Nordklubs könnten loslegen

Hamburger Fußball: HSV und FC St. Pauli erhalten DFL-Lizenz

  • Enno Eidens
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Wie viele andere Vereine leiden der Hamburger SV und der FC St. Pauli finanziell unter der Coronavirus-Spielpause. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sorgt nun zumindest für eine gute Nachricht.

Hamburg - Auch in Zeiten der Coronavirus-Krise gibt es gute Nachrichten für den Hamburger SV. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat dem Fußballverein eine Lizenz für die kommende Saison 2020/21 ausgestellt, ohne Auflagen. Trotzdem gibt es viele Unklarheiten beim HSV. Niemand weiß, wann und wie der Spielbetrieb weitergehen wird. Möglicherweise könnte sogar der SV Werder Bremen im Volksparkstadion spielen! Eine spannende Neuigkeit plant die FIFA: noch in diesem Jahr sollen fünf Auswechselspieler, statt der üblichen drei zulässig sein. 

Hamburger SV erhält DFL Lizenz - Werder Bremen bald im Volksparkstadion?

Die DFL geht bei ihrer aktuellen Lizenzvergabe auf die deutschen Fußballvereine zu. Auch der Hamburger SV profitiert davon, dass die Liquiditätsberechnung der Vereine nicht geprüft wird. Für HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein ist das in Zeiten der Coronavirus-Krise die richtige Entscheidung. Es sei völlig unklar wann und unter welchen Voraussetzungen der Ligabetrieb wieder starten könne. „Daher tut die Liga auch gut dran, hier keine Planungsvorgaben zu machen, die möglicherweise in wenigen Wochen wieder verworfen werden müssten. Die Aussetzung ist die einzig logische Reaktion auf die bestehende Unsicherheit“, so Wettstein im Interview auf der Website des Hamburger SV.

Beim Nordrivalen SV Werder Bremen hat man sich Sorgen wegen der Spielberechtigung gemacht. Geschäftsführer Klaus Filbry sprach am gestrigen Montag über den Fall, wenn man keine Lizenz im ersten Anlauf bekäme. Die Rede war sogar von einem Alternativspielort, berichtet das Werder-Portal-Deichstube*. Hätten die Bremer also im Hamburger Volksparkstadion beim HSV spielen müssen? Die Ungewissheit am Montag hielt zum Glück für alle Beteiligten nicht lange an. Bereits am Nachmittag verkündete die DFL, dass der SV Werder Bremen eine Lizenz für die Saison 2020/21 erhält. Alle Nordklubs erhalten die Lizenz.

Wann geht es für Hamburger SV und FC St. Pauli weiter?

Viel wichtiger für Hamburger Fußballfans: Wann stehen HSV und FC St. Pauli wieder auf dem Platz? Aktuell wird in Kleingruppen trainiert. Ab dem heutigen Dienstag beträgt die maximale Gruppengröße laut DFL-Vereinbarung acht Spieler. Der FC St. Pauli trainiert nun mit vier Kleingruppen im Millerntorstadion und im Vereinsgelände an der Kollaustraße, berichtet bild.de. Fans, die bereits Tickets für kommende Spiele gekauft haben, können diese bei beiden Hamburger Vereinen umtauschen.

Die guten „alten“ Zeiten: Der Hamburger SV verteidigt einen Freistoß von FC St. Paulis Marvin Knoll (am 22. Februar 2020).

Um den Trainingsrückstand auszugleichen, plant die FIFA, fünf statt drei Wechselspieler pro Partie zu erlauben. Wie die ARD-Sportschau berichtet, müsse dieser Vorschlag nur noch von den Regelhütern des International Football Association Bord (IFAB) angenommen werden. Die fünf Wechsel müssten allerdings in drei Unterbrechungen erledigt werden.

HSV und St. Pauli müssen abwarten. Die DFL hat sich mit ihrem Konzept für einen Pass an Bund und Länder entschieden. Der Ball liegt nun dort, man warte auf eine „Entscheidung der Verantwortungsträger in der Politik“, so der Twitter-Account der DFL. Doch an der Sinnhaftigkeit des Konzepts gibt es Zweifel, beispielsweise bei in der Sportredaktion von Zeit Online. Das Risiko, dem Spieler und Funktionäre ausgesetzt werden, sei viel zu groß

Leipziger Virologe rät von verfrühtem Bundesligastart ab

Auch aus der Medizin gibt es Warnungen vor einem verfrühten Start der Fußballbundesliga. Der Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Leipzig, Prof. Uwe G. Liebert äußert sich im Gespräch mit der Mitteldeutschen Zeitung kritisch: „Wir wissen [...] noch nichts über die Langzeitfolgen einer Erkrankung mit Covid-19.“ Zu dem Fall eines 31-jährigen am Coronavirus Verstorbenen sagte er: „Es ist möglich, auch in jungen Jahren an dem Virus schwer zu erkranken oder zu sterben.“ Das Konzept der DFL hält er für nicht durchsetzbar. 

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Mit Anssi Suhonen lebt bereits ein Fußballer des Hamburger SV in Quarantäne. Der 19-jährige Finne wurde nach Angaben der Bild-Zeitung bereits am letzten Donnerstag, 23. April vom Hamburger Flughafen direkt zum HSV-Campus gebracht. Dort wird er nun von außen versorgt und hält sich auf dem Fahrrad-Ergometer fit. HSV-Coach Dieter Hecking (55) plant mit Suhonen, will den Mittelfeldspieler ins Training der Profis einbauen. In der U19-Bundesliga Nord/Nordost hat der Finne in der aktuellen Spielzeit bereits 15 Mal für den HSV gespielt. Dabei erzielte er fünf Tore und legte dreimal zum Treffer auf. Beim HSV könnte er in der kommenden Saisons mit Youngster Vagnoman durchstarten.

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Rubriklistenbild: © Axel Heimken/picture alliance/dpa

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