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„Beleidigt und körperlich angegangen“: HSV-Fans werfen Polizei Attacken vor

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Von: Jan Knötzsch

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Schon vorm Düsseldorf-Spiel gibt‘s Ärger: HSV-Fans randalieren in einem Zug. Stress auch auf der Rückfahrt. Vorwurf: Die Polizei soll provoziert haben.

Hamburg – Nein, der 27. Spieltag der Zweiten Bundesliga ist wahrlich nicht nach dem Geschmack des Hamburger SV gelaufen. Und auch seine Randerscheinungen nicht. Mal davon abgesehen, dass der Klub die dauerhafte Verpflichtung von Mario Vuskovic für den HSV perfekt gemacht hat und auch Miro Muheim dem HSV über das Ende der aktuellen Saison hinaus erhalten bleiben wird. Zumindest zwei positive Aspekte eines ansonsten schlechten Wochenendes. Denn nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf haben die Fans des HSV in den Sozialen Netzwerken ihrem Unmut über das 1:1-Unentschieden Luft gemacht.

Und: Die Fans des HSV stehen selbst auch im Mittelpunkt. Jedenfalls ein Teil von ihnen. Und das nicht im positiven Sinne. Im Gegenteil: HSV-Chaoten haben einen Regionalexpress der Deutschen Bahn zerlegt – auf der Fahrt zum Spiel in Düsseldorf. Auch auf der Rückfahrt gab es mega Stress. Der Vorwurf der HSV-Fans: Die Polizei ist schuld. Sie habe das Geschehen in Richtung Eskalation getrieben.

Fanorganisation des Hamburger SV:HSV Supporters Club
Gegründet:28. März 1993
Gründungsort:Hamburg
Mitglieder:66.489 (1. Juni 2019)

HSV-Fans: Auf dem Weg nach Düsseldorf kommt es zu Ärger im Regionalexpress – das ist passiert

Der Reihe nach: Auf der Anreise zum Spiel gegen den Verein von Ex-HSV-Trainer Daniel Thioune, bei dem dann Robert Glatzel mit einem späten Treffer zumindest noch einen Punkt für das Team von HSV-Trainer Tim Walter sicherte, sollen HSV-Chaoten in einem Regionalexpress das Innere des Zuges mit Graffitis besprüht, sich untereinander geprügelt und in die Wagons uriniert haben. Darüber hatte zuerst das Hamburger Abendblatt berichtet. Bei einem Halt in Gelsenkirchen verweigerte der Zugführer dann die Weiterfahrt des Zuges mit den rund 150 HSV-Fans.

Im Hintergrund HSV-Fans auf der Tribüne beim Spiel in Düsseldorf. Im Foto im weißen Kreis am linken Bildrand: HSV-Fans und die Polizei.
Teile der HSV-Fans erheben nach dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf schwere Vorwürfe gegen die Polizei. (24hamburg.de-Montage) © Moritz Müller/Philipp Szyza/imago

In Gelsenkirchen soll die Bundespolizei bei dem Stopp die Türen der Regionalbahn versperrt haben. Ihre Begründung dafür: Sie wollte ein Aufeinandertreffen der HSV-Fans mit Anhängern des FC Schalke verhindern. Der Verein von Ex-HSV-Stürmer Simon Terodde spielte am 27. Spieltag gegen Hannover 96. Die HSV-Fans waren für 15 Minuten im Zug isoliert. Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, soll es zudem auch bei einem Zwischenstopp eines ICE in Osnabrück einen Einsatz der Polizei wegen HSV-Fans gegeben haben, die die Türen des Zuges nicht zur Weiterfahrt freigeben wollten.

HSV-Fans von Polizei provoziert? Supporters Club und „Fanhilfe Nordtribüne“ erheben schwere Vorwürfe

Doch das alles ist nur die eine Seite der Medaille. Nach dem Spiel des HSV, der einen neuen Hauptsponsor bekommt und HSV-Fans zur Kasse bittet, soll es weitere Vorfälle gegeben haben. Wegen dieser und der Geschehnisse auf der Fahrt nach Düsseldorf zum Auswärtsspiel des HSV, der ein großes Herz für Ukraine-Flüchtlinge zeigt, hagelt es im Nachhinein in einer Stellungnahme der HSV-Supporters und der „Fanhilfe Nordtribüne“ Vorwürfe gegen die Beamten. Sie hätten, so lautet der Vorwurf der beiden Organisationen, HSV-Fans „grundlos beleidigt und teilweise körperlich angegangen“, ihnen zudem den Zugang zu Getränken, Lebensmitteln oder Toiletten verwehrt

„Dieses Verhalten der Polizei ist nicht zu akzeptieren und durch nichts zu rechtfertigen – auch nicht durch vermeintliche Verfehlungen einzelner HSV-Fans“, heißt es in der Stellungnahme, in der HSV-Supporters und die „Fanhilfe Nordtribüne“ zudem ausführen, dass sie die Behandlung der HSV-Fans durch die Polizei „fassungslos zurücklässt“ – unter anderem soll die Polizei HSV-Fans am Düsseldorfer Flughafen eingekesselt haben, auf der Fahrt sollen Umstiegszeiten absichtlich verkürzt worden sein. Und auch nach der Rückkehr in Hamburg soll die Polizei Hamburg die HSV-Fans erneut eingekesselt haben, um eine „scheinbar gewünschte Eskalation“ herbeizuführen

HSV-Fans laufen in Sozialen Medien Sturm: „Was die Polizei sich nach dem Spiel geleistet hat, war eine absolute Frechheit“

Auch HSV-Fans, die beim Spiel in Düsseldorf sowie in den Zügen mit dabei waren, äußern sich auf Social Media-Kanälen über die Polizei und das Vorgehen gegen die Fans des Klubs aus dem Volksparkstadion. „Das war absolut beängstigend.
Wir konnten noch für viel Geld mit dem Taxi dort flüchten, aber man merkte minütlich wie „sie“ darauf gewartet haben endlich den Knüppel einsetzen zu können“, schreibt ein User bei Facebook, wo ein weiterer HSV-Fans feststellt: „Also was die Polizei sich nach dem Spiel geleistet hat, war eine absolute Frechheit.“

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Ein anderer Anhänger es HSV geht sogar noch weiter und postet: „Das sind keine Polizisten, das sind die Büttel dieses Ampelregimes. Wenn es gegen das Volk geht, ist ihnen jedes Mittel Recht.“ Für einen weiteren Sympathisanten des HSV, in dessen Stadion jetzt diese Corona-Regeln gelten, steht fest: „Bei diesen Erlebnissen muss sich niemand wundern, wenn die Kluft zwischen Fans und Behelmten (gemeint ist die Polizei, Anm. d. Red.) immer größer wird. Die Behelmten allerdings haben teilweise bewusst provoziert.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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