Nur noch eine Woche

Am Sonntag geht‘s los: Hamburger SV und FC St. Pauli im Endspurt

  • Enno Eidens
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Die Hamburger Zweitliga-Klubs bereiten sich vor. Schon am Sonntag geht für sie die Bundesliga wieder los. So trainieren Hamburger und FC St. Pauli für den 26. Spieltag.

Hamburg/Herzogenaurach - Für die Spieler und Betreuer beim Hamburger SV und FC St. Pauli geht nun alles ziemlich flott. Am Sonntag, 17. Mai, 13:30 Uhr, müssen beide Teams wieder auf den Rasen: Die Bundesligasaison 2019/20 wird fortgesetzt. Dafür trainieren beide Teams nun in Quarantäne, haben keinen physischen Kontakt zur Außenwelt. Der Hamburger SV fährt nach Bayern, der FC St. Pauli trainiert in Hamburg

Hamburger SV und FC St. Pauli trainieren in Coronavirus-Quarantäne

Seit Donnerstag können Hamburger SV und FC St. Pauli wieder in voller Mannschaftsstärke und ohne Abstand trainieren. Der HSV hat seitdem jeden Tag eine Trainingseinheit absolviert. Der Gegner vom Sonntag, Greuther Fürth, steht auf dem fünften Tabellenplatz der 2. Liga. Deshalb will man „auf die Herausforderungen bestmöglich vorbereitet sein“, so die Website des HSV. Man rechnet zudem damit, dass Julian Pollersbeck (Magen-Darm-Infekt), Timo Letschert (muskuläre Probleme) und Martin Harnik (Wadenzerrung) in dieser Woche wieder ins Training einsteigen können. 

Auch der FC St. Pauli hat seit Donnerstag viel und intensiv trainiert. Laut Hamburger Abendblatt fiel das Training am Samstag deshalb kürzer aus. Knappe 40 Minuten standen die Jungs von Trainer Jos Luhukay auf dem Platz und konnten sich danach entspannen. Dahinter steckt natürlich auch ein Plan. Acht Wochen lang haben die Spieler kein intensives Mannschaftstraining mehr absolviert. Alle Belastungen müssen nun gut abgewogen werden, damit es bei den ersten Spielen oder beim Training nicht schon zu Verletzungen kommt.

Beim FC St. Pauli wartet man aktuell noch auf Christopher Buchtmann (Achillessehnenansatz, fällt bis zum Saisonende aus), Philip Ziereis und Christian Conteh (beide Muskelprobleme). Bei Ziereis ist ein Einsatz in dieser Woche möglich, für Conteh sieht die Prognose nicht gut aus, ein langfristiger Ausfall ist möglich.

HSV und St. Pauli starten mit guten Nachrichten in die Woche

Eine gute Nachricht steht beim Hamburger SV und dem FC St. Pauli sicher ganz oben: Kein Team hat bisher einen Coronavirus-Infizierten zu melden. Damit hat man mehr Glück als der Ligakonkurrent Dynamo Dresden, der am Samstag zwei Infizierte melden musste. Dafür wurden die Hamburger Klubs erst am Freitag wieder getestet.

Der Hamburger SV macht sich am Montagabend auf den Weg nach Herzogenaurach. In der bayrischen Kleinstadt in der Nähe von Fürth wird das Team die vorgeschriebene Quarantäne bis zum Spieltag verbringen. Das Hotel „HerzogsPark“ wird den HSV heute Abend empfangen. Direkt nebenan kann auf einem Sportplatz der Stadt trainiert werden. Gut 40 Hamburger werden dann fast wie von Geisterhand versorgt, denn ein Kontakt zwischen Hotel-Belegschaft und dem Hamburger SV ist aus Sicherheitsgründen nicht vorgesehen.

Ob es am Sonntag auch zu Jubel wie beim 3:0 gegen den VfL Osnabrück kommen wird?

Der FC St. Pauli bleibt für das Trainingslager in Hamburg und bezieht am Montag ein Hotel, um dort die Woche bis zum Spieltag in Quarantäne zu verbringen. Sogar Kontakt zur Familie ist untersagt. Den Namen des Hotels verrät der Verein nicht, um unfreiwilligen Fanbesuch zu verhindern. Von dort geht es dann mit Bussen an die Kollaustraße ins Leistungszentrum des Vereins.

Neue Regel verändert den Fußball nach der Coronavirus-Pause

Das International Association Football Board (IFAB) hat sich mit einer wichtigen Regeländerung für die Fortsetzung der Saison beschäftigt. Zum Schutz der Spieler vor Verletzungen soll es möglich sein, fünf statt nur drei Auswechslungen zu tätigen. Die FIFA hat diese Regeländerung am Freitag bestätigt. Nun will die Deutsche Fußball Liga (DFL) schnell über die Einführung in der Bundesliga entscheiden. 

Wenn alles nach Plan läuft, müssen die Bundesligaprofis ganze neun Spiele in nur sechs Wochen absolvieren. Englische Wochen sind vorprogrammiert. Deshalb begrüßen viele Trainer die vorgeschlagene Regeländerung. Dieter Hecking vom Hamburger SV sieht das ganze allerdings auch kritisch. Wie die Mopo berichtet, macht sich der HSV-Coach Sorgen um Zeitspiel. Möglich ist es, schließlich ist das Einwechseln zu Ende der Spielzeit stets ein beliebtes Mittel gewesen. Auch an der Hamburger Coronavirus-Disziplin übt Hecking Kritik. Andreas Bornemann, der Sportchef des FC St. Pauli macht sich weniger Sorgen, er begrüßt die Regeländerung und möchte diese vor allem zur Verletzungsprävention genutzt wissen.

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/picture alliance/dp

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