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Ex-HSV-Profi ätzt gegen modernen Fußball: „Es muss etwas passieren“

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Von: Denny Konzack

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Ist der „moderne“ Fußball wirklich nicht mehr ansehnlich genug? Ein Ex-HSV-Profi, der auch für den FC Schalke 04 Champions League spielte, will eine Revolution.

Hamburg – Lange Zeit ist es her, dass Dennis Aogo sich für den Hamburger SV die Fußballschuhe geschnürt und mit den Rothosen international, hauptsächlich in der EuroLeague, unterwegs war. Ebenso für den anderen Zweitliga-Giganten, den FC Schalke 04, mit dem er sogar Champions League gespielt hat. Seine aktive Fußballkarriere hat der heute 35-Jährige bereits beendet und ist ab und an in verschiedenen Fußballformaten im TV als Experte zu sehen.

Als solcher war er Bestandteil des Rassismus-Skandals mit Ex-Torwart Jens Lehmann und leistete sich selbst eine peinliche Panne im TV. Jetzt möchte Dennis Aogo gerne den Fußball revolutionieren. Was? Wie? Warum? 24hamburg.de erklärt‘s.

Ehemaliger Fußballspieler:Dennis Aogo
Spiele für den Hamburger SV:168
Trikotnummer:6
Letzter Verein als Ativer:Hannover 96

Dass der moderne Fußball von einer hohen Prozentzahl an Ballbesitz lebt, belegen zum Beispiel die Statistiken der Rothosen. HSV-Trainer Tim Walter hat mit seiner Truppe im Durchschnitt pro Spiel 65,1 Prozent – sagen die Daten des NDR. Doch von langweiligen Hin- und Hergeschiebe des Balles kann beim HSV keine Rede sein, denn der 46-jährige Übungsleiter legt – ebenso wie auf den Ballbesitz – viel Wert auf schnelles Umschalt- und Angriffsspiel. Dennoch wünscht sich Ex-HSV-Spieler Dennis Aogo eine Revolution im Fußball-Alltag, um wieder mehr Fans vor die Bildschirme und ins Stadion zu locken.

Dennis Aogo fordert Regelwerk der NBA, um den Fußball wieder attraktiver zu machen.

HSV-Trainer Tim Walter lässt die Rothosen offensiv und mit viel Ballbesitz agieren. Torchancen sollen möglichst schon vom Torwart heraus eingeleitet werden und im besten Fall in einem Torerfolg auf der gegnerischen Seite enden. Doch in der Gesamtheit sieht Dennis Aogo deutlichen Handlungsbedarf. „Es muss etwas passieren. Ich kenne niemanden mehr, der sich heutzutage 90 Minuten ein Fußballspiel anguckt und währenddessen nicht irgendwelche anderen Dinge auf einem Handy anstellt“ sagte der ehemalige Linksverteidiger im „kicker“.

Ex-HSV-Profi Dennis Aogo sitzt vor einer Taktiktafel
Ex-HSV-Profi Dennis Aogo kann mit dem „modernen“ Fußball nichts mehr anfangen und hat eine Idee, ihn zu revolutionieren. (24hamburg.de-Montage) © JoachimSielski/Ulmer/Imago

Dabei zielt er auf das Spielsystem der Basketball-Liga NBA ab. Sobald der Ball die Mittellinie überquert, muss der Angriff der offensiv agierenden Mannschaft innerhalb einer bestimmten Zeit abgeschlossen werden, andernfalls würde das gegnerische Team das Spielgerät bekommen und sein Glück auf der anderen Seite versuchen. Klingt spannend. Aber ist das auch umsetzbar?

In dieser Spielzeit stellt der HSV mit „normalen“ Spielregeln, wie man sie kennt, statistisch fünfmal einen Bestwert in der Zweiten Liga – vorne hapert es jedoch an der Nutzung zahlreicher Großchancen. Der revolutionäre Gedanke des heute 35-jährigen Denns Aogo, mehr Druck vor dem Tor und somit für mehr Spannung unter den Fans zu sorgen, macht also durchaus Sinn.

HSV: „Playoff“-Debatte im Fußballnetzwerk sorgt derzeit ebenso für reichlich Gesprächsstoff

Ein weiterer Gesichtspunkt: In der „Playoff“-Debatte geht es darum, am Ende jeder Saison weitere Spiele in einem K.O.-System auszutragen, sodass auch Klubs, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind wie der bayerische Rekordmeister der Ersten Bundesliga, der FC Bayern München, eine Chance auf den Titel haben.

Doch diese Strapazen würden sich wohl viel zu sehr auf die körperliche Belastung der Spieler auswirken und somit das Verletzungsrisiko sowie den Verschleiß von Profis erhöhen. Auch ganz ohne Playoff-Regelung hängt der HSV die großen Bayern sowie Borussia Dortmund bereits ab – trotz des Klassenunterschieds.

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Eine einfache Saison in der Ersten und Zweiten Bundesliga bietet mit 34 Spieltagen bereits ein ordentliches Programm. Nimmt man die jeweiligen Pokalspiele wie DFB-Pokal, EuroLeague oder Champions League dazu, kommen die Profis auf extrem hohe Spielzahlen. Rechnet man die angedachten Playoffs hinzu, könnte sich das schnell auf die physische wie auch psychische Gesundheit der jeweiligen Akteure niederschlagen. Alles in allem wird es im Fußballgeschäft nicht langweilig.

Unterschrieben oder umgesetzt ist seitens der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Sachen der angedachten Revolution von Dennis Aogo sowie den Playoffs bisher nichts. Somit kann sich der HSV in aller Ruhe auf den kommenden Gegner, den SV Sandhausen, fokussieren, gegen den, trotz bisher starken Leistungen, der Absturz droht. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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