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Comeback im Volksparkstadion – wann kehren die HSV-Ultras zurück?

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Von: Robin Dittrich

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Seit Monaten sind die HSV-Ultras nicht bei Heimspielen zu sehen. Sie bestreiken die Corona-Auflagen. Kehren Sie schon bald ins Volksparkstadion zurück? Ein Comeback wird diskutiert.

Hamburg – Ein volles Stadion mit 57.000 Zuschauern. Eine Stimmung, die den Gegner das Fürchten lehrt und die eigene Mannschaft nach vorne peitscht. Das wünscht sich jeder HSV-Fan. Auch die zahlreichen Ultras, die im Volksparkstadion die Nordtribüne zum Beben bringen. Doch seit Monaten ist keine der Fan-Gruppierungen mehr im Stadion des Hamburger SV zu sehen. Die Ultras streiken. Weil aus medizinischen Gründen Ungeimpfte nicht in die Zuschauerränge dürfen. Weil man mit dem Corona-Modell des Bundes nicht einverstanden ist. Kehren die Ultras aber schon bald ins Stadion zurück? Die Rückkehr ist ein reges Thema innerhalb der Ultras.

Fußballstadion:Volksparkstadion in Hamburg
Eröffnung:1953, Umbau bis Jahr 2000
Sitze:57.000

Die Ultras stehen mit der DFL schon länger auf Kriegsfuß

Die Deutsche Fußball Liga und Ultra-Gruppen mögen sich salopp gesagt nicht. Sie verfolgen verschiedene Ziele. So geht es den Ultra um das Wohlergehen ihres Vereins. Der DFL geht es laut eigener Angabe um „die Organisation und Vermarktung des deutschen Profifußballs.“ Es geht ums Geld. Nicht nur, aber hauptsächlich. Das spricht gegen jegliche Ansichten der Ultras. Für sie steht ihr Verein an erster Stelle. So auch für die HSV-Ultras.

Das leere Volksparkstadion ist im Hintergrund. Ein weiß eingekreistes Bild zeigt HSV-Ultras während eines HSV-Spiels.
Kehren die HSV-Ultras schon bald ins Volksparkstadion zurück? © Jan Huebner/Sven Simon/Imago

Schon zum Start der Zweiten Bundesliga in der letzten Saison machten die HSV-Ultras ihrem Unmut kund. Damals wurde die Liga fortgesetzt – ohne Zuschauer. Ein Schlag ins Gesicht der Anhänger. Die größte Ultragruppierung aus Hamburg, die „Castaways“, meldete sich mit folgendem Statement: „Die DFL hat sich mit der Entscheidung zu dem bekannt, was vielen Fans seit Jahren bewusst ist: Geld ist wichtiger als Fans im Stadion.“ Eine Rückkehr von Geisterspielen ist trotz steigender Corona-Zahlen nicht vorgesehen. Trotzdem bleiben die Ultras dem Volksparkstadion fern. Doch das könnte sich bald ändern.

HSV-Ultras diskutieren über eine Rückkehr ins Volksparkstadion

Es wäre ein Paukenschlag und würde hoffentlich für einen Ruck in der Mannschaft sorgen – die HSV-Ultras stimmen über eine Rückkehr ins Stadion ab. Nach Informationen des Abendblatts will die Fan-Szene noch in dieser Woche zu einer Entscheidung kommen, ob sie auf die Ränge zurückkehren. Das hängt insbesondere von den nächsten politischen Maßnahmen ab, die am Donnerstag auf der Ministerpräsidentenkonferenz und im Bundestag beschlossen werden. Die Stimmung im Volksparkstadion könnte also schon bald wieder positiv kippen.

Der HSV kalkulierte vor der Saison mit einem Zuschauerschnitt von 30.000 Fans. In den ersten vier Heimspielen konnten leider nur um die 20.000 HSV-Fans ins Stadion. Besser als Geisterspiele, aber noch nicht genug. Gegen Düsseldorf und Kiel waren dann 40.000 Anhänger der Rothosen vor Ort. Wenn die Hamburger diese Zahlen beibehalten könnten, wäre der anvisierte Schnitt ohne Probleme zu schaffen. Das Hindernis: Gegen Regensburg und Ingolstadt wurden bisher nur jeweils knapp 20.000 Tickets verkauft. Um die 30.000 Zuschauer im Schnitt zu knacken, müssten also noch ein paar mehr Fans den Weg ins Stadion finden.

Gilt in Hamburger Stadien bald sogar 2G Plus? Einige Fans sind dafür

Auch abseits der Ultra-Szene wird weiter diskutiert, wie die Corona-Pandemie in den Griff bekommen werden soll. Die Inzidenz erreichte auch in Hamburg einen neuen Höchstwert. Kein Wunder also, dass über neue Regelungen beraten wird. Eine mögliche Neuerung ist die Einführung von 2G Plus. Dabei bräuchte jeder geimpfte oder genesene Stadionbesucher zusätzlich noch einen tagesaktuellen negativen Corona-Test. Ein Horrorszenario für Einlasskontrollen. Gegen Regensburg wird es noch keine neuen Regelungen geben. Nach wie vor gilt das 2G-Modell in Hamburgs Stadien.

Nicht alle sind gegen eine weitere Verschärfung der Regelungen. Sven Langner vom Fanladen des FC St. Pauli im Millerntor-Stadion sagte beispielsweise: „Aus unserer Sicht wäre ein 2G-Plus-Modell eine sinnvolle Regelung, weil es noch mehr Sicherheit bietet.“ Viele Fans richten sich schon jetzt selbstständig nach diesem Modell: „In Teilen unserer Fanszene ist das schon gelebte Praxis.“
2G-Plus in Hamburgs Stadien – für die HSV-Ultras würde es wohl für weiteres Fernbleiben sorgen.

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Dabei braucht der HSV seine Ultras. Die Stimmung leidet ohne den Support der Gruppierungen. Auch Verantwortliche und Spieler dürfte es nicht glücklich machen, ohne ihre größten Befürworter aufzutreten. Die durch Ultras erzeugte Stimmung könnte den Rothosen im Aufstiegsrennen helfen. Auch wenn der Aufstieg von den Ultras nie als Ziel ausgegeben war, möchte jeder Hamburger den HSV wieder in der Ersten Bundesliga sehen. Mit Fans. Mit Ultras. 57.000 Menschen, die den HSV nach vorne peitschen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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