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„Für Trainer ein ganz schwieriger Klub“: Ex-Coach Zinnbauer zählt den HSV an

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Von: Jan Knötzsch

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Er erlebte mit 0:8 gegen die Bayern die höchste HSV-Niederlage der Historie, später flog er als Trainer raus: Joe Zinnbauer. Der Ex-Coach spricht offen über den HSV.

Hamburg – Er trainierte erst die Zweite Mannschaft des Hamburger SV. Später dann die Profis als diese noch in der Ersten Bundesliga spielten. Ein ähnliches Szenario also wie Jahre später auch bei Christian Titz. Mit dem Namen Joe Zinnbauer aber sind in Hamburg weit weniger gute Erinnerungen verknüpft als mit Titz. Unter Zinnbauer kassierte der Verein aus dem Volksparkstadion die höchste Niederlage in der Vereinsgeschichte des Klubs aus der Hansestadt Hamburg: ein 0:8 gegen den FC Bayern München, dessen Ex-Boss Uli Hoeneß den HSV gerne wieder in der Bundesliga hätte.

Von einer derartigen HSV-News ist der Zweitligist aus Hamburg weit entfernt. Und auch Joe Zinnbauer hat, selbst wenn er wieder in Hamburg wohnt, mit dem HSV nur noch wenig zu tun. Dafür redet er dennoch Klartext, wenn es um die damalige Zeit und um die jetzige unter dem aktuellen HSV-Trainer Tim Walter geht.

Fußballtrainer:Josef „Joe“ Zinnbauer
Geboren:1. Mai 1970 (Alter 51 Jahre), Schwandorf
Durchschnittliche Amtszeit als Trainer:1,95 Jahre
Bevorzugte Formation:4-3-3 offensiv

Ex-Trainer Joe Zinnbauer erlebte die höchste Niederlage der HSV-Historie – so denkt er über seine Zeit von damals

„Es ist sehr schade, dass der Verein nach meiner Entlassung nie zur Ruhe gekommen ist und es noch weiter nach unten ging“, sagt Joe Zinnbauer in einem Interview mit Sport1 über den HSV, der unter Coach Tim Walter aktuell tatsächlich einen Spitzenwert im deutschen Profifußball inne hat, dafür allerdings mit der Botschaft leben muss, dass Josha Vagnoman bis Ende 2021 wohl nicht mehr im HSV-Trikot auflaufen wird. Der nächste bittere Rückschlag nach dem Kreuzbandriss von Tim Leibold, den sich dieser im Pokalspiel gegen den 1. FC Nürnberg zugezogen hat.

Im Hintergrund die Tribüne des Volksparkstadions mit Fans und einer HSV-Fahne. Im Vordergrund der Ex-HSV-Trainer Joe Zinnbauer.
Ex-HSV-Trainer Joe Zinnbauer blickt auf seine Zeit in Hamburg zurück und beäugt de Zweitligisten durchaus kritisch. (24hamburg.de-Montage) © Majerus/imago & Baering/imago

Dass Zinnbauer, der zwischen 2014 und 2015 beim HSV an der Seitenlinie stand, unsanft beurlaubt wurde, habe er „nie so empfunden“, sagt er bei Sport1. Er habe heute noch Kontakt zu den damals handelnden Personen wie zum Beispiel Dietmar Beiersdorfer, der am kommenden Spieltag mit seinem neuen Verein FC Ingolstadt im Volkspark gastiert und sich zu seiner HSV-Vergangenheit geäußert hat. „Irgendwann“, so konstatiert Zinnbauer gegenüber Sport1, „passen die Resultate nicht mehr und dann muss man eben gehen.“

Ex-HSV-Coach Joe Zinnbauer kennt Tim Walter aus Karlsruhe – das hält er vom aktuellen HSV-Trainer

„Ich hatte bei der U23 eine erfolgreiche Zeit, sonst wäre ich nicht Trainer bei der Ersten Mannschaft geworden“, hat Joe Zinnbauer nach wie vor eine hohe Meinung von sich und seiner Zeit beim HSV, der aktuell auf die Rückkehr der HSV-Ultras ins Volksparkstadion wartet und von einem Marketing-Experten als ein Top-Klub in Deutschland gerühmt wird. Aber Joe Zinnbauer sagt auch: „Der HSV ist für einen Trainer ein ganz schwieriger Klub. Das sieht man auch jetzt wieder.“ Er selbst kennt HSV-Trainer Tim Walter noch aus seiner Zeit beim Karlsruher SC, als Zinnbauer dort Co-Train der der Profis war.

Der jetzige HSV-Coach Tim Walter, der jüngst die eigenen Fans kritisiert hat, betreute bei den Badenern zur gleichen Zeit die U17-Nachwuchsmannschaft. In seinen Augen, so sagt Joe Zinnbauer, sei Tim Walter „ein hervorragender Trainer. Er wird seinen Weg gehen, man muss ihm nur Zeit geben und ihm vertrauen. Auch Timo Schultz war bei St. Pauli schon angezählt und jetzt sieht man, was Vertrauen ausmachen kann.“ Apropos FC St. Pauli: Der Kiezklub habe „gerade den Flow, dass sie es packen können mit dem Aufstieg. Sie können aufsteigen, müssen aber nicht, der HSV schon.“

Noch einmal als Trainer zurück zum HSV? Diese Antwort gibt Joe Zinnbauer im Interview

Bei allen kritischen Tönen, die Joe Zinnbauer gegenüber dem HSV findet, sagt der inzwischen 51-Jährige dennoch: „Der HSV ist eine Top-Adresse.“ Eine, an der auch Joe Zinnbauer noch einmal aufschlagen könnte, wenn es um die weitere Trainerkarriere des Ex-Stürmers geht? Diese Frage, so Zinnbauer, „stellt sich im Moment nicht.“ Dennoch habe Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia es vor Jahren richtig gesagt: „Die Trainer, die beim HSV waren, sind alle irgendwie nicht fertig geworden.“

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Darunter, so Zinnbauer via Sport1, gebe es „welche, die nie zurückkommen wollten. Ich würde mich gegen den HSV nie wehren.“ Eine interessante HSV-News. Und wie steht‘s mit dem FC St. Pauli? „Das ist auch ein toller Verein. Ich war ja als Zuschauer einige Male dort. Beim FC St. Pauli machen sie gerade einen super Job, deshalb geht im Moment kein Gedanke da hin, dass ich dort mal Trainer werden kann“, so der Ex-Coach über den Stadtrivalen, der den HSV als Nummer eins in Hamburg abgelöst hat. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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