Fußball von Herzen

FC St. Pauli: Spieler, Shop, Forum, Stadion – alles zum Hamburger Kiez-Club und Stadtderby-Gewinner

  • Johannes Rosenburg
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Fußball-Club FC St. Pauli: starker Fansupport und der ewige Aufstiegskampf in der Bundesliga. Infos und Geschichte des Hamburger Fußballvereins.

  • Der „Fußball-Club St. Pauli von 1910 e. V.“ hat seinen Hauptsitz im Herzen des gleichnamigen Viertels St. Pauli in unmittelbarer Nähe zum Millerntor-Stadion.
  • Der stetige Aufstiegskampf führte den FC St. Pauli in die 2. Bundesliga
  • Der Hamburger Kiez-Club wird durch seine Fanclubs zur Marke.

Hamburg – Der Fußball-Club FC St. Pauli ist unverkennbar ein Aushängeschild der Hansestadt. Der Club mit dem Totenkopf als bekanntes Fansymbol gilt als nordischer Kultverein der Bundesliga und trägt eine facettenreiche Geschichte. Wer direkt das Herzstück des Kiez-Clubs besuchen möchte, kann sich das Millerntor-Stadion, die Heimat des Fußball-Vereins, einmal genauer anschauen.

FC St. Pauli aus Hamburg: Tickets, Spielplan und Fanshop

Tickets für Heimspiele, aber auch für Auswärtskarten und Dauerkarten sind im offiziellen Shop des Fußball-Vereins erhältlich. Wer nicht live dabei sein kann, hat die Möglichkeit, über Twitter, Instagram, AFM-Radio und den FC St. Pauli TV die Spiele zu verfolgen.

Wer über den aktuellen Spielplan informiert bleiben will, kann diesen auf der offiziellen Vereinshomepage einsehen.

FC St. Pauli-Fans können zudem in den Hamburger Fanshops am Millerntor und auf der Reeperbahn viele Artikel im Look des Fußball-Clubs erwerben, darunter:

  • Trikots
  • T-Shirts
  • Hoodies
  • Jacken
  • Kleinigkeiten, wie Sticker und Kugelschreiber

Spieler des FC St. Pauli: Die Profis im Millerntor-Stadion

Unter Cheftrainer Jos Luhukay sind aktuell dreißig Spieler im Kader des FC St. Pauli.

PositionNameTrikot-Rückennummer
TorRobin Himmelmann30
TorSvend Brodersen33
TorKorbinian Müller40
AbwehrJakub Bednarczyk2
AbwehrLeo Østigård3
AbwehrPhilipp Ziereis4
AbwehrChristopher Avevor6
AbwehrMarc Hornschuh8
AbwehrDaniel Buballa15
AbwehrMatt Penney17
AbwehrLuca Zander19
AbwehrYiyoung Park20
AbwehrJames Lawrence21
AbwehrJan-Philipp Kalla27
AbwehrFlorian Carstens38
AbwehrSebastian Ohlsson43
MittelfeldMarvin Knoll5
MittelfeldKevin Lankford7
MittelfeldChristopher Buchtmann10
MittelfeldRyō Miyaichi12
MittelfeldJohannes Flum23
MittelfeldRico Benatelli26
MittelfeldWaldemar Sobota28
MittelfeldErsin Zehir31
MittelfeldLuis Coordes36
MittelfeldFinn Ole Becker37
SturmViktor Gyökeres9
SturmDimitrios Diamantakos18
SturmBoris Tashchy24
SturmHenk Veerman25

Millerntor-Stadion in Hamburg: Anfahrt zur Heimat des FC St. Pauli

Das Millerntor-Stadion ist die Spielstätte des FC St. Pauli und erhielt seinen Namen durch das vormals bestehende Tor der Hamburger Stadtmauer. Am Heiligengeistfeld haben Heimspiele bereits seit Ende des Ersten Weltkriegs Tradition. Knapp 30.000 Menschen finden in dem Stadion Platz. Zudem sind VIP Karten für Séparées und Business-Seats erhältlich. Neben der Geschäftsstelle beherbergt das Areal außerdem das Kartencenter, eine Vereinsgaststätte, den Fanshop in der Südtribüne und das Museum des FC St. Pauli. Auch für Kinder gibt es etwas ganz Besonderes – eine Kita, die zwischen der Haupttribüne und Südtribüne einen uneingeschränkten Ausblick auf das Spielfeld bietet.

Mitten in der Innenstadt Hamburgs gelegen, gestaltet sich die Anfahrt nach St. Pauli und zum Heimat-Stadion denkbar einfach. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, etwa mit den U-Bahnen des HVVs, geht es von den U3-Haltestellen St. Pauli und Feldstraße fußläufig besonders schnell direkt zum Millerntor-Stadion. Eine Anfahrt mit dem Auto ist zwar auch möglich, doch der Verein selbst verweist auf die gut angebunden öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt, da auch die Möglichkeiten zu parken aufgrund der zentralen Lage begrenzt sind.

Bei einer Stadionführung werden den Besuchern nicht nur interessantes Hintergrundwissen, sondern auch lustige Anekdoten und überraschende Fakten aus der über 100-jährigen Geschichte des Fußballvereins vermittelt. Tickets der sogenannten Millerntouren sind auf der offiziellen Homepage erhältlich.

Die legendäre Gegengerade des Millerntor-Stadions.

Wird das Millerntor-Stadion in eine Genossenschaft umgewandelt?

Das Millerntor-Stadion ist immer wieder Grundlage für Diskussionen, wenn es um die Finanzierung des Vereins FC St. Pauli geht, wie hinzundkunzt.de 2019 berichtet hat. Ginge es nach Vereins-Präsident Oke Göttlich könnten Anteile von bis zu 46 Prozent des im Vereinsbesitz befindlichen Stadions an die Fans verkauft werden. Das Stadion würde dann als Genossenschaft verwaltet werden. Was nach einer guten alternativen Geldquelle klingt, da sich der Verein dazu entschieden hat, keinen fremden Investoren das Stadion oder den Vereinsnamen zu verkaufen, hat sich bisher jedoch nicht zur tatsächlichen Umsetzung behaupten können.

Sicht vom Heiligengeistfeld auf die Gegengerade des Millerntor-Stadtions des FC Sankt Pauli. Ultrà Sankt Pauli (USP) wertet nicht nur Stromkästen, sondern auch den FCSP-Verein auf.

FC St. Pauli Hamburg: Ein Fußball-Club mit bemerkenswerter Geschichte

Bis ins Jahr 1942 zählte der FC St. Pauli zur Fußballabteilung des “Hamburg St. Pauli Turnvereins”. Der FCSP wurde erst 1910 als selbstständiger Club in das Vereinsregister eingetragen. Braun-Weiß sind damals wie heute die Farben des Clubs, der sich seit Bestehen mit dem Hamburger SV um die Vorherrschaft in der Hansestadt streitet. Der stetige Kampf um den Ligaaufstieg und Klassenerhalt hat FC St. Pauli stark geprägt.

Doch das ewige Auf und Ab in der Bundesliga kennen längst nicht nur die Fans von heute. Zwar stieg der ehemalige Turnverein bereits 1919 in die 1. Bundesliga auf, seinen Platz dort konnten er sich jedoch nie lange halten. Nach vielen Jahren mit Platzierungen in der 3. Liga sicherte sich das Team Anfang der 2000er wieder einen Platz in der 2. Bundesliga. 2009/2010 stieg der Verein zeitweise sogar in die erste Bundesliga auf – es gab zahlreiche Spielerwechsel, doch der Abstieg ließ sich nicht verhindern. Seit jeher musste sich FC St. Pauli wieder in der 2. Bundesliga messen.

Ultràs des FC Sankt Pauli auf der Südkurve – mit legendären Vorsängerinnen und Vorsängern.

Facettenreiche Fangemeinschaft des FC St. Pauli: Fanclubs, Ultràs, Fan-Forum

Die Anfänge der Fanclubs gehen bis in die Hausbesetzerzeiten der 80er und 90er Jahre zurück. Heute hat der FC St. Pauli mehr als 400 eingetragene Fanclubs, die über ganz Deutschland verteilt sind. Markantes Symbol und auch späteres Logo für die Fanszene der Kiez-Kicker wurde der Totenkopf. Mehrere Fanclubs, ganz groß darunter Ultrà Sankt Pauli, werden durch die Abteilung Fördernde Mitglieder (AFM) organisiert. Doch besagte Clubanhänger machen immer wieder Schlagzeilen mit radikalen Aktionen und Vandalismus.

Bei Heimspielen sitzen die eingeschweißten Kicker-Fans in der Südkurve und starten Fangesänge und Choreografien, um ihren Verein stimmungsvoll anzufeuern. Mit Liedern drücken diese ihre Solidarität zu den FCSP Spielern aus. Auch die Hymne Das Herz von Sankt Pauli sowie große Sprüche-Banner dürfen bei keinem Spiel fehlen. Die Mehrzahl der Fanmitglieder besteht aus Männern, doch auch immer mehr Frauen treten der Fanszene bei. Die Fangemeinschaft hat zudem einen Fanladen gegründet, der sich gleichzeitig für soziale Projekte stark macht und den Fokus auf die Jugend gelegt hat.

St. Pauli-Fans mit Totenkopf-Fahne auf der Gegengerade des Millerntor-Stadions.

Im Internet tauschen sich die Fans gerne über das St. Pauli-Forum aus, nach dem Motto „klönen, schnacken, diskutieren“. Insgesamt sind in dem Forum über 13.000 Mitglieder registriert und über 9.000 Themen gesetzt.

FC St. Pauli – vom Underdog zur Hamburger Marke

Der Fußball-Verein hat in den letzten 20 Jahren nur drei Spielzeiten in der deutschen Erstliga verbracht. Dennoch ist das prägnante Markenprofil des FCSP aus dem Profifußball nicht mehr wegzudenken. Im Rund-Wappen des Vereins mit dem Hamburg-Logo ist der Slogan „non established since 1910“ erst seit Anfang des neuen Jahrhunderts zu finden.

Durch die große Fangemeinschaft wurde der Grundstein für die Markenwerte gelegt. Unter der markanten Totenkopf-Flagge vermitteln der Club und seine Anhänger ihrerseits Werte wie Weltoffenheit, Rebellion, Toleranz und Selbstironie, stehen öffentlich gegen bestehende Konventionen, Probleme wie Rassismus, Homophobie wie auch Sexismus ein und sind teils sogar in der Antifa aktiv. Die Fans des FC St. Pauli sehen sich im starken Gegensatz zu denen des HSVs, deren Verhalten schon öfters durch Gewalt, rechte Parolen und Ausschreitungen mit Hooligans aufgefallen ist.

Aufeinandertreffen zweier nordischer Fußball-Clubs beim Hamburger Stadtderby

Das Hamburger Stadtderby bezeichnet Fußballspiele, bei denen FC St. Pauli gegen HSV spielt. Den ersten Sieg des FCSP erzielten die Kicker vom Kiez am 19. Oktober 1930 mit einem 1:0. Nach nahezu jährlicher Austragung dieser Partien trennten sich die Wege beider Hamburger Vereine durch die Gründung der Bundesliga. Am 19. Oktober 2010 fand erstmals seit dem Jahr 1962 wieder ein Derby im Millerntor-Stadion statt, das mit einem Unentschieden ausging.

Durch ein Tor von Gerald Asamoah gewann der Verein beim Rückspiel am 16. Februar 2011 erstmals seit 1977 wieder ein Stadtderby. Unter Trainer Jos Luhukay entschied FC St. Pauli das Hinspiel im Heimatstadion mit einem 2:0 für sich – der erste Derby-Heimsieg seit 1960. Dimitrios Diamantakos mit seinem vierten Saisontreffer und das Eigentor aufseiten des HSVs entschieden den spektakulären Sieg für den Kiez-Verein. Das Rückspiel im Volkspark endete durch die Tore von Henk Veerman und Matt Penney wieder mit einem 2:0 – der FC St. Pauli war nun Stadtderby-Doppelsieger.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa

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