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Ex-HSV-Spieler Kompany rassistisch beleidigt: Jetzt geht er ins Detail

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Von: Robin Dittrich

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Der ehemalige HSV-Spieler Vincent Kompany und mehrere Kicker des RSC Anderlecht wurden von Zuschauern rassistisch beleidigt. Jetzt äußert sich Kompany zum Wortlaut.

Hamburg – Es gibt einige Dinge, die auf der Welt nichts verloren haben. Eins davon: Rassismus. Dem ist Ex-HSV-Spieler Vincent Kompany jetzt zum Opfer gefallen. Der 35-Jährige ist in seiner zweiten Saison als Trainer des RSC Anderlecht in Belgien tätig. Im Auswärtsspiel beim FC Brügge kam es dann zu den widerlichen Szenen. „Dieser Tag endet traurig, ich bin angewidert. Mein Staff und ich wurden während des gesamten Spiels beleidigt“, sagte Kompany nach der Partie. Es werden Konsequenzen gefordert.

Fußballtrainer:Vincent Kompany
Ehemalige Vereine als Spieler:RSC Anderlecht, Hamburger SV, Manchester City
Bilanz als Spieler:533 Spiele, 31 Tore, 21 Assists
Bilanz als Trainer:72 Spiele, 31 Siege, 25 Unentschieden, 16 Niederlagen

Vincent Kompany spielte zwei Jahre für den HSV und ist mittlerweile Trainer in Belgien

Vincent Kompany wechselte 2006 zum Hamburger SV, der damals noch um die Teilnahme an der Champions League kämpfte. Der belgische Verteidiger kostete die Rothosen damals rekordverdächtige 10,5 Millionen Euro. Zwei Jahre trug er die Raute auf der Brust, bestritt in dieser Zeit 51 Spiele und erzielte immerhin vier Tore. Dann fühlte sich der damals 24-Jährige zu Höherem berufen – er wechselte in die Premier League zu Manchester City. Für „nur“ 8,5 Millionen Euro. Sein Marktwert stieg dort bis auf 35 Millionen Euro an – er wurde zum Stammspieler.

Vincent Kompany steht mit ausgebreiteten Armen vor einer HSV-Flagge.
Vincent Kompany wurde im Stadion des FC Brügge rassistisch beleidigt. © Imago

Nach elf Jahren war dann Schluss in England. Kompany ging zurück zu seinem Ausbildungsverein – dem RSC Anderlecht. Dort versuchte er sich erst als Spielertrainer. Nachdem er sich zu Beginn der Saison 2020/21 verletzt hatte, beendete er seine Karriere als Spieler und arbeitete fortan als Cheftrainer der Belgier. Die spielen momentan zwar nicht mehr um Meisterschaften mit, kann sich mit den Top-Mannschaften aber trotzdem häufiger messen. Gegen Belgiens Serien-Meister FC Brügge reichte es jetzt immerhin zu einem 2-2. Ein Erfolg für Anderlecht, der aufgrund des Rassismus-Eklats leider untergeht.

Ex-HSV-Verteidiger Vincent Kompany äußert sich zu den Anfeindungen – es werden Konsequenzen gefordert

Gegenüber der belgischen Tageszeitung „Het Laatste Nieuws“ äußerte sich Kompany zum Wortlaut der „Fans“. Er und mehrere Spieler wurden unter anderem als „Affen“ bezeichnet. Ein Begriff, der oft gegen dunkelhäutige Menschen verwendet wird, um sie zu beleidigen. Die Polizei und der belgische Verband haben Ermittlungen eingeleitet: „Rassismus ist abscheulich. Immer und überall. Auf dem Spielfeld und auf den Tribünen“, schrieb der Verband als Reaktion. Andere Spieler fordern Konsequenzen und nicht nur leere Worte.

„F**k your hashtags. Take some real action.

Chelsea-Star Romelu Lukaku nach dem Rassismus-Skandal um Vincent Kompany.

Chelsea-Star Romelu Lukaku schrieb auf seinem Instagram-Account: „Ich hoffe, ihr handelt jetzt. Eine Ikone wie Vincent Kompany wird wegen seiner dunklen Hautfarbe beschimpft...genug ist genug.“ Lukaku will nicht nur Hashtags sehen, sondern echte Handlungen und Konsequenzen. Auch Gegner FC Brügge solidarisierte sich mit Kompany: „Wir verurteilen alle Formen von Rassismus“, tweetete der Club nach der Partie.

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Auch in deutschen Stadien kam es zu einem Rassismus-Skandal. Im Drittliga-Spiel des Vfl Osnabrück gegen den MSV Duisburg wurde Ex-HSV-Talent und heutiger Osnabrück-Profi Aaron Opoku ebenfalls als „Affe“ beschimpft. Nach einer längeren Unterbrechung brach Schiedsrichter Nicolas Winter die Partie schließlich ab. Welche Konsequenzen sich aus den beiden Partien ergeben, ist noch offen. Eins ist sicher: Es muss härter durchgegriffen werden. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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