Mission Aufstieg

Bittere Niederlage – Hecking spricht über den Stuttgart-Schock des Hamburger SV

Der HSV hat einen weiteren Rückschlag im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga verhindert. Doch das 3:2 gegen Abstiegskandidat Wehen Wiesbaden war mühevoll, die Niederlage gegen Stuttgart extrem bitter. Trainer Dieter Hecking verteidigt sein Team dennoch.

  • Dieter Hecking* spricht nach knappen Sieg gegen Wehen Wiesbaden.
  • Niederlage beim VfB Stuttgart trifft den Coach heftig.
  • Auf diese beiden Spieler des Hamburger SV* setzt Hecking beim Aufstieg.

Hamburg - Der einstige Offensivspielspieler Dieter Hecking gab den Verbal-Verteidiger. Der Trainer des Hamburger SV stellte sich nach dem müden 3:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden in der 2. Bundesliga vor seine Mannschaft und versuchte, jede Kritik an seinen Spieler abzuwehren. Denn gegen den Abstiegskandidaten aus Hessen waren die Nachwirkungen des Last-Minute-2:3 beim Aufstiegs-Mitkonkurrenten VfB Stuttgart vom Donnerstag noch deutlich spürbar. Der Aufstieg hat für den HSV auch eine wichtige finanzielle Komponente*, berichtet 24hamburg.

FussballerDieter Hecking
Geboren12. September 1964 (Alter 55 Jahre), Castrop-Rauxel
Größe1,78 Meter
EhepartnerinKerstin Hecking
PositionMittelfeld
KinderJonas Hecking, Charlotte Hecking, Maria-Lena Hecking, Theresa Hecking, Aaron Hecking
Bisherige TrainerstationenHamburger SV (Fußballtrainer, seit 2019)

Dieter Hecking spricht über den Aufstiegskampf des Hamburger SV

„Wir haben beim VfB eine der bittersten Niederlagen seit geraumer Zeit, auch für mich als Trainer, erleben dürfen“, sagte Dieter Hecking am Sonntag, 31. Mai. „Und dass unsere Mannschaft nur drei Tage später wieder über den Willen gehen muss und einen widerstandsfähigen Gegner zu bearbeiten hat, zeigt, was für eine tolle Mannschaft der HSV hat, mit welchem Charakter diese Spieler ausgestattet sind.“ Es sei ihm total klar gewesen, dass es gegen Wiesbaden „eine schwere Geburt wird. Aber wir haben dem Druck standgehalten.“

Der Hamburger SV blieb durch den glücklichen Sieg mit 49 Punkten auf dem Aufstiegsrelegationsplatz drei, zwei Zähler hinter den Stuttgartern und einen Punkt vor dem 1. FC Heidenheim. Dass Tabellenführer Arminia Bielefeld (56) nach dem 2:1 bei Holstein Kiel in den letzten fünf Spielen noch einzuholen ist, glaubt kaum noch jemand. Zumal der Spitzenreiter von der Alm noch ein Nachholspiel ausstehen hat.

Dieter Hecking, Trainer von Hamburg entfernt seine Maske vor einem Interview vor dem Spiel.

Dieter Hecking gab ein Versprechen: „Bei aller berechtigten Kritik kann ich über diese Mannschaft nur sagen, sie wird das voll durchziehen“, sagte der 55-Jährige. „Wenn es am Ende reicht, werden wir etwas zu feiern haben. Wenn es nicht reicht, wird es so sein.“ Die Mannschaft habe aber den „absoluten Willen aufzusteigen“.

Dieter Hecking über überraschende Wechsel in der HSV-Startelf

Am Willen fehlte es dem Hamburger SV gegen die Wiesbadener sicher nicht, aber an der Leichtigkeit. Dennoch gab es gegen die gleichwertigen Gäste den ersten Sieg im vierten Spiel nach Ende der Coronavirus-Zwangspause* und einen versöhnlichen Abschluss einer schwierigen Englischen Woche.

Entscheidenden Anteil daran hatten zwei Spieler, die Dieter Hecking überraschend in die Startelf beordert hatte: Der oft kritisierte David Kinsombi als offensiver Mittelfeldspieler avancierte mit zwei Treffern zum Sieggaranten. „Er hat in der Corona-Pause viel gearbeitet und ist deutlich spritziger als zuvor“, sagte Hecking.

Viel überraschender war Heckings Wechsel im Tor: Fast 13 Monate nach seinem letzten Spiel in der 2. Bundesliga spielte Julian Pollersbeck für Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes. Und die einstige Nummer eins machte ihre Sache gut. Der ehemalige U21-Europameister vereitelte zwei klare Chancen der Gäste mit starken Paraden. „Ich freue mich, dass der Trainer mir das Vertrauen geschenkt - und noch mehr, dass wir alle gemeinsam das Spiel heute gewonnen haben“, ließ der 25-Jährige später verlauten.

Dieter Hecking wollte in den Torwart-Tausch nicht zu viel interpretiert sehen. „Wir hatten eine sehr intensive Zeit nach Corona. Gerade ein Torwart steht immer unter hohem mentalen Stress“, erklärte er seine Entscheidung. Deshalb habe Heuer Fernandes freibekommen. „Ich hatte da wie auf anderen Positionen den Eindruck, dass ich einen frischen, unverbrauchten Torwart für dieses Spiel brauche.“ Für ihn sei es keine „außergewöhnliche Maßnahme, in einer Englischen Woche auch den Torhüter zu wechseln“, meinte Hecking. Die Leistungen von Heuer Fernandes in der Saison seien in Ordnung gewesen.

"Zwei Granaten" kommen noch – HSV im Aufstiegskampf

Ob der Wechsel von Dauer ist, wollte Dieter Hecking nicht sagen. Die Mannschaft des Hamburger SV erhielt erst einmal zwei Tage frei. Erst am kommenden Montag geht das Aufstiegsrennen gegen Kiel weiter. Wenn an diesem Mittwoch das Training wieder beginnt, werden auch die zuletzt verletzten Jan Gyamerah und Gideon Jung dabei sein. „Das sind zwei Granaten, die wir im Endspurt dazubekommen“, sagte Hecking. Fehlen wird für einige Zeit Khaled Narey. Er laboriert an einer Muskel- und Bänderzerrung im Knie.

dpa/lno/ee 

Quelle: 24hamburg.de-HSV*

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