Zeichen gegen Rassismus

HSV und FCSP am „blackouttuesday“ – Coach Esume mit klarer Message zu George Floyd

  • Enno Eidens
    vonEnno Eidens
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Ganz Instagram schaltet am Dienstag auf Schwarz. Auch der Hamburger SV und der FC St. Pauli machen mit. Der Grund: Rassismus. Patrick „Coach“ Esume wendet sich mit ernsten Worten an seine Fans.

Hamburg - Auf einmal ist alles schwarz. Auf ganz Instagram sind am Dienstag, 2. Juni nur schwarze Bilder zu sehen. Darunter der Hashtag: #blackouttuesday – vereinzelt gibt es dazu eine schwarze Faust, ein schwarzes Herz. Auch der Hamburger SV und der FC St. Pauli setzen so ein Zeichen der Solidarität mit Schwarzen Menschen. Diese Aktion ist Teil der anhaltenden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, ausgelöst durch den Mord an US-Amerikaner George Floyd am 25. Mai. Nun äußert sich Patrick „Coach“ Esume* vom HSV zu einem bestimmten Argument, für das er kein Verständnis hat.

FußballvereinHamburger SV
TrainerDieter Hecking
VorsitzenderMarcell Jansen
VorstandJonad Boldt (Sport), Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
Gründung29. September 1887, Hamburg
Kapazität57.000

Hamburger SV und FC St. Pauli setzen Zeichen gegen Rassismus

Bei der Aktion #blackouttuesday geht es um den Mord an dem US-Amerikaner George Floyd (46). Er kam am 25. Mai 2020 nach einem Polizeieinsatz ums Leben, wurde vorher heftig von dem Polizisten Derek Chauvin zu Boden gedrückt, mit dem Knie am Hals gewürgt. Sein flehendes „I can´t breathe!“ wird zum Motto einer ganzen Bewegung. Einer Bewegung, die sich gegen strukturellen Rassismus einsetzt und ein Ende der Polizeigewalt in den USA fordert. Auch in Hamburg wurde demonstriert, berichtet die MOPO.

Auch in Deutschland gibt es Demonstrationen, Proteste auf Social Media und Debatten über Fernseh-Talkshows: Markus Lanz und Sandra Maischberger haben zu ihren Sendungen keinen einzigen Schwarzen Gast eingeladen. Weiße reden ohne Betroffene über Rassismus.*

Patrick „Coach“ Esume – gelassen im Stadion.

Der Hamburger SV und der FC St. Pauli beteiligten sich ebenfalls der Aktion #blackouttuesday, beide schalten am Dienstag, 2. Juni auf Schwarz. Dazu heißt es beim HSV „LoveHamburgHateRacism” und der FCSP schreibt: „Black Lives Matter“ – der Slogan einer internationalen Bewegung, entstanden in den USA. Sie setzen sich gegen Gewalt gegen Schwarze und People of Color (POC) ein.

Beim Hamburger SV musste man sich auch in der jüngsten Vergangenheit mit dem Thema beschäftigen. Eine Boulevardzeitung attackierte Bakery Jatta* im August 2019, unterstellte ihm eine illegale Einreise nach Deutschland. Damals solidarisierte sich der Verein mit Jatta.

Patrick “Coach” Esume vom Hamburger SV mit aktuellem Video über Rassismus

Auch für den „Coach“, Patrick Esume, ist Rassismus ein Thema. Erst im Mai 2020 äußerte er sich zu einem rassistischen Vorfall*, dessen Opfer er als 11-jähriges Kind wurde - im Volksparkstadion. Danach war es lange vorbei mit seiner Liebe zur Raute. Doch heute sieht das anders aus, meint Esume. Heute setzt sich der HSV „aktiv GEGEN RASSISMUS ein!”, heißt es in seinem Instagram-Beitrag am 13. Mai. Den Fall Jatta erwähnt er ebenfalls.

Und auch zum Thema George Floyd äußerte sich Esume, findet offene Worte über den brutalen Polizisten Derek Chauvin: „Dem Officer ist ein sterbender Schwarzer scheinbar scheissegal.“ Es gab viele Kommentare, die Debatte ging hin und her. Nun reicht es Esume, der in einem abgeklärten Video über Gewaltenteilung und Polizeigewalt spricht.

Dabei bezieht sich Patrick Esume nicht primär auf das Thema Hautfarbe, sondern auf die Rolle der Gewaltenteilung in der Demokratie. Derek Chauvin habe „seine ausführende Gewalt missbraucht und ein Urteil durchgeführt“, so Esume. Dabei sei egal, ob Floyd sich gegen die Verhaftung gewehrt habe oder eine „angebliche Vorerkrankung“ gehabt hätte. Polizisten haben keine Richter zu sein, findet der Coach. Denn all das, was Floyd angeblich getan hätte „rechtfertig nicht, ihm das Leben zu nehmen.”

Quelle: 24hamburg.de-HSV*

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