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Ex-HSV-Kapitän Westermann bejubelt Derbysieg – doch er übt auch scharfe Kritik

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Von: Antonio José Riether

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Auch Ex-Spieler Heiko Westermann freute sich über den letzten Derbysieg des HSV über St. Pauli. Doch der Ex-Kapitän stimmte auch durchaus kritische Töne an.

Hamburg – Die letzten acht Hamburger Stadtderbys zwischen dem einstigen Bundesliga-Dino HSV und dem FC St. Pauli fanden in der zweiten Liga statt. Das letzte erstklassige Lokalduell liegt bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück. Während der Saison 2010/11 schaffte es der Hamburger SV in zwei Spielen nicht, den damaligen Absteiger St. Pauli zu schlagen. Stets als Mannschaftskapitän mit an Bord war dabei Heiko Westermann, der am vergangenen Wochenende den Derbysieg seines Ex-Vereins bejubelte.

Heiko Westermann
Geboren am (Alter):14. August 1983 (38)
Position:Innenvertediger
Ehemalige Vereine:Greuther Fürth, Arminia Bielefeld, Schalke 04, HSV, Ajax Amsterdam, Betis Sevilla, Austria Wien
Länderspiele:27 für Deutschland, 4 Tore

Zwischen 2010 und 2015 war Westermann das Gesicht der Hamburger Abwehrkette, insgesamt absolvierte er 173 Pflichtspiele für den Traditionsklub, den er noch immer verfolgt. Auch aus diesem Grund war der ehemalige Innenverteidiger im Podcast ‚Super 2 - Die Kult-Liga‘ von Bild zu Gast. Dort zeigte er sich begeistert von der Spielweise des Teams von Trainer Tim Walter, den Sieg im Derby ordnete Westermann als „absolut verdient“ ein.

Hamburger SV: Westermann bemängelt HSV-Chancenverwertung – „Sie belohnen sich nicht“

„In Köln zu gewinnen im Pokal und dann noch das Derby, das war eine Riesen-Woche für den HSV“, resümiert der 38-Jährige die letzten Tage. „So ein Derby mit so einer Selbstverständlichkeit zu drehen, ist einfach großartig“, so der 27-fache Nationalspieler. Der HSV habe nicht aufgehört zu spielen, sei „nach dem 2:1 aufs 3:1 gegangen“ und habe sich „überhaupt nicht versteckt“.

Als langjähriger Beobachter seines ehemaligen Arbeitgebers muss Westermann – wie auch in der Vergangenheit – einen Kritikpunkt anbringen. „Ich verfolge den HSV ja auch ein bisschen länger und sie vergeben natürlich auch unendlich viele Großchancen, wie in diesem Derby in den ersten zwanzig Minuten. Und dann geht man 0:1 in Rückstand, wo man eigentlich schon 2:0 führen sollte“, beanstandet der langjährige Kapitän.

Heiko Westermann spielte fünf Jahre lang für den HSV.
Heiko Westermann spielte fünf Jahre lang für den HSV. © Streiflicht/Rene Schulz/imago

Doch aus den Aussagen Westermanns ist nicht etwa Misstrauen in die Mannschaft herauszuhören, im Gegenteil. „Ich bin echt gespannt, wie sie das kompensieren“, meint der heutige DFB-Nachwuchstrainer. „Sie sind fast immer die bessere Mannschaft, spielen echt guten Fußball. Aber sie belohnen sich nicht dafür.“ Zu oft hatte sich der HSV in dieser Saison die Butter vom Brot nehmen lassen, bezeichnend dafür stehen bereits zehn Remis in zwanzig Spielen. Auch beim Derby sah es zunächst danach aus, als würden die Rothosen in alte Muster verfallen.

Hamburger SV: Westermann sieht HSV als Teil eines „Drei- oder Vierkampfs“ um den Aufstieg

Die Hausherren kamen bei ihrem Heimderby nämlich deutlich besser in die Partie, ließen dann allerdings die Führung des Erzrivalen zu. Nach dem Gegentreffer durch Guido Burgstaller ging der HSV mit einem Rückstand in die Pause, schaffte es aber noch, das Spiel zu drehen. Erst glich Kapitän Sebastian Schonlau nach einer Ecke per Kopf aus, ehe Bakery Jatta einen Sahne-Pass von Sonny Kittel zum 2:1 veredelte und die wenigen hundert erlaubten Zuschauer im Volksparkstadion in Ekstase versetzte.

Der Aufstiegskampf wird in dieser Zweitligasaison wohl extrem eng, Westermann räumt dem HSV gute Chancen ein. „Es wird ein Drei- oder Vierkampf um den Aufstieg“, schätzt der 318-fache Bundesligaspieler. Zu seiner Hamburger Zeit hatte der Verein anfangs noch ganz andere Sorgen.

Bei der angeführten Derbyniederlage im Jahr 2011 standen etwa noch Stars wie Ruud van Nistelrooy, Zé Roberto oder Mladen Petric auf dem Platz. Mit dem HSV bestritt Westermann in den Folgejahren jedoch zwei Relegationen, in denen der Bundesliga-Abstieg teilweise auf dramatische Weise abgewendet wurde. Zum Zeitpunkt des Bundesliga-Abstiegs 2018 hatte Westermann seine Karriere bereits beendet. (ajr) *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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