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Ultra-Angriff auf HSV-Stadionsprecherin: Rann verteidigt sich

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Von: Bona Hyun

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HSV-Sprecherin Christina Rann wird die WM-Spiele in Katar kommentieren. Die HSV-Ultras kritisieren sie dafür. In einem Statement rechtfertigt sich Rann.

Hamburg – HSV-Fans zeigten sich empört gegenüber Sprecherin Christina Rann, die in Katar die Weltmeisterschaftsspiele kommentieren wird. In einem Kommentar rief ein Teil der Fangemeinde Rann auf, ihre Entscheidung zu überdenken und verwiesen auf die ungerechten Lebensbedingungen in Katar. Auf Instagram nahm die Stadionsprecherin Stellung zu den Vorwürfen von „Nordtribüne Hamburg“.

Name:Christina Rann
Auszeichnungen:MIRA Award als beste Moderatorin 2015
Beruf:Stadionsprecherin beim HSV

Wegen WM in Katar: HSV-Ultras greifen Stadionsprecherin an – Christina Rann verteidigt Entscheidung

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 beim umstrittenen Gastgeber Katar sorgt für zündende Diskussionen – und HSV-Sprecherin Christina Rann ist Teil von ihr. Vor knapp einem Monat wurde auf telekom.com verkündet, aus welchen Moderatoren und Kommentatoren sich das Team für MagentaTV zusammensetzt. Es wurde damals bekannt gegeben, dass Christina Rann neben Kommentatoren wie Markus Höhner und Benni Zander über die WM berichten wird.

HSV-Stadionsprecherin Christina Rann und ein Banner mit der Aufschrift Boycott Qatar
HSV-Stadionsprecherin Christina Rann wird die WM in Katar kommentieren. Empörte Fans kritisieren sie für die Entscheidung. © Christian Charisius/Philipp von Ditfurth/dpa

In einem Kommentar, der im „Möwenschiss-Spielheft“ erschien, machten unter anderem die HSV-Ultra-Gruppe Castaways ihrem Ärger Luft. Dass Christina Rann den Auftrag aus Karrieregründen angenommen hat, über die WM 2022 in Katar zu kommentieren, ist für die Fans ein schwaches Argument. Es sei verwerflich dafür „Teil dieses blutigen, verschwenderischen und gierigen Turniers“ zu werden.

HSV-Fans appellieren an Christina Rann: „An deinem Mikro klebt Blut“

Auch an den HSV-Fans ist nicht vorbeigegangen, dass es bei der WM in Katar viel zu kritisieren gibt. So prangern die HSV-Fans die ungerechten gesellschaftlichen Lebensverhältnisse in Katar an. Fehlende Gleichberechtigung sei nur einer von vielen Aspekten, weshalb sich die HSV-Fans gegen die WM in Katar positionieren. Rann solle noch mal überdenken, den Auftrag anzunehmen und sich auf ihre eigenen Worte und Werte besinnen, heißt es in dem Kommentar weiter.

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Auch wenn die Berichterstattung nicht vor Ort stattfände, würde Rann für die Fans die gesellschaftlichen Lebensbedingungen in Katar legitimieren. „Mach dir folgendes klar: (...) Auch an deinem Kommentatoren-Mikro und an jedem einzelnen Euro, den du für diese WM bekommst, klebt das Blut von über 15.000 Toten“, lautet der Appell an die HSV-Sprecherin. Drastischer gingen Hamburger Clubs vor, die die WM in Katar nicht zeigen wollen und zeigten so, dass sie mit der WM gar nichts zu tun haben wollen.  

Nach Fan-Angriff auf HSV-Stadionsprecherin Rann folgt ein Statement auf Instagram – Fans zeigen Verständnis

Auf Instagram griff Rann die Vorwürfe auf und zeigte Verständnis für den Kommentar. Dabei betonte sie, dass sie die Spiele aus München kommentieren werde. Einige der Mutmaßungen seien nicht „wahrheitsgetreu“, da berufliche Werdegänge für Frauen nicht so einfach seien, wie es in dem Kommentar beschrieben wurde. Zudem sieht sie ihre Aufgabe darin, die WM-Vergabe in Katar journalistisch qualitativ aufzuarbeiten.

Warum gibt es Kritik an der WM in Katar?

Katar gerät während der Vorbereitungen auf die Fußballweltmeisterschaft 2022 zunehmend unter Druck. Menschenrechtsorganisationen haben immer wieder zum Verzicht auf die WM in Katar aufgerufen, um ein Zeichen gegen die besorgniserregenden Arbeits- und Lebensbedingungen zu setzen. Insbesondere die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen der Stadien für die WM 2022 stehen in der Kritik. Dem britischen Guardian zufolge sind 6.500 Menschen auf den Baustellen in Katar im vergangenen Jahrzehnt umgekommen. Kürzlich wurden schwere Vorwürfe gegen katarische Offiziere erhoben, da Angehörige der LGBTQ-Community misshandelt wurden, schreibt etwa sportschau.de.

Fans zeigten sich in der Kommentarspalte zur Stellungnahme solidarisch gegenüber Rann. Der gegen Rann gerichtete Kommentar wäre nicht voller Mutmaßungen gewesen, wenn sich der Verfasser die Hintergründe erklären gelassen hätte, so der Tenor. Mehrere Instagram-User hätten so etwa einen vorigen Austausch mit Rann sinnvoll gefunden. Trotz allem sei es laut übereinstimmender Meinung der Fans aber nachvollziehbar, dass die Stadionsprecherin für die Entscheidung über die WM 2022 zu berichten kritisiert werde.

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