entgegengeschlagen war, ist längst vergessen. Und nach dem Bekenntnis von Sportvorstand Jonas Boldt* sollte der erfahrene Coach das Team um Kapitän Aaron Hunt* ein Stück weit gelassener auf die Partie am 34. Spieltag vorbereiten können.

Drei Spieler für den HSV? Hendrik Weydandt, Jae-Sung Lee und Peter Michorl (v.l.n.r.) sollen ganz oben auf Jonas Boldts Liste stehen. (24hamburg.de-Montage)

Doch wird bereits fleißig darüber spekuliert, wie der zukünftige Kader der Rothosen auszuschauen hat. Und das, obwohl die Hamburger noch nicht einmal wissen, ob sie ins Fußball-Oberhaus* zurückkehren werden oder mindestens eine weitere Saison in Liga 2 einplanen müssen. Sei's drum, werden sich all die Spekulanten aus der Gerüchteküche denken. Die Saison 2019/2020 ist beinahe zu Ende und die Kaderplanung für die nächste Spielzeit läuft auf Hochtouren - zumindest im Netz.

Denn der HSV wird mit so einigen Namen in Verbindung gebracht, die als Versprechen für eine glorreiche Zukunft gelten und die bereits vorhandene goldene Generation* punktuell ergänzen bzw. anleiten sollen. Da wäre zunächst einmal der Österreicher Peter Michorl, seines Zeichens Mittelfeldspieler des Linzer ASK. Der 25-Jährige kommt auf bereits 176 Partien für die Oberösterreicher und hat einen noch bis 2021 gültigen Vertrag. In der laufenden Spielzeit hat Michorl 27 Einsätze absolviert, dabei fünf Tore erzielt und 13 Vorlagen gegeben.

Eine mehr als beachtliche Bilanz, die auch den HSV aufhorchen lassen soll. Von „Sky“ auf das Gerücht angesprochen, zeigte sich der Österreicher aber sehr wortarm. „Hamburg? Eine schöne Stadt“, lautete seine knappe Feststellung. Ganz Fußballer folgten daraufhin nur noch Floskeln. „Es sind jetzt noch drei Spiele, die ich zu hundert Prozent bestreiten will, dann gehen wir in den Urlaub. Dann werden wir sehen, was rauskommt“, wollte er den Fokus nur auf seinem gegenwärtigen Verein wissen. Als gewiss gilt, dass der 25-Jährige nur im Falle eines HSV-Aufstiegs ein konkretes Thema in der Hansestadt werden könnte. Laut „transfermarkt.de“ beläuft sich der Marktwert Michorls auf 2,5 Millionen Euro.

Hamburger SV: Ersatz für Leibold, „Storch“ für die Offensive? HSV mit großer Konkurrenz im Werben um neue Spieler

Einen Mannschaftsteil weiter hinten halten sich die Berichte, dass Casper Höjer Nielsen vom Aarhus GF an die Elbe* wechseln soll. Der Däne mit einem Marktwert von 550.000 Euro ist Linksverteidiger und hat ebenfalls einen Vertrag bis 2021 bei seinem aktuellen Arbeitgeber. Im Rennen um den 25-Jährigen wäre der HSV jedoch nicht allein. Auch Standard Lüttich, Bröndby und diverse Vereine aus der Türkei sollen Interesse an Nielsen haben.

Eine Verpflichtung des Skandinaviers wäre als Back-up für den HSV-Verteidiger Tim Leibold zu verstehen, der unermüdlich die Außenbahn beackert und in der laufenden Spielzeit bärenstarke 16 Vorlagen gegeben hat. Der Dauerbrenner hat alle Saisonspiele bestritten und könnte zukünftig definitiv einen Ersatz gebrauchen - der ihn entweder entlastet oder gar vollständig seinen Platz einnimmt. Denn mit seinen guten Leistungen weckt der Ex-Nürnberger auch das Interesse von höherklassigen Klubs.

In derselben Liga wie der HSV spielt hingegen Holstein Kiel. Die „Störche“ haben gute Erinnerungen an die Hamburger und trotzten ihnen unlängst ein 3:3-Remis ab. Dem waren taktische Fehler von Dieter Hecking* vorausgegangen. Sollte er Trainer der Rothosen bleiben, könnte er sich zukünftig eventuell über einen Spieler der Kieler freuen. Im Gespräch ist nämlich der Südkoreaner Jae-Sung Lee, der für den Endstand in der besagten Partie gesorgt hatte.

Der 27-jährige Asiate kann in der Offensive variabel eingesetzt werden und soll 1,6 Millionen Euro wert sein. 2019/2020 weist Lee neun Treffer und sieben Assists auf und weckt damit nicht nur in Hamburg Begehrlichkeiten. Sowohl der belgische Spitzenklub RSC Anderlecht als auch Crystal Palace, Verein aus der englischen Premier League, sollen ihre Fühler nach dem Südkoreaner ausgestreckt haben.

In Aufbruchsstimmung: HSV-Sportvorstand Jonas Boldt hat den Kader der Rothosen zu verantworten und muss eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen. (Archivbild)

Hamburger SV: Weydandt als Pohjanpalo-Nachfolger? Fein geht, Dorsch an der HSV-Angel

Zu guter Letzt gilt es noch, die (neue) HSV-Sturmspitze zu begutachten. In dieser glänzt in der Rückrunde der Finne Joel Pohjanpalo, der jedoch nur von Bayer Leverkusen ausgeliehen ist. Der 25-Jährige kommt in 13 Partien für die Rothosen auf satte neun Tore und macht durchschnittlich alle 91 Minuten eine Bude. Für die Hamburger soll er aber schlichtweg zu teuer sein und deswegen keine Zukunft an der Elbe haben. Dementsprechend bedarf es eines zumindest gleichwertigen Ersatzes, da ein weiterer Stürmer des einstigen Bundesliga-Dinos, Lukas Hinterseer*, seit mehreren Monaten seiner Form hinterher läuft.

In diesem Fall ist die Rede von Hendrik Weydandt, Offensivkraft in Diensten von Hannover 96. Der 24-Jährige kann in der noch laufenden Zweitligasaison 14 Scorerpunkte für sich verbuchen und gilt als klassischer „Sturmtank“. Er wäre ein Brecher der Marke Pohjanpalo und weiß, wo das Tor steht. Eine Ablösesumme müsste der HSV für Weydandt nicht zahlen. Sein Vertrag bei den Niedersachsen läuft nur noch bis zum 30. Juni, danach ist der 1,95 Meter große Hüne vereinslos. „Der Junge ist mit Sicherheit drei bis vier Millionen Euro wert. Das Geld hätten wir gut gebrauchen können“, sagt Hannover 96-Ikone Dieter Schatzschneider. Ein Schnäppchen also für die Hamburger?

Wie dem auch sei, bisher steht noch keiner der vier genannten Spieler beim Hamburger SV unter Vertrag. Die Frage wird auch sein, ob sich die Rothosen in Zeiten der Coronavirus-Sars-CoV-2* auf kostspielige Transfers einlassen können. Hierzu hatte sich bereits Finanzvorstand Frank Wettstein geäußert, wie 24hamburg.de berichtet. Im Zweifelsfall könnte Investor Klaus-Michael Kühne um ein Darlehen gebeten werden, der wiederum von Ex-HSV-Präsident Jürgen Hunke angezählt wurde*.

Fix ist bereits, dass Adrian Fein* den Verein verlässt und zum Rekordmeister Bayern München* zurückkehrt. Eine offene Baustelle, die gegebenenfalls durch Heidenheims Shootingstar Niklas Dorsch* behoben werden könnte. Gerüchte über Gerüchte bei den Hamburgern, die erst einmal gegen Sandhausen abliefern sollten, um die Chance auf die Relegation zu wahren. In dieser würde entweder Fortuna Düsseldorf oder Werder Bremen auf die Rothosen warten. Im 24hamburg.de-Live-Ticker* gibt es alle Informationen rund um das HSV-Spiel gegen Sandhausen. * 24hamburg.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Kommentare