Maskenpflicht in Hamburg

HSV-Schutzmasken ausverkauft wegen diesem Supporter? Hohn von Sankt Paulianern

  • Wiebke Kaßmann
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Das Volksparkstadion ist ausverkauft – zumindest virtuell. Bisher sind 57.000 HSV-Schutzmasken im Vereins Fanshop bestellt worden. Darum musste der HSV die Masken-Vorbestellungen zunächst stoppen.

  • 57.000 Bestellungen für Schutzmasken sind beim Hamburger SV bisher eingegangen.
  • Coronvirus-Sars-CoV-2: Darum verhängte der HSV vorerst einen Bestellstop.
  • Die Einnahmen gehen an die HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“.

Hamburg – Ausverkauft: Beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV sind bedingt durch Coronavirus-Sars-CoV-2 bisher 57.000 Bestellungen für Gesichtsmasken eingegangen, darum hat der Verein die Annahme von Bestellungen vorerst gestoppt: „Um die Lieferzeiten einzuhalten, sind vorübergehend keine Masken-Vorbestellungen mehr möglich“, teilt der HSV auf seiner Homepage mit. Die Wartezeit bis zur Auslieferung liegt zuletzt bei zwanzig Werktagen.

Beim HSV sind in nur einer Woche 57.000 Bestellungen für Schutzmasken eingegangen.

Mit 57.000 vorbestellten Masken ist die Heimspielstätte des HSV, das Volksparkstadion, virtuell ausverkauft. Auch in den HSV-Fanshops im Elbe Einkaufszentrum und im Alstertaler Einkaufszentrum sind die begehrten Masken nicht zu haben. Ab 9. Mai 2020 will die DFL den Spielbetrieb in der ersten und zweiten Fußballbundesliga mit Geisterspielen wiederaufnehmen, berichtet nordbuzz.de.*

Coronavirus-Sars-CoV-2 führt zur Maskenpflicht in Hamburg

Ab Montag, den 27. April 2020, gilt in Hamburg die Maskenpflicht. Sie gilt im Einzelhandel, im öffentlichen Nahverkehr und auf Wochenmärkten. Auch in Alten- und Pflegeheimen sind die Besucher und Mitarbeiter zum Tragen einer Schutzmaske verpflichtet. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind bisher aber Kinder bis zu drei Jahren. Im Freien müssen die Masken nicht getragen werden.

Die Maskenpflicht wurde in Hamburg eingeführt, da die reine Empfehlung zum Tragen einer Gesichtsmaske von vielen Hamburgerinnen und Hamburgern nicht ernst genug genommen wurde. „Unser Eindruck ist, dass das noch nicht so richtig durchgeschlagen hat, diese Empfehlung.“ kritisierte Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher am Montag, den 21. April 2020, bei der Landespressekonferenz, berichtet 24hamburg.de.

HSV-Coronavirus-Masken: Hat dieser Mann den Ansturm ausgelöst?

Mit den schwarz-weiß-blauen Masken, die mit einer HSV-Raute verziert sind, können die Fans sich und andere in der aktuellen Coronavirus-Sars-CoV-2-Krise schützen. Auch der HSV trägt seinen Teil zum Schutz der Menschen bei und brachte darum Mitte April den HSV-Mundschutz raus. Voran gegangen ist damit öffentlichkeitswirksam der Chef der HSV-Supporters, Timo Horn, der sich schon lange vor der Hamburger Maskenverordnung hanseatisch-pflichtbewusst-solidarisch mit Mundschutz zeigt. Unter den Rauten-Fans hat Timo Horn schon in der Vergangenheit Vorbildfunktion bewiesen – so offenbar jetzt auch in der Coronavirus-Krise und seinem demonstrativ frühen Tragen der Maske.

Timo Horn, Chef der HSV-Supporters, trägt schon Anfang April demonstrativ eine schwarz-weiß-blaue Maske und löste damit einen Ansturm auf den Mundnasenschutz aus. (Foto-Montage)

Hamburger Kinder profitieren von HSV-Schutzmasken

Der gesamte Gewinn aus dem Verkauf der Masken geht an die HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“. „Die HSV-Stiftung für Hamburgs Nachwuchs“ fördert Kinder und Jugendliche in den Bereichen Bildung, Soziales und Sport im Großraum Hamburg. „Mit unserer neuen Kampagne möchten wir herausheben, mit welcher Vielzahl an Projekten wir den Nachwuchs in unserer Stadt unterstützen.

Jedes unserer Projekte ist auf seine Weise einzigartig und die emotionalen Kampagnenmotive unterstreichen die Besonderheiten der individuellen Förderschwerpunkte. Die Motive stellen dar, was wir mit unseren vielfältigen Projekten bezwecken wollen: Wir sind die engagierte HSV-Stiftung für Hamburg und helfen dem Nachwuchs, seine Träume zu verwirklichen“, erklärt Sven Neuhaus, Leiter der HSV-Stiftung Der Hamburger Weg“ auf der HSV Homepage.

Hohn über das vorzeitige Masken-Aus beim HSV kommt von Fans des Stadtrivalen FC St. Pauli: „3 Wochen Wartezeit für die Derbyverlierer-Masken? Lohnt doch nicht wirklich. H$V ist doch schon heilbar! Die Gewinner kaufen hier die Soli-Maske.“, schreibt ein Sankt Paulianer auf Twitter und verlinkt auf die Website des offiziellen FC-Sankt-Pauli-Fanshops, wo es noch genügend Masken mit dem beliebten Totenkopfmotiv gibt.

Jedoch muss auch hier mit Lieferzeiten bis zu zwei Wochen gerechnet, und die Haltebänder der Sankt-Pauli-Masken müssen improvisiert geknotet werden damit sie passgenau über Mund und Nase passen; andere helfen sich mit Büroklammern – berichten zahlreiche Fans auf Facebook.

Coronavirus-Schutzmaske des FC St. Pauli: Passt nicht allen – braun-weiße Fans geben sich Tipps auf Facebook. (Screenshot)

Nicht nur bei den Masken zeigen sich die beiden Hamburger Fußball-Vereine HSV und FC St. Pauli von ihrer besten Seite in der Coronavirus-Krise – auch bei der Ticket-Rückerstattung aufgrund der ausgefallenen Spiele zeigen sich die Klubs kulant und bieten sogar direkt die Möglichkeit an, den Ticketerlös zu spenden, berichtet 24hamburg.de.

dpa/wka/jó

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Rubriklistenbild: © Timo Horn & Jó Alsterburg

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