Fußball im Krisenmodus

Zehn Coronavirus-Fälle in der Bundesliga – Hamburger SV und FC St. Pauli haben Glück

  • Enno Eidens
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Möglicherweise könnte die Bundesliga schon im Mai wieder losgehen. Der Hamburger SV und der FC St. Pauli bereiten sich vor. Auf dem Plan steht auch eine längere Team-Quarantäne.

Hamburg – Fußballvereine und Fans in ganz Deutschland machen sich große Hoffnungen. Schon am 16. Mai könnte es in der Bundesliga wieder losgehen. Doch die Entscheidung dafür treffen weder die Deutsche Fußball Liga (DFL), noch die Vereine. Am Mittwoch berät die Bundesregierung abermals mit den Ministerpräsidenten der Länder. Dann könnte eine Entscheidung fallen. Der Hamburger SV und der FC St. Pauli bereiten sich vor. Auf dem Programm stehen neben Trainings in Kleingruppen auch Coronavirus-Tests und Team-Quarantäne

Coronavirus: Hamburger SV und FC St. Pauli trainieren für Bundesligastart

Die DFL hat mit ihrem Coronavirus-Konzept Druck auf die Verantwortlichen in der Politik gemacht. Obwohl es Kritik an dem Papier und einem Spielbeginn im Mai gibt, wollen die Beteiligten loslegen. Es geht um viel Geld. Betroffen sind nicht nur Spieler, Vereine und Fernsehsender, sondern auch Werbekunden. Angestellte der Vereine und viele mehr. Am Mittwoch trifft sich die Bundesregierung abermals zu einer Coronavirus-Sitzung mit den Ministerpräsidenten der Länder. Die deutsche Bundesliga und viele Fußballfans hoffen auf ein positives Signal, auf eine „Spielerlaubnis“ in Zeiten der Coronavirus-Krise. Auch beim Hamburger SV und dem Kiez-Rivalen FC St. Pauli möchte man loslegen und bereitet sich entsprechend vor. 

Aktuell trainieren die Hamburger Vereine in Kleingruppen. Der HSV nutzt das Volksparkstadion, die Spieler vom FC St. Pauli das Millerntorstadion und ihr Trainingsgelände an der Kollaustraße. Beim HSV hofft man, schon am Donnerstag wieder ein richtiges Mannschaftstraining absolvieren zu können, berichtet mopo.de. Ob es dazu kommt, muss ebenfalls die Politik entscheiden, die zuvor auf Länderebene Ausnahmegenehmigungen an die Fußballvereine erteilt hat. Nur deshalb durfte überhaupt trainiert werden. Zudem planen die Hamburger Vereine eine längere Team-Quarantäne.

Coronavirus-Tests und Quarantäne für das ganze Team

Die Schocknachricht für die deutschen Fußballvereine kam heute, am Nachmittag des 4. Mai: zehn Personen in der Bundesliga wurden laut DFL positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt gab es 1.724 Tests. Positiv sind unter anderem zwei Fußballer und ein Mitarbeiter des 1. FC Köln. Die drei sind nun in Quarantäne, der Rest der Mannschaft trainiert in Kleingruppen weiter, so die Westdeutsche Zeitung. Der Kölner Mittelfeldspieler Birger Verstraete äußerte sich bei der belgischen Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“ kritisch. So habe er mit den beiden Spielern noch am Donnerstag im Fitnessstudio trainiert und der infizierte Physiotherapeut habe viele Spieler behandelt. Kurz darauf rudert Verstraete zurück, entschuldigt sich für seine Äußerungen.

Wann es für Tim Leibold vom Hamburger SV wieder auf den Platz geht, ist unklar (24hamburg.de-Collage).

Auch der Hamburger SV und der FC St. Pauli müssen sich auf viele Coronavirus-Tests einstellen. Wie jedes Team der Bundesliga haben Sie bereits mindestens eine Testrunde hinter sich, bereiten gerade eine zweite vor. Beim FC St. Pauli hat man laut Hamburger Abendblatt allerdings schon vorher testen lassen. Beide Teams wurden, so bild.de, negativ getestet. In Hamburg plant man aktuell die verpflichtende siebentägige Quarantäne. Diese ist Teil des DFL-Konzepts und soll vor dem ersten Ligaspiel von Spielern, Trainern und Betreuern absolviert werden. Der HSV prüft laut Abendblatt die Möglichkeit, im eigenen Campus unterzukommen, der FC St. Pauli möchte für die Quarantäne in ein Hamburger Hotel gehen. 

Gewissheit für Hamburger SV und FC St. Pauli gibt es erst am Mittwoch

Am Mittwoch, 6. Mai wird sich in der Planung vom Hamburger SV und FC St. Pauli wieder einiges ändern. Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder könnten das Training und sogar den Bundesliga-Spielstart erlauben. Bis dahin müssen sich die Vereine und vorbereiten und hoffen. Dazu zählt für die Hamburger natürlich auch der Blick auf den Transfermarkt und auf den eigenen Nachwuchs. Beim HSV konnte man mit Josha Vagnoman bereits einen vielversprechenden Youngster bis in Jahr 2024 verlängern. Aktuell hat man außerdem Interesse an einem Ex-Profi von Real Madrid.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/Ulrich Perrey/picture alliance/dpa

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