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Rewe-Kundin völlig irritiert: Einkauf nur gegen Infos? Kassierer verlangt Daten

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Von: Lia Stoike

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Rewe-Verkäufer sitzt an der Kasse und zieht Waren über das Band.
Der Rewe-Mitarbeiter will nur kassieren, wenn die Kundin erzählt, wie sie zum Geschäft gekommen ist. Darf der das? © dpa/ Rolf Vennenbernd

Rewe-Kundin irritiert: In einer Altonaer Filiale darf sie ihren Einkauf nur zahlen, wenn sie verrät, wie sie zum Geschäft gekommen ist. Ist das rechtens?

Hamburg – Eine Hamburger Rewe-Kundin ist verdutzt: Als sie ihren Supermarkt-Einkauf in einer Rewe-Filiale in Altona-Nord bezahlen möchte, verweigert der Mitarbeiter das Kassieren. Grund dafür: Sie müsse angeben, auf welchem Weg sie zum Markt gekommen sei. „Ich fragte den Kassierer, weshalb diese Angabe relevant ist“, schreibt die Hamburgerin auf der Rewe-Support-Seite bei Facebook. Dies sei laut Mitarbeiter notwendig, damit der Kassenvorgang weitergehe.

Name:Rewe-Group
Gründung:1927
Mitarbeiterzahl:380.000 (2021)
Umsatz:76,5 Mrd. Euro (2021)

Die Dame findet das merkwürdig. Besonders für Menschen, die kein Deutsch sprechen oder Hörprobleme haben, sei dieses Vorgehen aus ihrer Sicht höchst problematisch, beim Einkauf solche Angaben machen zu müssen. An die betroffene Filiale möchte sich die Kundin mit ihrem Anliegen nicht wenden. „Die Frage wurde mir schon im Laden nicht beantwortet“, schreibt die Hamburgerin.

Markleitung erklärt: Rewe-Umfrage soll Standort in Altona weiterentwickeln

„Was ist, wenn man der Meinung ist, dass es Rewe schlichtweg nichts angeht, wie man sich durch die Stadt bewegt?“ Die erhoffte Rückmeldung durch den Kundensupport auf ihre Anfrage blieb bislang aus. Eine andere Facebook-Nutzerin, hingegen antwortet und vermutet: „Unternehmen möchten wissen, wie Kunden sie erreichen, um auf die Bedürfnisse zu reagieren, zum Beispiel mehr Parkplätze, Fahrradständer oder Ladesäulen.“

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„Muss keine Angabe machen“ – Rewe-Marktleiter entschuldigt sich für Missverständnis

Und liegt richtig: Der Marktleiter der betroffenen Filiale in Altona-Nord stellt auf 24Hamburg.de-Anfrage klar: „Der Kunde muss keine Angabe machen.“ Derzeit gebe es im betroffenen Markt eine Umfrage, um den Standort weiterzuentwickeln. Hierbei möchte das Geschäft wissen, ob der Kunde mit dem Auto oder zu Fuß gekommen sei. „Wenn Missverständnisse aufgetreten sein sollten, kann ich mich nur entschuldigen“, betont er.

Dürfen Angaben von Kundendaten erzwungen werden? Verbraucherzentrale klärt auf

Kundendaten beim Einkauf zu erzwingen, sei in der Theorie möglich, teilt die Verbraucherzentrale Hamburg mit. „Da es dem Verkäufer frei steht, mit wem er Geschäfte abschließt, könnte er theoretisch den Vertragsschluss davon abhängig machen, dass der Kunde ihm zum Beispiel eine Postleitzahl nennt“, erklärt Sprecherin Julia Rehberg.

Verbraucherzentrale stellt klar: Geschäfte können entscheiden, wer einkauft

So ein Vorfall sei allerdings neu. Bislang liegen der Verbraucherzentrale keine Beschwerden vor, dass der Kauf der Ware verweigert wurde, wenn Kunden keine Angaben machen möchten, so Rehberg. Kunden können sich ebenfalls aussuchen, in welchem Geschäft sie einkaufen. Grundsätzlich sei jegliche Angabe vor Ort freiwillig. „Verbraucher und Verbraucherinnen sollte sich nicht unter Druck gesetzt fühlen“, sagt Rehberg.

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