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„Eine heftige Phase“: So erlebte der Ex-HSV-Pressesprecher das Jatta-Theater

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Von: Jan Knötzsch

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Im Spätsommer 2018 brach der Identitätsstreit um Bakery Jatta über den HSV herein. Damals mittendrin: Till Müller. Der Ex-HSV-Pressesprecher erinnert sich.

Hamburg – Aktuell ruht das Thema. So still wie der sprichwörtliche See, den man so gerne mal erwähnt. Eine Aussage, die zumindest für die öffentliche Wahrnehmung geht. Der Identitätsstreit um Bakery Jatta ist aktuell kein Thema rund um den Hamburger SV. Stattdessen stehen andere HSV-News im Blickpunkt: Die Vertragsverlängerung von HSV-Talent Faride Alidou zum Beispiel, auf die der gesamte Klub aus Hamburg wartet. Oder die Frage nach der Rückkehr der HSV-Ultras ins Volksparkstadion. Es hat jedoch in Hamburg auch schon andere Zeiten gegeben.

Solche, in denen die Diskussion, ob Bakery Jatta nun Jatta oder doch Bakary Daffeh ist, enorm im Blickpunkt stand. Till Müller hat’s miterlebt. Jetzt packt der ehemalige HSV-Pressesprecher aus, wie extrem die Zeit damals war.

Fußballspieler:Bakery Jatta
Geboren:6. Juni 1998 (Alter 23 Jahre), Gambia
Vertrag beim HSV bis:30. Juni 2024
Marktwert:1,6 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de)

Diskussionen um Identität von HSV-Spieler ruhen derzeit – so hoch ist es bislang her gegangen

Zuletzt hat sich mit Thomas Bliwier der Anwalt von Bakery Jatta zu Wort gemeldet und scharfe Kritik an einem Gutachten um die Identität von Bakery Jatta geäußert. Dieses hatte die Universität Freiburg im Auftrag der Staatsanwaltschaft in Hamburg angefertigt. Jatta-Anwalt Thomas Bliwier holte daraufhin zur großen Gegenoffensive gegen die Behörden aus. Das Gutachten war zuvor in der Frage, ob Jatta nun Jatta oder doch Daffeh ist, als Beweis anerkannt worden. Im Zuge der Diskussion um Bakery Jatta haben die HSV-Ultras klar Stellung gegen die Berichterstattung der BILD-Zeitung bezogen.

Im Hintergrund HSV-Fans mit Fahnen und Schals im Volksparkstadion. Im Vorgergrund Ex-HSV-Pressesprecher Till Müller und HSV-Spieler Bakery Jatta.
Ex-HSV-Pressesprecher Till Müller (links) erinnert sich an die Zeit zurück, als die Identitäts-Diskussion um HSV-Spieler Bakery Jatta (rechts) im Spätsommer 2018 begann. (24hamburg.de-Montage) © Claus Bergmann/Christoph Hardt/David Hagemann/imago

Unabhängig davon, wie am Ende auch immer die Antwort auf die Frage ausfällt, ob Bakery Jatta tatsächlich Jatta oder aber doch Bakary Daffeh ist: Die HSV-Fans stehen deutlich zu ihrem Idol, das im Frühjahr 2022 erklärte, dass er in seiner Fußballer-Karriere gerne einmal zu Manchester United wechseln und in der Premier League spielen wolle. Das bleibt vorerst jedoch wohl nur ein Traum. Noch immer jagt Bakery Jatta in der Hansestadt Hamburg dem runden Leder hinterher.

Bakery Jatta: Beginn der Diskussionen um den HSV-Spieler für Ex-Pressesprecher Till Müller die „intensivste Zeit“

Zu Beginn der Saison hatte dort HSV-Trainer Tim Walter mangels Stürmern Bakery Jatta als Alternative für den Angriff des HSV im Kopf, wo mit Robert Glatzel ein Spieler aktiv ist, dessen Karriere einst vom eigenen Vater gerettet wurde. Das letzte Mal, dass Bakery Jatta in die Schlagzeilen geraten ist, war der Zeitpunkt, als es nach dem HSV-Spiel gegen Fortuna Düsseldorf im Volksparkstadion alles andere als erfreuliche HSV-News gegeben hatte: Jatta wurde während des Spiels ebenso wie der Khaled Narey, der vom HSV zur Fortuna gewechselt war, von HSV-Fans rassistisch beleidigt.

Das allein ist eine HSV-News, die keiner lesen will. Weit schlimmer ist das Geschehen, das Bakery Jatta und der HSV 2019 erlebten. Daran erinnert sich Till Müller, der Ex-Pressesprecher des HSV, im Podcast „Herz.Schlag.Verein“ der Hamburger Morgenpost. „Das war meine intensivste Zeit beim HSV. Ich habe sehr viel gearbeitet und sehr wenig geschlafen, weil wir alles dafür getan haben, den HSV und vor allem den Menschen Bakery Jatta zu schützen“, sagt Müller, der inzwischen bei RB Leipzig als Pressesprecher aktiv ist.

HSV-Spieler Bakery Jatta wird in der laufenden Saison gleich zwei Mal rassistisch beleidigt

Die besagte Zeit im Spätsommer 2019 ordnet Till Müller im Mopo-Podcast klar ein. „Das war eine heftige Phase und ich bin sehr froh, dass wir Baka helfen konnten, da durchzukommen“, sagt der 36-Jährige über die Situation um Bakery Jatta, der in der laufenden Saison beim HSV-Gastspiel gegen den 1. FC Nürnberg erneut rassistisch beleidigt worden ist.

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In dieser Partie im DFB-Pokal zog sich HSV-Spieler Tim Leibold einen Kreuzbandriss zu und wurde nach seiner Verletzung von den Nürnberg-Fans ausgepfiffen. Nach seiner Verletzung hat sich Leibold aus dem Krankenhaus zu Wort gemeldet und an die HSV-Fans gewandt. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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