Neue Regelung bringt neben Vorfreude vor allem Sorgen

2G-Regel in Hamburg: So planen HSV, St. Pauli, Towers und Co.

  • Lars Wiedemann
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In Hamburg gilt die neue 2G-Regelung: Geimpfte und Genesene sind ohne die Abstandsregeln in den Sportstätten zugelassen. Wie reagieren HSV, St. Pauli & Co.?

Hamburg - Der Beschluss von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zur neuen 2G-Regelung ist unter Dach und Fach: Geimpfte und Genese sind ab Samstag ohne Abstandsgebote in den Sportstätten der Hansestadt Hamburg zugelassen. Für die Vereine bietet die neue Regelung die Möglichkeit, ihre Arenen weiter zu füllen - ein Schritt zurück zur Normalität und zu volleren Kassen. Die Umsetzung ist jedoch mit einigen Sorgenfalten und Zeitaufwand verbunden.

2G in Hamburg: „Wiederherstellung von Normalität und Existenz“

St. Pauli-Präsident Oke Göttlich begrüßte den Beschluss in der „MOPO“: „Das 2G-Modell ein logischer und sinnvoller Weg ist, die Normalität und Existenz vieler Veranstalter:innen größtenteils wieder herzustellen“, hielt sich jedoch sehr allgemein. Als „denkbare Option“ sehen es die Handballer des HSV. „Es ist für uns von großer wirtschaftlicher Bedeutung, möglichst viele Fans in die Halle lassen zu können, sodass wir uns jetzt intensiv damit beschäftigen“, sagte Geschäftsführer Sebastian Frecke. Bei den Footballern der Hamburg Sea Devils sei das Thema 2G wohl schon sehr kurzfristig ein Thema, nämlich bereits am Sonntag gegen Leipzig im Stadion Hoheluft.

Die Fußballabteilung des HSV zeigte sich sehr diplomatisch und bestätigte lediglich, dass man die Möglichkeiten diskutieren werde. Eine Online-Anmeldung mache das Vorhaben aber nicht einfacher. Klar, der HSV hat nach dem sehr durchwachsenen Saisonstart und dem nahenden Ende des Transferfensters am 31. August sicher andere Sorgen.

2G-Regel beim HSV: Obergrenze von 25.000 bleibt

Und ein anderer Aspekt könnte für die größeren Arenen – wie etwa dem Volksparkstadion – zum Fallstrick werden. Denn während z.B. bei Kulturveranstaltungen wie in der Elbphilharmonie „keine Kapazitätsbegrenzung“ zu bedenken ist, dürfen der HSV oder St. Pauli nur maximal 25.000 Zuschauer ins Stadion lassen. Die Obergrenze bleibt bestehen.

In Hamburgs Stadien ist ab Samstag 2G möglich: Was heißt das für die Fans?

„Ausverkaufte Stadien wird es auf absehbare Zeit leider nicht geben können. Im Rahmen der MPK haben sich die Bundesländer zuletzt auf eine Obergrenze von 25.000 Zuschauern verständigt“, wies die Behörde für Inneres und Sport auf die weiterhin vorhandene Begrenzung hin. Da stellt sich die Frage: Bringt es dem HSV wirklich einen entscheidenden Fortschritt, anstatt knapp 18.000 Fans – wie zuletzt – 25.000 Zuschauern in die Arena zu lassen? Eher nicht.

2G-Regel in Hamburg: Nichtgeimpfte sollen nicht ausgeschlossen werden

Anders verhält es sich beim FC St. Pauli am Millerntor, dessen Kapazität auf knapp 30.000 Zuschauer begrenzt ist. Präsident Oke Göttlich sieht noch ein weiteres Problem. Das der Gleichbehandlung. „Es muss auch Wege für Leute geben, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können. Beispielsweise schafft man gesonderte Eingänge und Areale für alle, die nicht geimpft sind und nur PCR-getestet kommen.“

Die Rahmenbedingungen für 2G sind verabschiedet. Der kurzfristige Nutzen der Beschlüsse wird jeder Verein für sich prüfen müssen. Für St. Pauli steht das nächste Heimspiel bereits am Sonntag gegen Tabellenführer Regensburg an, der HSV hat noch genügend Zeit: Erst nach der Länderspielpause spielt man am 11. September im heimischen Volkspark gegen Sandhausen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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