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„Geht nicht um mich“ – wie Felix Magath das Relegations-Duell mit dem HSV sieht

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Von: Jan Knötzsch

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Er hat beim HSV Geschichte geschrieben. Und jede Menge Posten innegehabt. In der Relegation kommt Felix Magath als Gegner. Und mit klaren Aussagen.

Hamburg – Über die Liebe gibt es viele Weis- und Wahrheiten. Die zum Beispiel, dass man seine (erste) große Liebe nie vergisst. Oder die, dass die Liebe ein seltsames Spiel ist. Ein seltsames Spiel ist bisweilen auch der Fußball, wenn der HSV dabei ist. Denn mal ehrlich: Daran, dass der Klub aus dem Volksparkstadion unter HSV-Coach Tim Walter doch noch die Relegation erreicht und nun noch zwei Chancen hat, die Bundesliga-Rückkehr klarzumachen, hat vor Wochen kaum noch jemand geglaubt. Und wenn, dann waren es nur die kühnsten Optimisten. Die aber dürfen sich nun bestätigt sehen.

Der HSV steht in der Relegation. Gegen Hertha BSC Berlin. Und damit gegen Felix Magath. Der Hertha-Coach hat vor seinem Amtsantritt mehrfach über den HSV gemeckert. Dabei hat er doch eine Hamburg-Vergangenheit. Die Relegation zwischen dem HSV und Hertha ist für Felix Magath die Rückkehr zur „alten Liebe“ – nur: „Quälix“, wie Felix Magath gerne genannt wird, wird einfach nicht sentimental. Im Gegenteil: Er will und muss dem HSV in der Relegation wehtun.

Fußballtrainer:Wolfgang Felix Magath
Geboren:26. Juli 1953 (Alter: 68 Jahre) in Aschaffenburg
Zeit beim HSV:Spieler (1976 bis 1986), Manager (1986 bis 1988), Nachwuchs-Coach und Profi-Assistent (1993 bis 1995) sowie Trainer (1995 bis 1997)
Größter Erfolg mit dem HSV:Europapokalsieg 1977 und 1983

HSV Relegation um Bundesliga-Platz: Die böse Vorahnung von Hertha BSC-Trainer Felix Magath

Die Relegation war für den HSV, dessen Fans im Hinspiel das Berliner Olympiastadion kapern wollen, noch kein Thema, da hatte Felix Magath den Klub aus dem Volkspark schon auf dem Schirm – nicht aus alter Verbundenheit, sondern eben als Gegner in der Relegation. Ihm, so ließ sich Felix Magath vor dem letzten Spieltag der Ersten und Zweiten Liga in diversen Medien zitieren, sei schon bei seinem Amtsantritt in Berlin klar gewesen, dass es für den „Big City-Club“, wie sich Hertha BSC in einer etwas verschobenen Eigenansicht gerne nennt, in der Relegation gegen seinen ehemaligen Verein aus der Hansestadt Hamburg gehen könne.

Im Hintergrund Fans mit einer HSV-Fahne, die blaue Rauchbomben gezündet haben. Vorne Ex-HSV-Trainer Felix Magath und die Logos vom HSV und Hertha BSC.
HSV-Vergangenheit: Hertha BSC-Trainer Felix Magath hatte beim HSV diverse Posten inne und war an Erfolgen beteiligt – jetzt will der dem HSV in der Relegation wehtun. (24hamburg.de-Montage) © Jan Huebner/Matthias Koch/imago

Jenen Verein, bei dem Felix Magath lange Zeit vor der Relegation zwischen dem HSV und Hertha BSC noch die große Phase des Traditionsvereins miterlebt hat. Und gar nicht so unbeteiligt ist am allergrößten Triumph des HSV, der aktuell noch nicht weiß, ob Josha Vagnoman bleibt, aber mit einem Transfer-Trick bereits gewillt ist, Kohle in die HSV-Kasse zu bekommen. Felix Magath gewann 1983 mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister. Torschütze beim 1:0-Sieg des HSV in Athen gegen Juventus Turin? Richtig: Felix Magath, der beim HSV Spieler (1976 bis 1986), Manager (1986 bis 1988), Nachwuchs-Coach und Profi-Assistent (1993 bis 1995) sowie Trainer (1995 bis 1997) war.

Relegation HSV gegen Hertha BSC: Das denkt Felix Magath über die Mannschaft von HSV-Coach Tim Walter

So große Triumphe und so eine lange Zeit beim HSV, dessen Relegation gegen Hertha live im TV übertragen wird – wie soll man da neutral sein und seine Hamburg-Liebe verdrängen? Geht gar nicht! Oder doch? Felix Magath kann es vor der Relegation zwischen dem HSV und Hertha BSC Berlin. Sagt er zumindest. Und das hört sich dann so an: „Der HSV, das steht doch vollkommen außer Frage, ist der größte Abschnitt meines Fußballer-Lebens. Aber das spielt für diese beiden Begegnungen überhaupt keine Rolle.“ Gesagt hat Magath dies dem Fußball-Fachmagazin „kicker“.

Der HSV, das steht doch vollkommen außer Frage, ist der größte Abschnitt meines Fußballer-Lebens. Aber das spielt für diese beiden Begegnungen überhaupt keine Rolle.

Hertha BSC-Trainer Felix Magath über seine Verbindung zum HSV im Fußball-Fachmagazin „kicker“

Dort ergänzt er: „Es geht nach wie vor nicht um mich oder meine Vergangenheit mit dem HSV. Es geht einzig und allein um Hertha BSC. Um den Klassenerhalt.“ Genau den will der inzwischen 68-Jährige bei den beiden Spielen der Relegation perfekt machen und den HSV wieder zurück ins Tal der Zweitklassigkeit stoßen, nachdem die Mannschaft von HSV-Coach Tim Walter, dessen Truppe Magath in der Saison verbal Druck machte, den schweren „Berg Zweite Liga“ bis fast hinauf zum Gipfel erklommen hat.

HSV in der Relegation: So bereitet Felix Magath Hertha BSC aufs Duell mit seinem Ex-Verein vor

Gefühle also will der „Hardliner“ Felix Magath vor der Relegation seines Ex-Klubs gegen seinen jetzigen nicht zulassen. Das würde irgendwie auch weder zum Selbstbild Felix Magaths passen noch zu dem, das die Fußball-Fans in Deutschland vom „Schleifer“ Felix Magath haben. Immerhin: Eine kleine Emotion ist dann bei Magath doch drin. Zugunsten des HSV. Worte, die sowohl Trainer Tim Walter als auch Sportvorstand Jonas Boldt, Sportdirektor Michael Mutzel und die HSV-Fans gerne hören werden. „Ich habe viele Spiele der 2. Bundesliga gesehen, der HSV war für mich mit die beste Mannschaft“, zitiert die Bild-Zeitung Felix Magath.

Das ist aber auch schon alles. Viel mehr interessiert Magath vor der Relegation zwischen dem HSV und Hertha, wie es seinem Team geht und wie selbiges in den beiden Spielen das bessere Ende für sich behält. Felix Magath wird Hertha vor der ersten Partie der Relegation ins Kurz-Trainingslager in Brandenburg bitten und sagt via Bild: „Wir müssen jetzt auch auf die Regeneration achten. Auch, dass die Spieler die Köpfe freibekommen. Das olympische Trainingszentrum bietet dafür genau die passenden Möglichkeiten. Zudem möchten wir zusammen sein, uns auf uns fokussieren können.“

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Um am Ende Magaths „alter Liebe“ wehzutun. Denn bei allen Weis- und Wahrheiten über die Liebe darf eine nicht fehlen: Sie kann manchmal auch schmerzhaft sein.

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