„Alles viel zu langsam“

HSV-Drama gegen Bochum: Planlos-Auftritt erinnert an letzte Saisons

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Der HSV musste gegen Bochum seine erste Saisonniederlage hinnehmen. Keine Passsicherheit, null Tempo, kaum Torgefahr – wie ein Rückfall in vergangene Tage. 

  • Hamburger SV kassiert gegen Bochum erste Saisonniederlage im achten Saisonspiel 
  • Rückfall in alte Muster? Fast jeder dritte Pass landet beim Gegner 
  • Trainer Daniel Thioune scheitert mit Systemumstellung 

Hamburg – Dass der HSV die Hinrunde nicht ohne Niederlage spielen wird, war klar. Erschreckend war auch weniger das Ergebnis, sondern viel mehr die Art und Weise wie die Mannschaft am achten Spieltag gegen den VfL Bochum auftrat. 

Fußballverein:Hamburger Sportverein
Gründung:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000
Trainer:Daniel Thioune
Sportvorstand:Jonas Boldt

HSV-Pleite gegen Bochum: Daniel Thioune – Systemumstellung für mehr Offensiv-Power 

Trainer Daniel Thioune hatte vor dem Spiel vor allem auf die Offensive gesetzt. Stellte das System entsprechend um – ließ hinten mit Dreierkette spielen. Bakery Jatta und Manuel Wintzheimer sollten auf den Außenbahnen für entsprechende Power nach vorne sorgen.

Im Spiel ging dieser Plan nicht auf: kein Schuss auf das Bochumer Tor in Halbzeit eins. Die Angriffe der Hamburger wirkten viel mehr lustlos, fast müde. Wie schon in der Vergangenheit – in den letzten zwei Spielzeiten verpasste der HSV den Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga durch Lustlos-Partien in der Endphase der Saison. Da werden Erinnerungen wach.

Hamburger SV: Bochum-Drama – Schlafmützigkeit auch in der Defensive  

Passend dazu agierte auch die Hamburger Defensive gegen den VfL zu müde. Vor dem 0:1 (Zulj / Foulelfmeter) verpennte die komplette HSV-Abwehr einen Freistoß, sodass der Hamburger Keeper-Sven Ulreich den einlaufenden Robert Tesche nur noch mit einem Foul stoppen konnte.

HSV kassiert gegen Bochum die erste Saisonniederlage (24hamburg.de-Montage)

HSV-Drama gegen Bochum: Die Spielidee fehlte komplett – in diesem Spiel passte einfach nichts

Insgesamt wirkte der HSV über das gesamte Spiel hinweg plan- und ideenlos. Das änderte sich auch nach der Halbzeitpause nicht. Viel zu oft schlug Keeper Ulreich den Ball einfallslos lang nach vorn. Insgesamt kamen aber nicht mal zweidrittel dieser Bälle beim Mitspieler an. Dazu kaum Zug zum Tor und zu viele Ballverluste: in diesem Spiel passt beim Hamburger SV einfach nichts.

Das war vom Kopf bis in den Fuß alles viel zu langsam, was wir fabriziert haben.“

HSV-Sportvorstand Jonas Boldt, im Interview mit NDR 90,3

Hamburger SV: „Im Nachhinein war es nicht optimal“ – Auch Wechsel brachten keinen Erfolg

Kurz nach dem Ausgleichstreffer in der 65. Spielminute (Simon Terodde / Foulelfmeter) wechselte Trainer Thioune gleich viermal (Gjasula, Wood, Narey & Kittel). Das jedoch schien die Mannschaft eher noch mehr zu verwirren. Daniel Thioune nach dem Spiel: „Im Nachhinein war es nicht optimal. Ich habe die Verantwortung dafür, dann trage ich sie.“

HSV-Drama gegen Bochum: Ausrutscher oder Rückfall in alte Muster?

Der HSV startete zunächst erfolgreich in die Saison. Mit fünf Siegen in Folge bauten sie ihren Vorsprung auf Tabellenplatz 2 nach und nach aus. Doch: seit drei Spielen sind die Hamburger nun schon sieglos. Im Derby gegen den FC St. Pauli und Holstein Kiel reichte es nur für ein Remis. Mit dem 1:3 gegen Bochum folgte nun die erste Niederlage der Saison.

Auch die Leistung hinkt seither den Ansprüchen hinterher. Und: der Vorsprung in der Tabelle schmilzt – die Spvgg. Greuther Fürth liegt nun nur noch zwei Punkte hinter den Hamburgern. In den kommenden Spielen gegen Heidenheim (29.11.) und Hannover (05.12.) hat der HSV die Chance, dass Ruder wieder herumzureißen.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/picture alliance

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